1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bassum

Geschichte Bassums lebendig erzählt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bodo Heuermann, Eike Sellmer und Claudia Kollschen gehen den Text durch.
Bodo Heuermann, Eike Sellmer und Claudia Kollschen gehen den Text durch. © Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Sage von den Fesenfeldern, die sich auf den Weg nach Nordwohlde gemacht haben, um mit Hilfe von Erbsen die dortige Kirche zu verschieben, darf im neuen Geschichtsbuch für Kinder von Eike Sellmer und Claudia Kollschen nicht fehlen.

„Die Geschichte ist einfach herrlich“, schmunzeln die Autorinnen. Und auch die Erzählung vom unterirdischen Gang, der durch den Papenhuser Sunder zum Kloster Heiligenberg führt, wird auf jeden Fall mit aufgenommen.

In wenigen Wochen sind beide Sagen nachzulesen in „Geschichte und Geschichten für Kinder und neugierig gebliebene Erwachsene“.

Seit gut einem Jahr arbeiten die beiden Autorinnen an dem Buch – tatkräftig unterstützt vom Heimatkenner Bodo Heuermann.

„Das Buch soll Geschichte vermitteln, über das heutige Bassum informieren und Geschichten und überlieferte Sagen erzählen – in kindgerechter Sprache“, sagt Sellmer.

Die Textfassung sei bereits fertig. Nun müssen noch Fotos und Zeichnungen gesichtet werden. Die Auswahl ist groß, etwa 70 bis 80 Fotos wollen die Autorinnen auswählen. Bassums Zeichner Lothar Liesmann steuert zudem einige Skizzen bei.

Als Quellen dienten bereits vorhandene Bücher über Bassum und zahlreiche Dokumente aus dem Stadtarchiv. An dieser Stelle senden die beiden ein großes Dankeschön in Richtung der Archivmitarbeiter. „Obwohl ich vorher noch nie dort war, bin ich mit offenen Armen empfangen worden. Alles wurde mir zur Verfügung gestellt. Das war sehr nett“, lobt Claudia Kollschen.

Es sei nicht einfach für sie gewesen, schließlich wohnt sie nicht in Bassum. Mehrere Monate habe sie mit der Recherche verbracht, bevor sie die ersten Zeilen tippte.

Claudia Kollschen lebt in Barmstedt und hat in ihrer Heimatstadt bereits mehrere stadtgeschichtliche Bücher veröffentlicht. „Aber ich habe vorher noch nie ein Kinderbuch geschrieben. Das ist etwas ganz anderes“, sagt sie. Doch sie habe Gefallen daran gefunden, plant dergleichen auch für Barmstedt.

„Claudia hat von Anfang an den richtigen Ton getroffen“, lobt Eike Sellmer ihre Mit-Autorin. Als Grundschullehrerin wisse sie, was Kinder spannend finden und was nicht.

„Ich hatte schon lange die Idee, ein Buch zu schreiben. Ich wollte das aber erst im Ruhestand tun“, sagt die 57-Jährige. Dann trat die Germanistin Kollschen in ihre Familie und Sellmer fand in ihr eine Unterstützerin.

Den letzten Anstoß gab ein Stadtrundgang mit Kindern und Gästen der Schule Mittelstraße. Die Ausarbeitung des Rundgangs sei zäh gewesen. „Es gibt sehr viele Schriften über Bassum, aber eben nichts, was Kinder begeistert“, so Sellmer. Außerdem seien einige Sachverhalte mittlerweile widerlegt. Zeit also, etwas Modernes auf den Markt zu bringen.

Leider machen sich die Sponsoren etwas rar, bedauert Sellmer. Sie beschloss, das Buch privat zu finanzieren. Wer noch eine kleine Finanzspritze beisteuern möchte, ist den Autoren willkommen.

In wenigen Wochen soll das Buch auf den Markt kommen. Auf 120 bis 130 Seiten wird die Geschichte im Allgemeinen und die Bassums im Besonderen lebendig.

Das Buch beginnt in der Ur- und Frühgeschichte der Steinzeit und endet im Jahr 2014 bei den aktuell Regierenden. Neben allgemeinen Beschreibungen gehen die Autoren auch auf die Besonderheiten Bassums ein, unter anderem auf die Funde aus den Hügelgräbern der Bronzezeit, die im Kreismuseum Syke zu bewundern sind. Weitere Kapitel widmen sich der Frage, wie Kinder in der Steinzeit gelebt haben. Sellmer und Kollschen berichten von den Germanen und den Sachsen, schildern das Leben im Mittelalter, gehen auf das Stift und die Freudenburg ein, berichten über den Flecken Bassum und über alte Gemäuer, unter anderem über das Warnamt.

„Eine Herausforderung war das Kapitel über die Geschichte der Juden in Bassum“, so Kollschen. Gefordert war eine sensible Wortwahl, ohne das Thema zu verharmlosen.

Während Sellmer auf die kindgerechte Lesbarkeit achtete, prüfte Bodo Heuermann die Stimmigkeit der geschichtlichen Details. Geplant ist, das Buch im Herbst auf den Markt zu bringen. „Auf jeden Fall rechtzeitig vor Weihnachten.“

Auch interessant

Kommentare