Wintershall will trotz Ölpreisverfall an aktuellen Projekten festhalten

„Wir denken langfristig!“

Stießen auf das Jahr 2016 an (v.l.): Wintershall-Leiter Dr. Andreas Scheck mit Landrat Cord Bockhop sowie Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und dessen Rehdener Amtskollege Hartmut Bloch.
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Stießen auf das Jahr 2016 an (v.l.): Wintershall-Leiter Dr. Andreas Scheck mit Landrat Cord Bockhop sowie Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und dessen Rehdener Amtskollege Hartmut Bloch.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Der Ölpreis ist im Keller. Das ist gut für die Verbraucher, aber schlecht für die Produzenten. Auch die Wintershall bekommt den starken Preisverfall zu spüren. Daraus macht Dr. Andreas Scheck keinen Hehl, als er gestern Mittag beim Neujahrsempfang am Unternehmensstandort in Barnstorf vor die Gästeschar tritt. Doch der Leiter von Wintershall Deutschland gibt sich kämpferisch: „Projekte, die wir angefangen haben, führen wir auch zu Ende. Wir denken langfristig!“

Der international tätige Erdöl- und Erdgasproduzent hatte etwa 60 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und öffentlichem Leben eingeladen, um in lockerer Runde auf das neue Jahr anzustoßen und über die Aktivitäten des Unternehmens zu informieren. Die heimischen Gemeindevertreter um Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers nahmen durchaus erfreut zur Kenntnis, was sich bisher im Raum Barnstorf getan hat – und noch tun wird.

„Unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen haben wir im vergangenen Jahr einiges erreicht. Wir haben konsequent weiter investiert, auch hier in Barnstorf“, betonte Scheck. Am hiesigen Standort würden bis Ende 2016 insgesamt 20 Millionen Euro investiert. In einem Zeitraum von nur drei Jahren. „Das ist ein starkes Bekenntnis zur Region und eine wichtige Grundlage, damit die traditionelle Erdölförderung weiterhin Erfolg hat“, sagte der Unternehmensvertreter.

Wesentlicher Bestandteil des Investitionspaketes ist der Ausbau der Infrastruktur in Barnstorf. Das neue Gas- und Brandschutzzentrum konnte bereits im vergangenen Jahr eingeweiht werden. Der Neubau der Erdölleitung vom Feld Düste zum Betriebsgelände an der Rechterner Straße ist weit voran geschritten. „Dieses Projekt werden wir im Frühjahr abschließen“, kündigte Scheck an.

Mit Blick auf die Erdölaufbereitung und -lagerung wartet noch Arbeit. Nachdem bereits im vergangenen Jahr zwei weitere Stahltanks auf dem Werksgelände errichtet wurden, will das Unternehmen jetzt mit dem Bau eines zweiten Rohöltanks beginnen. Dieser soll im Herbst in Betrieb gehen. Damit sei die Modernisierung der Eröldaufbereitung am Standort abgeschlossen, so Scheck.

Zuversicht herrscht mit Blick auf das Erdölfeld Bockstedt. Die seismischen Messungen sind inzwischen ausgewertet, die Ergebnisse positiv: „Die Daten bestätigen unsere Annahme. Es gibt weitere Erdölvorkommen in Bockstedt“, berichtete Scheck. Ziel sei es, die Förderung in diesem Gebiet langfristig weiter zu entwickeln. Hier müsse geprüft werden, welche Neubohrungen unter den gegebenen Bedingungen in nächster Zeit wirtschaftlich umsetzbar seien.

Die Suche nach Öl und Gas betreibt Wintershall nicht nur im Raum Barnstorf. Auch an anderen Orten gibt es Aktivitäten tief unter der Erdoberfläche. So will das Unternehmen einen Fördertest im Landkreis Nienburg starten und auch die Erdölförderung am Standort Emlichheim an der Grenze zu den Niederlanden weiter entwickeln. Außerdem sind neue Bohrungen geplant, um die Ölförderung in Süddeutschland auszubauen.

Was die Erdgasbohrung „Düste Z10“ in Barnstorf betrifft, wo mit Hilfe der Fracking-Technologie bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden könnten, sind Wintershall nach wie vor die Hände gebunden. Dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht habe, wertete Scheck als positives Signal. Dieses könne helfen, die konventionelle Erdgasförderung in Deutschland wieder zu stärken. Doch Bundestag und Bundesrat müssten nun möglichst schnell entscheiden, so Scheck weiter: „Wir brauchen endlich klare gesetzliche Rahmenbedingungen, damit die heimische Förderung wieder an Fahrt gewinnt.“

Neue Technologien sind wichtig für die heimische Förderung, aber auch für die Arbeit weltweit. International sind Weichen gestellt. Durch den Anteilstausch mit der russischen Gazprom habe Wintershall die Grundlage geschaffen, die Produktion in Russland deutlich auszubauen, erläuterte Scheck. Im Gegenzug ziehe sich das Unternehmen beim Erdgasspeicher Rehden zurück. Die Mitarbeiter seien bereits zu Astora gewechselt. Noch bis Ende 2016 werde Wintershall die Betriebsführung haben. Dann stehe der Speicher unter neuer Flagge.

„Wintershall Deutschland konzentriert sich auf die Arbeit an der Quelle“, unterstrich Scheck. Die Suche und Förderung von Öl und Gas solle voran getrieben werden. Der aktuelle Ölpreis stelle hierbei eine Herausforderung dar und erfordere Anpassungen. So könne das Unternehmen nicht im bisherigen Tempo in neue Explorations- und Investitionsprojekte investieren, räumte Scheck ein. Er zeigte sich jedoch überzeugt, „dass Wintershall Deutschland diese Herausforderung als Team meistern kann.“

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