Stadt Bassum begeht den Volkstrauertag

Gedenken und Mahnung

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Die Feuerwehr marschiert zum Ehrenmal, um dort einen Kranz niederzulegen. 

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Der Volkstrauertag ist weder unzeitgemäß noch rückwärtsgewandt. Er ist ein Tag des stillen Gedenkens und erinnert uns an die Verantwortung, die wir heute haben. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit.“ Bassums Pastorin Ines-Maria Kuschmann erinnerte in ihrer Predigt am Sonntag in der Stiftskirche anlässlich des Volkstrauertages an die Menschen, die weltweit vor Krieg und Terror fliehen. Alle, die Älteren und die Jüngeren haben eine Verantwortung, sich für Frieden einzusetzen, sagte sie.

Zum ersten Mal wurde die Gedenkfeier zum Volkstrauertag als ökumenischer Gottesdienst begangen. Bürgermeister Christian Porsch nannte in seiner kurzen Ansprache am Schluss den Grund dafür: „Die Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bassum seien aufgrund von Krankheit nicht in der Lage, die Feier allein auszurichten. Aus diesem Grund hatte die Stadt im Frühjahr den Schulterschluss mit den Kirchengemeinden gesucht. Man kam überein, einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern – mit anschließendem Gang zum Ehrenmal. Dort wurde der Toten gedacht und ein Kranz niedergelegt.

Wie in den Jahren zuvor unterstützten die Bassumer Vereine die Feier – unter anderem die Feuerwehr sowie die Schützenvereine Gut Ziel, Bassum von 1848 und die Freudenberger. Für Musik sorgten der Posaunenchor sowie der Männergesangverein Liedertafel.

Der Volkstrauertag erinnere an Opfer von Gewaltherrschaften und Kriegstote aller Nationen. „Es ist ein Tag, der alte Wunden aufreißen kann“, sagte Kuschmann mit Blick auf die vielen älteren Besucher in der Kirche. Viele haben im Zweiten Weltkrieg Angehörige verloren. Doch die Zeitzeugen würden weniger. Die Jüngeren würden sich fragen, um wen sie trauen sollen. Kuschmann: „Auch heute fordern Kriege Opfer. Zum Beispiel in Syrien. Die Flüchtlinge führen uns unsere eigene Vergangenheit vor Augen.“

Kuschmann mahnte, nicht die Augen zu verschließen: „Die Bundesregierung schickt Soldaten in Kriegsgebiete.“ Sie sei aber unfähig, der Öffentlichkeit die Wahrheit zuzumuten. Soldaten müssen bereit sein zu töten und zu sterben. Die Gesellschaft verdränge, dass Krieg ohne Tod und Opfer nicht zu haben sei. Deshalb sei ein gemeinsamer Tag des Gedenkens so wichtig – als Erinnerung und Mahnung.

Ein Kommentar von Frauke Albrecht: Gedenkfeier sollte religiös neutral sein

Frauke Albrecht

Es ist wichtig, ein Zeichen für Frieden und Freiheit zu setzen. Dafür eignet sich der Volkstrauertag. Lange Jahre hat sich Ralf Borowski um die Organisation des Volkstrauertages gekümmert – mit großem Engagement. Er war immer bestrebt, vor allem die junge Generation mit einzubinden. Aus Krankheitsgründen konnte er das in diesem Jahr nicht tun. Bassums Bürgermeister Christian Porsch suchte eine Alternative und fand bei den Kirchengemeinden eine offenes Ohr. Ein ökumenischer Gottesdienst ist eine sehr gute Idee. Aber sollte dieser auch die Gedenkfeier ersetzen? Ist ein Gottesdienst ein geeignetes Instrument, um die Jugend anzusprechen? Vielleicht. Aber nur dann, wenn die Jugend mit einbezogen wird. Die Konfirmanden waren aber nicht Teil der Feier. In der Ansprache wurde der Krieg in Syrien beispielhaft für die Krisenherde in der Welt genannt. Sicher würden auch viele Flüchtlinge gerne ein Zeichen gegen Krieg und für Frieden setzen. Das würde ihnen bei einer religiös-neutralen Gedenkfeier eventuell leichter fallen. Ein Gottesdienst gehört zum Volkstrauertag, aber er sollte eben nur ein Teil einer zentralen Gedenkfeier sein.

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