Frieren oder die Arbeit einstellen

Aktive der Fahrradwerkstatt suchen zum Winter neue Räume

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Beengte Verhältnisse: Die Aktiven der Fahrradwerkstatt müssen draußen schrauben. In der Garage ist nur wenig Platz. 

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Aktiven der Fahrradwerkstatt Bassum suchen händeringend ein neues Domizil. Die Gruppe hat vorübergehend Quartier in einer Garage am ehemaligen Pfarrhaus an der Querstraße bezogen. „Das kann keine Dauerlösung sein“, sagt Pit Rodenberg. „Es ist viel zu eng, und eine Heizung gibt es auch nicht. Im Winter müssen wir dann entweder frieren oder die Arbeit einstellen.“

Die Gruppe ist froh, überhaupt untergekommen zu sein. Denn das ehemalige Domizil am Mühlenweg ist bereits abgerissen worden. Dort entstehen Wohnungen.

„Am alten Standort hatten wir mehr Platz für die Räder und die Reparaturen. Wir hatten außerdem eine Wartezone. Das war schon fast eine Art Begegnungscafé. Manche brachten Kaffee und Kuchen mit. Hier treten wir uns gegenseitig auf die Füße. Wir müssen draußen arbeiten“, zeigt Rodenberg auf den Hof.

Er hofft, eine dauerhafte Lösung zu finden: Wer eine Lagerhalle oder eine Werkstatt zur Verfügung stellen kann, sollte sich bei Willkommen in Bassum melden.

Alle Hände voll zu tun

Die Fahrradwerkstatt wird gut angenommen. Jeden Freitag treffen sich dort Freiwillige, die gern basteln, um Fahrräder zu reparieren und an Flüchtlinge auszugeben. Die helfen übrigens fleißig mit. Der harte Kern der Gruppe besteht aus Pit Rodenberg, Rolf Lahmeyer, Stefan Seltmann und Jonas Bußjäger.

Die vier haben alle Hände voll zu tun – derzeit warten noch etwa 80 Räder auf ihre Reparatur. „Bis vor Kurzem standen die Zweiräder draußen. Da kam einiges weg. Zum Glück dürfen wir vorübergehend den ehemaligen Konfirmandensaal nutzen“, berichtet Rodenberg. Doch auch das sei nur provisorisch, denn den Raum nutzt WiB als Lagerraum für Möbel und andere Sachspenden.

Die Werkstatt ist jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können dort gebrauchte Fahrräder abgegeben werden, auch wenn sie nicht nicht mehr verkehrssicher sind.

Drahtesel für Flüchtlinge

Zwischen 16 und 17 Uhr werden die Drahtesel an die Flüchtlinge ausgeliefert. „Im Schnitt geben wir jeden Freitag drei bis sieben Räder aus“, erzählt Rodenberg. Der Aufwand sei unterschiedlich hoch. Mal müssen die Drahtesel komplett überholt werden, mal sind es nur Kleinigkeiten. Schön sei, dass sich auch die Flüchtlinge zu den Schraubern gesellt haben und mithelfen.

Die Spendenbereitschaft der Menschen sei wieder besser geworden. „Zwischenzeitlich flaute das ab“, so Rodenberg. Von Mitte April bis jetzt hat die Gruppe etwa 300 Räder an Bedürftige ausgeben – für einen symbolischen Preis.

Zusätzlich erhält jeder Käufer einen Fahrradpass mit allen wichtigen Daten. Dieses Dokument dient als Nachweis dafür, dass es rechtmäßig erworben wurde und jederzeit auch wieder identifiziert werden kann.

Ansprechpartner der Gruppe ist Pit Rodenberg.

pitrodenberg@web.de

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