Steigendes Briefwahl-Aufkommen in der Samtgemeinde Barnstorf

Viele Bürger haben schon ihr Kreuz gemacht

+
In der Samtgemeinde Barnstorf ist die Anzahl an Briefwählern gestiegen.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Runter vom Gaspedal, rein ins Wahllokal: Wer in diesen Tagen auf den Straßen in Barnstorf und Umgebung unterwegs ist, macht unweigerlich Bekanntschaft mit zahlreichen Kandidaten für die Kommunalwahl am 11. September.

Mit Plakaten werben Kandidaten, Parteien und Wählergemeinschaften für den Einzug in den Rat der Samtgemeinde. - Fotos: Speckmann

An Laternenmasten hängen die Plakate mit vertrauenserweckenden Slogans und dem Konterfei von ortsbekannten Politikern, die mit einem Lächeln um die Gunst der Wähler buhlen. Mittendrin befinden sich auch neue Gesichter, die in den kommenden fünf Jahren ebenfalls gerne mitberaten und mitentscheiden möchten, wenn es um die Zukunft ihrer Gemeinde geht.

Mit Plakaten werben Kandidaten, Parteien und Wählergemeinschaften für den Einzug in den Rat der Samtgemeinde. - Fotos: Speckmann

Wie heißt es so schön: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Allein für den Rat der Samtgemeinde Barnstorf kandidieren 70 Männer und Frauen. In den vier Mitgliedsgemeinden tummeln sich insgesamt 96 Bewerber auf verschiedenen Listen. Der Jüngste, Dominik Heuer aus Drebber, ist 23 Jahre. Der Älteste, Theo Amelung aus Drentwede, zählt 74 Lenze. Doch egal, ob man nach Barnstorf, Drebber, Eydelstedt oder Drentwede schaut. In allen Orten haben die Kandidaten eine Sache gemeinsam: Sie wollen drei Stimmen, möglichst für die eigene Person, alternativ für ihre Partei oder Wählergemeinschaft.

Mit Plakaten werben Kandidaten, Parteien und Wählergemeinschaften für den Einzug in den Rat der Samtgemeinde. - Fotos: Speckmann

Wer am kommenden Sonntag den Sprung ins Kommunalparlament schafft, entscheiden ganz demokratisch die Bürger. Insgesamt 10.002 Wahlberechtigte, darunter 615 Erstwähler ab 16 Jahren, gibt es in der Samtgemeinde Barnstorf. Ein nicht unerheblicher Teil von ihnen hat seine Kreuzchen schon gemacht. „Wir haben bislang mehr als 500 Einwohner, die ihre Stimme per Briefwahl abgegeben haben“, berichtet Friedhelm Helmerking, der sich im Rathaus um die Vorbereitung der Wahl kümmert.

Mit Plakaten werben Kandidaten, Parteien und Wählergemeinschaften für den Einzug in den Rat der Samtgemeinde. - Fotos: Speckmann

Die Zahl der Briefwähler nehme steig zu, weiß der Sachbearbeiter aus Erfahrung. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren hätten etwa 750 Bürger die entsprechenden Unterlagen bei der Verwaltung angefordert. Diesmal seien es rund 900 Anfragen. Das sind fast neun Prozent der Wahlberechtigten. Die Briefe trudeln schon seit Tagen im Rathaus ein. Die Umschläge bleiben aber bis Sonntagabend verschlossen. Alles Geheimsache. So will es das Gesetz!

Ob die Bürger nun per Briefwahl ihr Votum abgeben oder sich persönlich auf den Weg zur Wahlurne machen, spielt unterm Strich keine entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass die Menschen überhaupt von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Bei der letzten Kommunalwahl hat die Beteiligung 55 Prozent betragen. Parteien und Wählergemeinschaften ermutigen die Bürger jetzt wieder dazu, ihr Stimmrecht zu netzen.

Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers, zugleich Wahlleiter bei der Kommunalwahl, schließt sich dem Appell an: „Wahlen sind ein Wesensmerkmal der Demokratie. In vielen Ländern wären Menschen froh, wenn sie ein uneingeschränktes Wahlrecht hätten. Darum sollten am kommenden Sonntag die Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und ihre Stimmen für die Wahl der Gemeinderäte, des Samtgemeinderates und des Kreistages abgeben. Eine kritische Beurteilung der Arbeit dieser Gremien steht meines Erachtens nur dem zu, der auch wählt“, meint der Samtgemeindebürgermeister.

