Erich Feldermann und Birgit Rajes erstellen für die Stadt Bassum eine Datenbank

Alle Straßenschäden auf Knopfdruck abrufbar

Die Verbindung von Nordwohlde nach Bünte gehört mit zu den schlechtesten Straßen Bassums. Die Spurrillen sind für Erich Feldermann und Birgit Rajes auf den ersten Blick ersichtlich (für das ganze Bild klicken). - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Fit wie ein Turnschuh.“ Erich Feldermann muss selbst ein bisschen schmunzeln. „Doch doch. Das macht sich schon bemerkbar.“ In diesem Sommer war er für die Stadt Bassum mit dem Fahrrad unterwegs, um den Zustand der Straßen zu erfassen. Feldermann erstellt ein Straßenkataster. Unterstützt wird er dabei von Verwaltungsmitarbeiterin Birgit Rajes.

„Insgesamt habe ich seit März etwa 650 Kilometer zurückgelegt“, berichtet Feldermann. 15 Ortschaften hat er bereits erfasst. Nun fehlt noch der Innenbereich von Bassum. Der folgt im Frühjahr. „Momentan ist es mir zu kalt“, gesteht er. „Ich muss zu oft auf- und ab steigen. Dann hilft auch kein heißer Tee mehr.“

15 Ortschaften bereits erfasst

Feldermann kann bei der Begutachtung des Straßenzustandes auf seine langjährige Erfahrung zurückgreifen – bis zu seinem Ruhestand hat er sich um den Straßenausbau und die Instandsetzung der Bassumer Straßen gekümmert. Da lag es nahe, dass er das Kataster erstellt. Die Stadt richtete eine 400-Euro-Stelle ein.

Bassums Straßen- und Wegenetz umfasst 720 Kilometer. Davon sind 420 Kilometer befestigt. Um einen besseren Eindruck zu bekommen, fährt Feldermann die Strecken mit seinem E-Bike statt mit dem Auto ab. „Leider hält mein Akku nur etwa 50 Kilometer.“

Im Gepäck hat er nicht nur einen Kilometerzähler, sondern auch einen Stock, mit dem er die Tiefe der Spurrillen messen kann, sowie ein Erfassungsformular. Dieses hat er zusammen mit Birgit Rajes erstellt. Darin trägt Feldermann unter anderem Angaben zu Unebenheiten, Rissen, Oberflächenschäden und Flickstellen ein, aber auch Details zur Fahrbahnbreite und zur Bauweise. Die Einträge gibt Birgit Rajes später in den Computer ein – am Ende ermittelt das Programm einen Durchschnittswert zwischen eins und acht, wobei acht besonders schlecht ist.

Feldermann möchte dem Programm nicht vorgreifen, aber sein subjektiver Eindruck ist: „Der Straßenzustand ist gar nicht so schlecht. Ich würde mal eine 2,5 bis 3 schätzen.“

Gestern war er für dieses Jahr ein letztes Mal unterwegs – und zwar auf dem Weg 104 von Norwohlde nach Bünte über Stütelberg. „Diese Straße gehört definitiv mit zu den schlechtesten“, sagt Feldermann.

Die meisten der maroden Straßen seien etwa 50 Jahre alt. Die Haltbarkeit einer Asphaltstraße beträgt nach Aussage von Feldermann etwa 25 Jahre. Dann müsse nachgebessert werden.

Ziel des Katasters ist es, die Substanzerhaltung zu vereinfachen. Bisher haben die Ortsvorsteher der Verwaltung kaputte Straßen genannt, einmal im Jahr gab es zudem eine Bereisung. Das Kataster ermöglicht eine Zustandsbeschreibung plus farbige Karten auf Knopfdruck.

Ob überhaupt und wenn ja, welche der Straßen ausgebaut wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem von der Bedeutung, sprich Frequenz, vor allem aber vom Geld. Gängige Praxis bisher war: Ein Ausbau erfolgt erst dann, wenn Zuschüsse fließen.

Geplant ist, das Kataster alle fünf Jahre zu überarbeiten.

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