Anwohner in Bünte kritisieren Bauplanung am Bramstedter Kirchweg

„Für Gewerbe nicht geeignet“

Anwohner aus Bünte wollen sich gegen das geplante Gewerbegebiet am Bramstedter Kirchweg wehren. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Anwohner aus Bünte machen mobil gegen das geplante Gewerbegebiet am Bramstedter Kirchweg. „Wir haben das Gefühl, dass das so durchgewinkt werden soll“, sagt Annemarie Blumhoff. Sie war mit einigen Nachbarn in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung und nutzte die Bürgerfragestunde, um ihre Argumente vorzubringen. „Wir wollen auf uns aufmerksam machen“, sagt Blumhoff.

Im April hat der Verwaltungsausschuss den Aufstellungsbeschluss gefasst, das Verfahren einzuleiten, um den Flächennutzungsplan zu ändern. Daraufhin gab es eine erste Bürgerbeteiligung. Auf dieser wurde, wie normal üblich, mit Hilfe einer amtlichen Bekanntmachung aufmerksam gemacht.

Die Anwohner aus Bünte lasen davon in der Zeitung. „Rechtlich mag das ja alles richtig sein, aber menschlich ist es nicht“, nimmt Hillmer Buschmann dazu Stellung. Ihn ärgert, dass die Stadt in der Bekanntmachung Flächen dargestellt hat, die gar nicht zum Verkauf stehen. Die gehören nämlich seinem Nachbarn Gerd Spellmann. Und dieser rieb sich ebenfalls erstaunt die Augen, als er die Zeitung aufschlug. „Eine Nachfrage hätte gereicht, und die Stadtvertreter hätten erfahren, dass ich meine Flächen nicht verkaufen werde“, so der Landwirt. Er nutzt den Ackerboden selbst. „Zu meinem Betriebskonzept gehören kurze Wege. Und das möchte ich auch nicht ändern.“

Er hätte sich zumindest einen Anruf oder ein kurzes Anschreiben seitens der Stadt gewünscht. Spellmann hat, wie seine Nachbarn auch, seine Bedenken gegen die Planung geäußert.

Unter anderem kritisieren sie, dass am Bramstedter Kirchweg wertvolle Ackerfläche verloren geht.

„Es gibt viele Gründe, die gegen ein Gewerbegebiet sprechen“, sagen Annemarie und Harald Blumhoff und führen Lärmemissionen, Lichtemissionen, Schadstoffemission und negative Auswirkungen auf das Landschaftbild an. Arndt Buschmann sorgt sich zudem um seine Kinder. Der Bramstedter Kirchweg würde nicht nur von den Bünter Kindern als Schulweg genutzt, sondern auch von den Bramstedter Kindern. Die Bünter befürchten im Zuge des erhöhten Verkehrsaufkommens größere Risiken für die Schulkinder.

Andere Standorte seien besser geeignet, sagt Buschmann und nennt unter anderem Wedehorn und Klenkenborstel. „Wir haben bisher keine Antwort auf unsere Frage bekommen, warum die Flächen bei der AWG nicht weiter verfolgt wurden“, pflichtet Blumhoff ihm bei. Für Arndt Buschmann gibt es noch ein weiteres Argument, das gegen die Planung spricht: „Hier wächst die nächste Generation Landwirte heran. Für die brauchen wir Flächen“, sagt er und zeigt auf seinen Sohn.

Buschmann senior ergänzt: „Jede Seite von Bassum ist versaut, sei es durch Gewerbe oder Windkraft. Nun soll auch noch die letzte intakte Fläche kaputt gemacht werden. Hier gibt es noch keine Vermaisung. Das Gebiet wird ausgiebig genutzt von Spaziergängern und Radfahrern. Das hier ist ein Naherholungsgebiet.“

Harald Blumhoff hat sein ganz eigenes Problem mit einem Gewerbegebiet. Er ist Hobby-Astronom und hat bereits jetzt mit Lichtverschmutzung zu kämpfen. „Ich möchte eine Sternwarte bauen. Dafür liegt bereits eine Baugenehmigung vor.“ Ein beleuchtetes Gewerbegebiet würde dieses Vorhaben zunichte machen.

Nach Aussage von Bauamtsleiter Martin Kreienhop prüft die Verwaltung derzeit auf Wunsch der Politik auch Alternativ-Flächen.

Der nächste Schritt der laufenden Planung wäre die öffentliche Auslegung des Aufstellungsbeschlusses. Damit rechnet er aber nicht mehr in diesem Jahr. Zu den Flächen von Gerd Spellmann sagt Kreienhop: „Wir geben mit der Darstellung eine Zielrichtung vor. Wir müssen nicht Eigentümer der Flächen sein.“ Die Stadt Bassum hat im Vorfeld einen großen Teil des Gebietes aufgekauft. Dieser reiche aus, um die Nachfrage Gewerbetreibender für die nächsten Jahre zu stillen.

Die Anwohner hoffen, die Planung noch kippen zu können. Sie suchen das Gespräch zur Politik.

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