Mit ihrem Votum bestimmen die Bürger, wer in den kommenden fünf Jahren die Richtung in der Politik vorgibt. Im Jahr 2011 konnten CDU und SPD jeweils neun Sitze im Samtgemeinderat erzielen. Es folgten FDP und Grüne mit jeweils drei Sitzen sowie die Wählergemeinschaften „Bürger im Fokus“ (BiF) und „Aktive Bürger vor Ort“ (ABO) mit jeweils zwei Sitzen.

Die Abkürzungen „BiF“ und „ABO“ werden die Bürger in diesem Jahr vergeblich auf dem Wahlzettel suchen. Ihre Vertreter haben sich, wie berichtet, zur Wählergemeinschaft Samtgemeinde Barnstorf (WSB) zusammen geschlossen. In den Mitgliedsgemeinden formieren sich ebenfalls etliche Kandidaten zu Wählergemeinschaften, um parteiübergreifend zusammen zu arbeiten.

Beispiel Eydelstedt: Dort hat Bürgermeister Friedrich Bokelmann in den vergangenen Monaten für die Aufstellung einer einzigen Liste geworben. Geglückt ist dieses Vorhaben nicht ganz, denn neben „seiner“ Wählergemeinschaft haben SPD und Grüne jeweils eine Liste mit einem einzigen Kandidaten aufgestellt. Eine Konstellation, die Auswirkungen auf die Zahl der Mandate haben könnte. Hintergrund: Wenn die Person beziehungsweise Liste einer Partei so viele Stimmen bekäme, dass sie einen Anspruch auf zwei Sitze hätte, diese aber aus Mangel an weiteren Kandidaten nicht bedienen kann, würde sich der Gemeinderat von elf auf zehn Mitglieder verkleinern.

So viel zur Theorie, Fakt ist eine andere Sache: Wer einen Blick auf die Vornamen der einzelnen Wahlvorschläge wirft, wird schnell feststellen, dass das weibliche Geschlecht in der Minderheit ist. Für den Samtgemeinderat kandidieren 51 Männer. Ihnen stehen 19 Frauen gegenüber. Eine große Überraschung ist das nicht, wie die Zusammensetzung des aktuellen Rates zeigt: Nur 5 von 29 Mandatsträgern sind Frauen. In den Mitgliedsgemeinden ist die Geschlechterverteilung ähnlich, in Eydelstedt ist Politik sogar reine Männersache. Man(n) darf gespannt sein, wie sich diese Quote nach der Stimmenauszählungen am Wahlabend darstellt.

Bis das Ergebnis feststeht, gibt es für Verwaltungsmitarbeiter und Wahlvorstände noch viel zu tun. Etwa 140 Helfer werden am Sonntag im Einsatz sein, berichtet Sachbearbeiter Helmerking, der sich schon im Vorfeld für die tatkräftige Unterstützung bedankt. Die Helfer sind überwiegend in den 18 Wahllokalen tätig, aber auch im Rathaus, wo die Ergebnisse gebündelt und dann an das Diepholzer Kreishaus weitergeleitet werden.

Wer sich einen aktuellen Überblick verschaffen möchte, kann ab 18 Uhr in den Barnstorfer Ratssaal kommen. Dort werden die Zahlen auf Leinwand präsentiert. Außerdem ist eine Abfrage per Internet möglich.

www.barnstorf.de

Mehr zum Thema:

Trio „Holmes & Watson“ spielt in Rotenburg“

Trio „Holmes & Watson“ spielt in Rotenburg“

40 Jahre Kita Neissestraße in Verden

40 Jahre Kita Neissestraße in Verden

Bilder aus Paris: Schüsse in Supermarkt - Täter verschanzt sich

Bilder aus Paris: Schüsse in Supermarkt - Täter verschanzt sich

4. Trecker Treck auf dem Möhrchen-Hof

4. Trecker Treck auf dem Möhrchen-Hof

Meistgelesene Artikel

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Mordfall in sechs Stunden gelöst

Mordfall in sechs Stunden gelöst

„Der Herbst ist da“ in kurzen Hosen

„Der Herbst ist da“ in kurzen Hosen

Kommentare