Festakt zum 125-jährigen Bestehen des MTV „Jahn“ Barnstorf

Thiemann: „Sport ist eine gesellschaftliche Aufgabe“

Mehrere Schautafeln im Festzelt weckten Erinnerungen. Ingrid Müller (r.) und Christa Kenneweg stießen auf bekannte Gesichter.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Bei den Olympischen Spiele 2016 gab es 17 Mal Gold für Deutschland. Nun ging Edelmetall nach Barnstorf. Vielleicht nicht ganz so wertvoll wie die Medaillen in Rio de Janeiro, dafür aber umso größer war die Albert-Lepa-Plakette, die Vorsitzender Heiner Thiemann für das 125-jährige Bestehen des MTV „Jahn“ Barnstorf entgegen nahm.

Neben der seltenen Auszeichnung des Landessportbundes Niedersachsen freuten sich die Vereinsvertreter am Sonnabendmittag über weitere Präsente und Glückwünsche zum Jubiläum.

Etwa 150 Gäste, darunter viele Mitglieder des MTV sowie geladene Vertreter von Gemeinde, Wirtschaft und Sportvereinen aus der Samtgemeinde Barnstorf, waren zum offiziellen Festakt im Zelt an der Vereinssporthalle erschienen. Vorsitzender Thiemann, der sich bei Jahreshauptversammlungen gerne kurz fasst, holte zur Feier des Tages etwas weiter aus. Er weckte mit seinem Streifzug durch die Geschichte viele Erinnerungen bei den älteren Semestern.

Der MTV habe zwei Weltkriege überlebt und Barnstorfer Geschichte geschrieben, stellte der Vorsitzende rückblickend fest. Er erinnerte an die Gründungsversammlung am 13. Juni 1891 in der Wirtschaft Niehaus, zeigte wesentliche Stationen des Vereinsleben auf und hob nicht zuletzt die Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft hervor. Anerkennende Worte gab es für den Flecken Barnstorf, der mit dem Bau der Vereinssporthalle im Jahr 2012 einen wichtigen Beitrag zur Förderung des sportlichen Angebotes leistete.

„Ich möchte den Sport als eine gesellschaftliche Aufgabe verstanden wissen“, betonte Thiemann. Die Angebote seien wichtig für Senioren, sozusagen als „Reparaturwerkstatt für Bewegungsarmut“, sowie für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Der Sport fördere die persönliche Entwicklung, erweitere die sozialen Kompetenzen und habe zudem eine große Integrationskraft. Mit Blick auf die Flüchtlingsarbeit sei der Sport ein Eingangstor für die Gesellschaft, erläuterte Thiemann. „Sport braucht keine Sprache.“

In seiner erfrischenden Ansprache verriet Thiemann, wie er selbst eine enge Beziehung zum MTV aufgebaut hat. Inzwischen steht er seit zwölf Jahren an der Spitze des aktuell 1 050 Mitglieder zählenden Vereins. Auch Bürgermeisterin Elke Oelmann nutzte ihr Grußwort, um ihre persönliche Verbindung zum Verein zu schildern. Mit Blick auf die 125-jährige Geschichte stellte die Gemeindevertreterin anerkennend fest, dass es dem Verein gelungen sei, „fünf Generationen Barnstorfer für den Sport zu begeistern“. Er habe es immer wieder geschafft, sich neu aufzustellen. Wie es gelinge, junge Menschen und Trainer zu begeistern, zeige die Vielzahl der Sparten und Sportler.

Der Vorsitzende des Kreissportbundes, Peter Schnabel, zollte Respekt denjenigen, die den Verein über Jahrzehnte am Leben gehalten hätten. Es sei heutzutage wichtig, ein zeitgemäßes Angebot zu unterbreiten und sich den gesellschaftlichen Anforderungen zu stellen. Durch die Neuen Medien gebe es immer mehr Stubenhocker. Diese müssten aus der stillen Ecke herausgeholt und für den Sport begeistert werden. Ebenso wichtig sei es, ältere Menschen zu interessieren und niederschwellige Angebote zu unterbreiten.

Was die Plakette des Landessportbundes Niedersachsen betraf, stand Brigitte Nobis-Meyer ihrem Vorredner in Nichts nach. Die Vorsitzende des Turnkreises Diepholz überreichte das Walter-Kolb-Schild, verbunden mit den Grüßen des Niedersächsischen Turner-Bundes, und ermutigte die Übungsleiter dazu, ihr Engagement fortzusetzen. „Es ist wichtig, dass wir die Kinder zum Turnen bewegen.“

Nach dem offiziellen Teil spendierte der Verein eine vegetarische Suppe. Das Mittagessen bot Gelegenheit zum Austausch über alte Zeiten. Zusätzliche Erinnerungen weckten die Schautafeln der Abteilungen. Hier fanden sich Ehemalige und Aktive wieder. Christa Kenneweg fesselte eine Aufnahme von der goldenen Hochzeit des Ehepaares Lotte und Heinrich Rohlfs, das sich um die Turnabteilung verdient gemacht hatte. „Da haben wir mit geschmückten Keulen Spalier vor der Kirche gestanden“, erzählte Kenneweg.

Die Gegenwart des Vereins rückte dann am Sonnabendnachmittag in den Mittelpunkt. „Kommt und schaut, was der MTV zu bieten hat!“, lautete der Appell von Geschäftsführer Wolfgang Reimann an die Gäste. In den beiden Sporthallen an der Walsener Straße boten die Aktiven ein Nonstop-Programm. Auf das Jubiläum stießen etwa 200 Mitglieder und Gäste dann bei der abendlichen Party an.

125 Jahre MTV „Jahn“ Barnstorf

Mehr zum Thema:

Im Herbst mit dem Hausboot durch Ostdeutschland

Im Herbst mit dem Hausboot durch Ostdeutschland

220 Kinder entdecken den Wald

220 Kinder entdecken den Wald

Raketenstart in Rotenburg

Raketenstart in Rotenburg

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Meistgelesene Artikel

Zusammenstoß in Wagenfeld

Zusammenstoß in Wagenfeld

Moordeicher Bauernmarkt bei Hochsommerwetter lockt nicht nur mit Deftigem

Moordeicher Bauernmarkt bei Hochsommerwetter lockt nicht nur mit Deftigem

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Mordfall in sechs Stunden gelöst

Mordfall in sechs Stunden gelöst

Kommentare