Kantoreien aus Bassum und Nienburg

Anspruchsvolles Klangerlebnis in der Stiftskirche

Die fast 200 Akteure des Verdi-Requiems lieferten nicht nur ein optisch, sondern auch akustisch beeindruckendes Bild ab. - Foto: Ehlers

Bassum - Von Dagmar Voss. Die Stiftskirche platzte aus allen Nähten, als die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi am Samstagabend aufgeführt wurde. Die Kantoreien der Bassumer und der Nienburger Kirchen brachten das Verdi-Requiem in Zusammenarbeit mit dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsens (JPON) unter Leitung von Kreiskantorin Réka-Zsuzsánna Fülöp zu Gehör – in Nienburg am Sonntag unter Christian Scheels Leitung.

Bereichert wurde dieses musikalische Highlight von Patricia Andress (Sopran), Anna Bineta Diouf (Mezzosopran), Alec Otto (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass).

Zur Begrüßung hatte Walter Bellingrodt Passagen aus dem Paulusbrief an die Kolosser gewählt. Dessen Text inspirierte Verdi im 19, Jahrhundert zu einem Werk von überwältigender Eindringlichkeit und Direktheit des Ausdrucks. Zum Nachdenken darüber blieb jedoch nicht viel Zeit, denn schon stimmten die Instrumentalisten des JPON die ersten Akkorde an und zogen die Aufmerksamkeit der Zuhörer in ihren Bann.

Mit hörbarer Leidenschaft für die Musik spielten und sangen die Chöre, die vier Solisten und Ensembles dieses Werk des italienischen Meisters. Mit großem dramatischen Schwung, mit dem der Bogen geschlagen wird von den Schrecken des Jüngsten Gerichts im „Dies irae“ bis zur inbrünstigen Bitte um Errettung in „Libera me“, füllten die Musiker überzeugend das Kirchenschiff – manches Mal bebten gefühlt die tragenden Säulen.

Klang es zum Auftakt noch leise-sanft bei den ersten Strichen der Celli, so steigerte sich das Ganze zu einem bombastischen Klangerlebnis, zu einer tosenden Musikbrandung mit Pauken und Trompeten, mit stimmgewaltigen Kantoreien und exzellenten Solisten.

Junges Orchester begeistert ebenfalls

Das Werk mit seinen sieben Sätzen, also Requiem, Sequenz, Offertorio, Sanctus, Agnus Dei, Lux aeterna und Libera mi, hat sich bald nach seiner Uraufführung aus dem liturgischen Kontext gelöst. Diese Säkularisierung einer jahrhundertealten liturgischen Form hat ihren Grund nicht zuletzt im politischen Klima des italienischen Einigungsprozesses, an dessen Ende im Jahr 1874 die Uraufführung das Requiem stand, und in der kirchenkritischen Haltung des Komponisten. An der christlichen Grundhaltung des von einer tiefen Gläubigkeit erfüllten Werks änderte sich damit allerdings nichts.

Einen nicht unerheblichen Beitrag zum Geschehen leistete das Junge Philharmonische Orchester Niedersachsens. Junge, dynamische und sichtlich hoch motivierte Musiker, Liebhabermusiker, Musikstudenten und Profimusiker aus ganz Deutschland spielten mit einzigartiger Wucht. Außergewöhnlich zwischen Wagemut und Sicherheit, intonierten sie diese Musik aus der Ära der Romantik.

Die Musik bewegte das Publikum dazu, der Leistung der beteiligten Künstler langanhaltend stehend Applaus zu spenden.

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