Beatles-Coverband auf der Kulturbühne

Geist der Pilzköpfe

Mischten die Kulturbühne mit Songs von John, Paul, George und Ringo mächtig auf: „The Beatles Band“. - Foto: Ulf Kaack

Bassum - Cavern und Starclub, Shea Stadium und Hollywood Bowl – dies sind berühmte Locations, in den die Beatles legendäre Konzerte gaben. Und nun kommt die Kulturbühne Bassum hinzu. Allerdings mit der Einschränkung, dass es nicht die Original-Pilzköpfe waren, die auf Einladung des Kulturforums die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Spielstätte mit Lennon-McCartney-Kompositionen aus ihren Sitzen rissen – es war die Cover-Formation „The Beatles Band“.

Es wurde zwar keine Beatlemania ausgelöst, und auch das mittlerweile zur Generation Silverager gereifte Publikum verzichtete auf hochfrequentiertes Dauerkreischen. Aber: Von Beginn an ging die Post so richtig ab. Das Quartett startete zunächst verhalten mit „With A Little Help From My Friends“ ins Programm, trat anschließend aber mit „I Feel Fine“, „Penny Lane“ und „Can’t Buy Me Love“ vehement aufs Gaspedal.

Gitarrist Andreas Einhorn, Bassist Uwe Müller und Karsten Günther an den Keyboards teilten sich den Sologesang und harmonierten dreistimmig. Derweil sorgte Tim Schierenbeck am Schlagzeug für das rhythmische Fundament. Die Musiker der „The Beatles Band“ sind in Norddeutschland beheimatet und in der hiesigen Region bekannt. Hochmotiviert und humorvoll absolvierten sie die aus 30 „Beatles“-Songs bestehende Set-List.

Klanglich war das Quartett ganz nah dran an den vier Liverpooler Vorbildern. Diese Authentizität erzielten die Musiker auch durch die Instrumentierung. Wie einst bei John Lennon kam eine – heute kaum mehr bezahlbare – 61er-Gretsch-Semiakustikgitarre zum Einsatz. Uwe Müller spielte den berühmten, markant designten Höfner-Violinenbass, den Paul McCartney bis heute auf der Bühne benutzt. Auch das Ludwig-Schlagzeug mit dem Beatles-Logo auf dem Fell der Bass-Drum entsprach dem seinerzeit von Ringo Starr verwendeten Original.

Der Applaus war von Beginn an stürmisch, die Reaktionen während der Songs zunächst verhalten bis andächtig. „Sie hören artig zu, die Bassumer verfügen offensichtlich über ein gehöriges Maß an Selbstkontrolle“, provozierte Karsten Günther augenzwinkernd. Und das saß. Mit „Yesterday“ gönnte ihnen das Ensemble noch eine poetische Verschnaufpause, bevor es mit dem stampfenden „Come Together“ den kompletten Saal von den Stühlen riss. „She Loves You“ und „I Saw Her Standing There“ wurden temporeich nachgelegt. Das Publikum tanzte und sang aus vollen Kehlen mit. Es erwies als ausgesprochen textsicher. Mit „All You Need Is Love“ verabschiedete sich die „The Beatles Band“ zunächst von der Bühne. Doch mit stehenden und lautstarken Ovationen pressten ihr die euphorisierten Zuhörer noch drei Zugaben ab: „Let It Be“, Yellow Submarine“ und „Hey Jude“.

„Das war eine fantastische Zeitreise, der Spirit der Beatles kam Eins zu Eins rüber“, sagte eine Mitsechzigerin nach dem Konzert, sichtlich abgekämpft und beeindruckt von dem eben Erlebten. „Viele Songs habe ich schon ewig nicht mehr gehört, doch spätestens nach der ersten Strophe waren sie wieder präsent. Meine Generation verbindet noch heute, fast 50 Jahre nach Auflösung der Fab Four, ein starkes Band mit den Beatles und ihrem musikalischen Erbe.“

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