Ellen Ehring fordert: „Potenziale entwickeln“

Generationsspielplätze sind „einfach nur peinlich“

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Christian Porsch, Ellen Ehring, Christine Gaumann.

Bassum - Von Angelika Kratz. Das Thema des demografischen Wandels sei nicht neu und nicht plötzlich vom Himmel gefallen, so Bassums Bürgermeister Christian Porsch zu Beginn der Veranstaltung „Älter – bunter – weiblicher, wir gestalten Zukunft“.

Seit vier Jahren ist die Stadt Bassum mit ihrem Kooperationspartner der Land-Frauenvereinigung Freudenberg-Bassum am Aktionsprogramm des Landes Niedersachsen zur geschlechtergerechten Gestaltung des demografischen Wandels beteiligt.

Am Dienstagabend stand die bundesweit agierende Demografie-Beraterin Ellen Ehring mit ihren lebendigen Ausführungen im Mittelpunkt einer sehr gut besuchten Veranstaltung mit Diskussionsrunde. „Potenziale entwickeln“ lautete die Überschrift und lenkte in einer Raterunde das Augenmerk auf die Statistik. 

„Wie hoch ist die weltweite Geburtenrate?“, „In welchem Alter wird durchschnittlich eine Harley Davidson gekauft?“, „Ist unser Wohnungsbestand altersgerecht?“ oder „Wie schnell lernt ein in eine Chinesin verliebter 80-Jähriger die chinesische Sprache?“ – die Antworten waren erstaunlich.

„Ein Hirn kann im Alter viel lernen, wenn die emotionale Verbindung stimmt“, betonte Ellen Ehring. Kaum zu glauben: in vier Monaten das notwendige Chinesisch zu lernen. Ehring nennt auch das Engagement der über 65-Jährigen in vielen Ehrenämtern.

In Bassum gibt es 15.786 Einwohner. „Nicht alle Kommunen schrumpfen, aber sie werden älter“, so Ehring zum Durchschnittsalter jedes zweiten Bürgers über 50 Jahre. Auch Bassum müsse sich die Frage stellen, wie im Jahr 2030 das Miteinander aussehen könnte. 

„Wir verleben mehr Zeit mit unseren alten Eltern als mit unseren Kindern“, hieß es bei allgemein gestiegener Lebenserwartung. Weg von Pflegeheimen tendiere man eher zum Leben in der Gemeinschaft. Sportvereine müssten umdenken.

„Wir brauchen keine Generationsspielplätze, das ist für die Senioren einfach peinlich, sie gehen viel lieber in ein Gebäude.“ Gefragt seien wieder Gemeindeschwestern, die bei älteren Herrschaften nach dem Rechten schauen. Die Kommune sei als Vernetzer gefragt. „Aber Angebote bringen nichts, wenn keiner hingeht“, meinte Ehring. 

„Warum können Senioren nicht bei weniger gut belegten Kitas mittags mitessen und sich vielleicht ein wenig bei der Kinderbetreuung einbringen?“ Ein praktisches Beispiel. „Wir sind nicht die Politik, die Gesetze macht, aber wir können vor Ort handeln“, ergänzte Gleichstellungsbeauftragte Christine Gaumann.

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