Rettungsschwimmerin aus Bassum

Finja Nienaber: Dem Titel auf der Spur

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Finja Nienaber trainiert bei der DLRG Bassum. Der Teenager bereitet sich auf die Deutsche Meisterschaft im Rettungsschwimmen in Würzburg vor.

Bassum - Von Andree Wächter. Neuer Bezirksrekord, Landesmeisterin und nun steht der Start bei der Deutschen Meisterschaft an. Für Rettungsschwimmerin Finja Nienaber läuft das Jahr rund. „Nicht letzte werden“, so lautet die schon demütige Zielsetzung der 13-jährigen Bassumerin für den Wettkampf am 21. und 22. Oktober in Würzburg. Bis dahin stehen noch viele Trainingseinheiten im Freibad Twistringen und Hallenbad Bassum im Terminkalender.

Ein langer Pfiff ertönt. Die Schwimmer gehen auf dem Startblock in Position, ein kurzer Pfiff – die Aktiven drücken sich von der Plattform ab und springen ins Wasser. Im Ziel ist Finja Nineaber meist die Erste. Bei der DLRG besteht ein Wettkampf aus drei Diziplinen (siehe Infobox). Finja startet in der Alterklasse (AK) 13/14. Im Anschluss werden die geschwommenen Zeiten in Punkte umgerechnet und addiert.

„Hindernisschwimmen ist meine Lieblingsdisziplin, sagt die Gymnasiastin. Der Grund: Es geht um Schnelligkeit. Dies trainiert sie auch in der Schwimmsparte des TSV Bassum.

Bei der DLRG wird das Schnellschwimmen alle 12,5 Meter von einem Hindernis unterbrochen. Es ragt 70 Zentimeter tief ins Wasser und man muss es untertauchen.

„Die Puppe wiegt rund 50 Kilogramm“

Die zweite und dritte Disziplin drehen sich ums Retten. „Diese Abwechslung finde ich toll“, so die Achtklässlerin. In 25 Metern Entfernung zum Start liegt eine mit Wasser gefüllte Puppe auf dem Grund. Der Retter muss zu ihr schwimmen und sie dann zurück schleppen. „Die Puppe wiegt rund 50 Kilogramm“, sagt Trainerin Jennifer Hanken. Seit rund vier Jahren betreut sie Finja. „Sie kann Korrekturen schnell umsetzen“, nennt die Trainerin Finjas Stärke.

Einig sind sich Übungsleiterin und Schülerin bei Verbesserungen. Beim Flossenschwimmen verschenkt Finja Zeit während der Starttauchphase und beim Schleppen. Da die Puppen alle gleich groß und schwer sind – fehlen altersbedingt noch etwas die Kraft und größere Hände, um die Puppe im Nacken fest greifen zu können. Diese Technik klingt brutal, ermöglicht aber das Kraulen mit einer Hand. „Es ist die schnellste Technik“, ergänzt Hanken.

Abschleppen im Nackengriff: Mit der freien Hand wird gekrault.

Dass Finja es trotzdem besser macht als die Konkurrenz, zeigte die Bezirksmeisterschaft am 13. Februar. Für 100 Meter Hindernis benötigte die Bassumerin 1:16,16 Minuten. Mit dieser Zeit steht sie ganz oben in der Bezirksbestenliste. Diese Zeit verbesserte Finja auf den Landesmeisterschaften um rund drei Sekunden auf 1:13,28. „Leider aktualisert der Bezirk seine Bestenliste nur, wenn die Zeiten auf der Bezirksmeisterschaft geschwommen werden“, kritisieren Trainerin und Schwimmerin.

Doch viel wichtiger als die Bestenliste ist der bevorstehende Start in Würzburg. „Ich erwarte noch mehr Konkurrenz und dass alles noch größer wird“, sagt Finja. Größer wird auf alle Fälle das Becken. Auf der Meisterschaft wird auf 50-Meter-Bahnen geschwommen – sonst auf 25-Meter Bahnen. Entsprechend wird der Trainingsplan angepasst. „Die Puppe muss auf halber Strecke aufgenommen werden, sonst an der Wende“, erklärt die 13-Jährige. Um top vorbereitet zu sein, trainiert sie aktuell im Freibad Twistringen. Im September erfolgt der Umzug ins Hallenbad Bassum. Zusammen mit dem TSV-Training ist Finja dreimal in der Woche im Wasser. Auch außerhalb des Wassers ist die Schülerin aktiv: „Ich spiele noch Querflöte und gehe zum Turnen. Das ist aber nur ein kleines Hobby.“

In einigen Jahren will der Teenager zum Rettungswachdienst an der Nord- oder Ostseeküste einsetzen. „Das will ich ausprobieren“, sagt Finja Nienaber. Bis dahin will die Bassumerin weiter auf Wettkämpfen starten und Rekorde sammeln.

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