Vor 25 Jahren brannte Scheune der Familie Rohlfs nieder

Feuchtfröhliches Halali – trotz eines Großfeuers

Jörg und sein Sohn Marvin Rohlfs vor dem Brunnen. - Fotos: al

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Bis auf die Dachpfannen habe ich jeden Stein einzeln in der Hand gehabt.“ Jörg Rohlfs schaut mit Stolz auf sein Haus. Wobei Haus nicht der richtige Ausdruck ist, treffender wäre Anwesen.

Das Zwei-Ständer-Niedersachsenhaus zieht die Blicke auf sich – und nicht nur, weil es sich um ein Baudenkmal handelt, sondern weil der Betrachter jeder noch so kleinsten Ecke die Liebe und Detailverliebtheit ansehen kann, mit der Rohlfs ans Werk gegangen ist. Dieser Tage hat die Familie gleich zwei Jahrestage zu feiern – einen freudigen und einen, der an eine Katastrophe erinnert. Vor 200 Jahren wurde die Hofstelle gegründet, vor 25 Jahren wütete ein Großbrand auf dem Hof. Am Ende blieb ein Sachschaden in Höhe von 300.000 Mark.

Den Zeitpunkt der Gründung kennt der Hausbesitzer so genau, weil die Jahreszahl auf einem Brunnen eingemeißelt worden ist, der vor dem Haus steht. „Es war das erste, was gebaut worden ist“, hat sich Rohlfs mit der Dorfgeschichte befasst. „Damals wurde zuerst immer die Trinkwasserversorgung gesichert.“ Der Brunnen sei 1816 von Hand gegraben worden – Auftraggeber waren Johann Hinrich Kolcke und Anna Margarete Bossens. 

„In der Regel hat es damals zwei Jahre gedauert, bis die Häuser fertig gebaut waren“, so Rohlfs. In diesem Fall dauerte es fünf Jahre. Das Niedersachsenhaus sei 1821 errichtet worden. In Besitz der Familie Rohlfs ist es seit 1902. Mehrere Generationen lebten dort unter einem Dach und tun es noch.

„Bis vor 30 Jahren haben wir aus dem Brunnen auch noch unser Trinkwasser bezogen“, erinnert sich der Stütelberger. „Es hat geschmeckt, aber es fand sich 300 Miligramm Nitrat darin.“

Das Niedersachsenhaus steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

Vor drei Jahren hat er dem neun Meter tiefen Brunnen das letzte Mal Wasser für den Garten entnommen. Mittlerweile hat er das obere Stück zum Blumenbeet umgestaltet.

Der 57-Jährige ist gelernter Landwirt und hat den Hof bewirtschaftet. Doch bei vielen Altenteilern habe sich das irgendwann kaum mehr gerechnet. Rohlfs sattelte um, er ist gelernter Versicherungsfachwirt. Die 25 Hektar sind verpachtet.

Seit 1987 steht das Haus unter Denkmalschutz – Rohlfs hat es von Grund auf saniert. „Von 1987 bis heute haben wir da gut 250.000 Euro reingesteckt, von den Eigenleistungen ganz zu schweigen.“

Das zweite Datum, das anstand, ist ein Scheunenbrand. „Vor 25 Jahren brannte unsere Scheune komplett ab. Es war der 14. September 1991. Ich war dabei“, erinnert sich der 57-Jährige. Es war ein Samstag, und die Familie erwartete Gäste. Die Reiter der Jägerschaft Nordwohlde wollte am am Abend einkehren. „Wir hatten alles vorbereitet.“ Da sei sein Vater auf die Idee gekommen, die Außenbeleuchtung an der Scheune einzuschalten, damit die Gäste, wenn es später dunkel würde, gut nach Hause finden. Es muss zu einem Kurzschluss gekommen sein.

Insgesamt 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren waren vor Ort. Sie konnten ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern. Rohlfs: „Es war damals genauso trocken und heiß wie heute.“ Die Scheune war nicht zu retten. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch mehrere Bäume.

Nicht beeinträchtigt war das Halali der Jägerschaft. Die traf sich trotzdem und hatte ein zusätzliches Gesprächsthema.

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