Abriss City-Markt in Kürze beschlossene Sache

Arkaden statt moderner Optik?

Der City-Markt soll abgerissen werden. Über die Neugestaltung der Fläche gibt es noch Diskussionsbedarf. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der City-Markt in Bassum ist bald Geschichte. Der Abriss ist längst beschlossene Sache. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt Bassum. Das bestätigt Bürgermeister Christian Porsch auf Anfrage der Kreiszeitung.

Was der neue Investor, die Firma Borchers & Aumann aus Vechta, auf der großen Fläche plant, steht zwar noch nicht genau fest. Seinem Wunsch, dort ausschließlich Wohnungen bauen zu dürfen, steht die Verwaltung allerdings skeptisch gegenüber.

„Wir haben uns zwei Jahre mit einem Einzelhandelsgutachten beschäftigt. Die Fläche gehört demnach zum zentralen Versorgungbereich. Dort nur Wohnen anzubieten, wäre kontraproduktiv“, führte Michael Meier vom Planungsbüro NWP aus Oldenburg am Donnerstagabend im Ausschuss für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt aus.

Das Büro ist von der Verwaltung mit einer städtebaulichen Voruntersuchung beauftragt worden. Ziel ist, städtebauliche Grundsätze aufzustellen, wie die Innenstadt in dem Bereich künftig aussehen soll. Dafür muss auch der Bebauungsplan geändert werden.

Die Vertreter des Planungsbüros haben sich Gedanken zur Optik des neuen Baukörpers gemacht. Er soll sich in die vorhandene Bebauung einfügen und trotzdem den Platzcharakter der Bremer Straße / Sulinger Straße unterstützen.

Getroffen werden Aussagen zur Traufhöhe und zu Raumkanten. Die Planer plädieren für Arkadengänge und regen zudem an, mit Höhen zu arbeiten. Im vorderen Bereich zur Bremer Straße und Sulinger Straße sollte die Bebauung nicht höher sein als zweigeschossig (6,50 bis 7,50 Meter). Im hinteren Bereich soll dreigeschossige Bauweise (9 bis 12 Meter) möglich sein.

Wohnen im Erdgeschoss möchten die Planer ausschließen. Sie setzen auf Dienstleitung, Verwaltung und Einzelhandel. „Damit hat der Investor Bauchschmerzen“, berichtete Meier. Das Bauunternehmen habe versucht, Einzelhandel anzusiedeln – bisher ohne Erfolg.

Auch mit den Vorschlägen zur Gestaltung könne sich der Investor nicht anfreunden. Er sei gegen Arkaden, sondern für eine moderne Formsprache, eventuell mit Beton und Metall.

Die Frage, die nun die Politik beantworten müsse, lautet: „Soll es sich um ein beliebiges Gebäude handeln, oder soll sich das Objekt in die Umgebung einfügen?“

Rainer Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, begrüßt eine Planung in dem Bereich. Er mahnte aber, den Investor nicht einzuengen, sondern einzubinden. Die vorgestellte Planung sei zu „restriktiv“. Außerdem fragte er nach den zugrundeliegenden Leitlinien. „Ich sehe an der Sulinger Straße ein Sammelsurium an Baustilen.“

Hermuth Straßburg, Fraktionschef des Bürgerblocks, äußerte sich ähnlich. „Für den Investor muss sich das Objekt rechnen.“ Ein großer Teil sei eben „Geschmacksache“, meinte Henning Meyer von der CDU. Auch Peter Faßbinder (Die Linke) geht die Planung zu weit. Lediglich Dorit Schlemermeyer (SPD) möchte zumindest versuchen, die Ideen umzusetzen. Sie verwies auf den Alten Amtshof. „So sieht es aus, wenn wir uns von einem Investor knebeln lassen.“

Ihre Parteikollegin Bärbel Ehrich machte den Vorschlag, einen Anfang zu machen und einen Aufstellungsbeschluss zu fassen. Die textlichen Festsetzungen könnten später getroffen werden.

Diesem Vorschlag stimmten alle zu.

Der Aufstellungsbeschluss ermöglicht es dem Investor, schneller ins Verfahren zu kommen – so könnten nach Abschluss im hinteren Bereich (Querstraße) Wohnungen entstehen, auch wenn noch nicht geklärt sei, was im vorderen Bereich geplant ist.

Lange war im Gespräch, den Standort als neues Rathaus zu nutzen. Darüber wurde am Donnerstag nicht gesprochen. Auch nicht, ob Borchers & Aumann mit dem Ehepaar Maas zusammen plant oder getrennt. Die Fläche neben dem City-Markt gehört Maas. Dort soll ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden.

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