Verein feiert zehnten Geburtstag 

Erfolgsmodell Bürgerbus

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Eröffneten die Informations-Ausstellung „Zehn Jahre Bürger-Bus Bassum“ (v.l.n.r.): Vereinsvorsitzender Thorsten Runge, Hermann Karnebogen von der Avacon, Sparkassenchef Klaus-Dieter Sprenger sowie Bassums Bürgermeister Christian Porsch. 

Bassum - Von Ulf Kaack. Zehn Jahre Ehrenamt im Dienst der Bürger – auf diese Entwicklung blickt der BürgerBus-Verein mit einer Info-Ausstellung in der Kundenhalle der Kreissparkasse Bassum zurück, die am Montag eröffnet wurde. Sie zeigt die Geschichte dieses Erfolgsprojekts, stellt die Fahrpläne sowie den Alltag des Busbetriebs vor.

Vor einem Jahrzehnt, exakt am 31. Juli 2006, wurde der Verein als eine Art Bürgerinitiative aus der Taufe gehoben. „Aber es dauerte noch zwei ganze Jahre, bis wir den Fahrbetrieb aufnehmen konnten“, blickte Thorsten Runge, der Vorsitzende der Bürgerbussler, zurück. „Viele Klippen galt es zu umschiffen: Es mussten Sponsoren und öffentliche Mittel eingeworben werden, um einen Bus zu kaufen und die nötige Infrastruktur herzustellen. Das Fahrerteam wurde zusammengestellt, die Einbindung in den Plan des ÖPNV realisiert. Da war schon was zu stemmen.“

350. 000 Kilometer hatte das erste Fahrzeug auf dem Asphalt absolviert, der aktuelle Bus hat bereits 250 000 Kilometer auf dem Tacho. Im kommenden Frühjahr, so schätzt Runge, wird der 100 000. Passagier befördert werden. Wie gewohnt pünktlich und sicher, behindertengerecht und umweltfreundlich. Auch dank der Unterstützung durch die Stadt, die Avacon und die Kreissparkasse, die als Förderer von Beginn an mit im Boot sind.

Bürgermeister Christian Porsch fand lobende Worte für das ehrenamtliche Engagement, das eine große Lücke innerhalb des öffentlichen Nahverkehrs in Bassum geschlossen hat: „Der Bürgerbus fährt auf vier Strecken, die von den großen Anbietern aus Ertragsgründen nicht bedient werden. Er verbindet gerade die kleineren und abgelegenen Dörfer innerhalb unserer großflächigen Stadt. Dadurch werden die Ortschaften gestärkt. Gerade alten Leuten bringt der Bürgerbus ein gutes Stück Lebensqualität.“

Aus aktuellem Anlass reihte sich mit Heino Müller, einer der Fahrer, in die Reihe der Redner ein. „Probleme im positiven Sinne gibt es seit Kurzem öfter mit den neuen Bürgern Bassums, den Flüchtlingen“, berichtete er.

„Häufig sind sie weit draußen auf dem Lande untergebracht, fernab von der nächsten Haltestelle. Wenn die Menschen mit Einkäufen schwer bepackt noch drei Kilometer laufen müssen, drehen wir, wenn es der Fahrplan hergibt, schnell noch mal einen Schlenker vor ihre Haustür. Eng kann es auch werden, wenn eine Großfamilie den Bürgerbus nutzen will und die acht Sitzplätze im VW T5-Diesel nicht ausreichen.“

Insgesamt 19 Fahrer, darunter eine Dame, steuern aktuell den Bürgerbus. „Nicht genug“, meint Thorsten Runge. „Wir suchen laufend weitere Fahrer, um eine Reserve in der Personaldecke zu haben.“ Pro Woche sind an den Werktagen 15 Schichten zu bedienen, jeweils zwischen drei und vier Stunden lang. Wenn mal jemand krank wird oder in den Urlaub fährt, kann es schnell mal eng werden.

Interessenten benötigen neben ihrer Zeit einen Pkw-Führerschein sowie einen Personenbeförderungsschein. Für letzteren übernimmt der Verein die Kosten.

Weitere Informationen finden Interessenten in der laufenden Ausstellung oder beim monatlich stattfindenden Fahrerstammtisch in der Sportarena. Und natürlich im Internet.

www.buergerbus-bassum.de

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