Publikum fordert Zugabe von „Atlantic Bridge“

Fantastische Klangwelten

Thomas Loefke und Angelika Nielsen eröffneten das Konzert auf der Kulturbühne in Bassum. - Foto: Husmann

Bassum - Von Dagmar Voss. Wunderbare akustische Musik mit vielen Saiten erlebte die ausverkaufte Kulturbühne beim Konzert am Mittwochabend. „Atlantic Bridge“, also atlantische Brücke, hatte das Quintett um Thomas Loefke sein Programm betitelt; die Klänge dazu lieferten neben ihm selbst an der keltischen Harfe Máire Breatnach aus Irland (Gesang, Geige), Angelika Nielsen (Geige, Gesang), Hannah Alkire und Joe Scott, das Duo Acoustic Eidolon aus Colorado, USA (Gesang, Gitarre, Cello).

Konzert auf der Kulturbühne Bassum

Eine Weltpremiere, bei der diese Fünf zum ersten Mal miteinander musizierten und dabei vorwiegend eigene Kompositionen zu Gehör brachten.

Eigentlich sei es eine Nord-Atlantische Brücke, erklärte der geniale Harfenist, die von den Färöer-Inseln bis in die Staaten führe. „Die Stepping-Stone-Route, die ein Mönch aus dem siebten Jahrhundert zum ersten Mal beschritt und dabei Amerika entdeckte – so war das nämlich“, meinte Loefke mit einem Augenzwinkern. Zu den sphärischen Klangbildern für die Ohren und Seelen, mal instrumental, mal mit Gesang, gab es herrliche Landschaftsfotos fürs Auge. Bilder der unterschiedlichen wildromantischen Flora und Fauna des Nordens auf großer Leinwand.

Den Auftakt machte die färingische Geigerin mit einem eigenen Stück über die Bewohner einer ihrer Heimat-Inseln, auf der neben vier Erwachsenen und fünf Kindern noch die Kuh Gerda wohnt. Dabei war es eher bluesig-sanft, was da von Geige und Harfe in den Raum schwebte, eine Melodie zum Wegträumen, zu Bildern voller grüner Hügel mit Nebelschwaden.

Mit leicht temperamentvolleren Klängen schloss sich das Acoustic Eidolon an zum Tango „Sunnan“. Und richtig rund wurde es, als auch noch die bekannte irische Geigerin Máire Breatnach in die Runde einstimmte.

Tanzlieder, Walzer, Jiggs und Rheels brachten die Schultern, Hände und Füße des begeisterten Publikums in rhythmische Bewegungen. Manches Mal erntete das Quintett langanhaltenden Beifall, Pfiffe und Johlen.

Die Papageientaucher auf den Fotos schienen förmlich mitzutanzen bei Svabo’s Minuet No 30 – komponiert von Jens Christian Svabo (1746-1824), dem ersten bekannten Fiedler der Färöer.

Immer mal wieder griff Joe Scott bei seinen Einsätzen zum Guitjo, einer doppelhalsigen Gitarre mit zwei Bünden und 14 Saiten, die er sich extra hat bauen lassen. Ein geradezu einmaliges Instrument mit unglaublichem Stimmumfang und klanglicher Vielfalt, das mal wie ein Klavier, dann wieder wie eine Harfe oder eine Glocke klang.

Vereint mit dem fantastischen Cellospiel seiner Partnerin und den drei anderen Virtuosen schufen sie ganz eigene, ungewöhnlich federleichte Klangwelten.

Eine Welt, von der sich die Zuhörer nicht verabschieden mochten und schon lange vor dem Konzertende „Zugabe“ mit rhythmischem Klatschen forderten. Es ging schon deutlich auf halb zwölf, als es tatsächlich ans Abschiednehmen ging.

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