Weidepumpe neues Ausstellungsstück

Ein Stück Windkraft-Historie mit Barnstorfer Wurzeln

Stolz wurde die neue Weidepumpe auf dem Gelände des Meyer-Köster-Hauses präsentiert. Jürgen Rattay (1. Vorsitzender des Heimatvereins), Cord Kütemeyer (errichtete die Weidepumpe) und Markus von der Assen (Geschäftsführer bei Lubing) freuten sich über die Kooperation. - Foto: Spahr

Barnstorf - Weidepumpen sieht man heute nur noch selten auf deutschen Feldern. Vor gut 50 Jahren sah dies aber noch ganz anders aus. Vor allem in der hiesigen Region, im Moor, waren windbetriebene Weidepumpen sehr verbreitet.

Wohl auch deshalb ist der Barnstorfer Heimatverein jetzt hocherfreut, eines dieser historischen Relikte auf seinem Gelände beim Meyer-Köster-Haus in Barnstorf ausstellen zu können. Die Firma Lubing aus Barnstorf spendete die fast fünf Meter hohe Windkraftanlage.

Geschäftsführer Markus von der Assen erklärte bei der offiziellen Übergabe am vergangenen Sonntag auch warum: Die Firma Lubing war in der 30er und 40er Jahren mit den Weidepumpen noch groß im Geschäft. Als nun die Anfrage vom Heimatvereins kam, ob man nicht gemeinsam eine Weidepumpe auf dem Gelände aufstellen könnte, war von der Assen gleich überzeugt. „Wir haben uns entschlossen, dass es sehr sinnvoll ist, die Historie der Windkraft zu wahren. Der Heimatverein vor Ort ist aus meiner Sicht sehr unterstützenswert.“ Bei einer Führung über das Gelände des Heimatvereins durch den 1. Vorsitzenden Jürgen Rattay, war der Vertreter der Barnstorfer Maschinenfabrik sehr überrascht, mit welcher Akribie und welchem Einsatz die Heimatfreunde am Werke waren.

Pumpe funktioniert komplett mechanisch und braucht keinen Strom

Die Weidepumpe passe dabei sehr gut auf das durch öffentliche Hand geförderte Gelände des Vereins. Von der Idee bis zur Umsetzung, also der Errichtung der Weidepumpe, vergingen nur drei Monate. „Das ist für den Heimatverein ungewöhnlich schnell“, lacht Jürgen Rattay. Die Aufstellung der Moorbahn des Heimatvereins hätte immerhin ganze zehn Jahre Planungszeit benötigt.

Zum Sektempfang gab es auch gleich noch eine Geschichtsstunde der anwesenden Hobbyhistoriker. Weidepumpen wurden damals eingesetzt, um die Wassertröge des Rindviehs auf der Weide aufzufüllen oder Teiche zu befüllen. Hierzu treibt der Wind die Rotorblätter der Pumpe an, die dann das Wasser auf einem Brunnen hochpumpt. „Übrigens eigentlich auch sehr spannend im Zeitalter der regenerativen Energiegewinnung“, ergänzt von der Assen. Die Pumpe funktioniert komplett mechanisch und braucht keinen Strom und nur geringe Wartung. Daher wurde sie damals auch gerne im Moor eingesetzt.

Weidepumpe für etwa 850 Euro zu erwerben

Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Heute vertreibt die Firma Lubing kaum mehr Weidepumpen. Das letzte Modell, welches auch auf dem Gelände des Heimatvereins aufgestellt wurde, ist auch schon 30 bis 40 Jahre alt. Das rentiere sich nicht mehr, hier viel Innovationskraft einzusetzen, so Cord Kütemeyer. Er war der Fachmann vor Ort und errichtete die Weidepumpe auf dem Gelände. Der gelernte Blechbearbeiter der Firma Lubing hatte bereits schon vorher mit dem Heimatverein zu tun und opferte nun gerne eine halbe Stunde seiner Zeit für die Errichtung der Pumpe.

Damals wurde die Weidepumpe vom Elektrotechniker Otto Lamping entwickelt. Ludwig Bening griff das Projekt auf und vermarktete es. Seine Firma war die Lubing GmbH in Barnstorf. Heute kann man das historische Mechanikwunder für etwa 850 Euro bei der Firma erwerben.

Wer sich die Pumpe jedoch nur einmal anschauen möchte, kann dies sehr einfach an den kommenden Sonntagen, 18. und 25. September, machen. Dort wird nämlich, wie auch schon am vergangenen Sonntag, die neue Ausstellung des Heimatvereins im Meyer-Köster-Haus gezeigt: „Oma öffnet ihren Wäscheschrank“.

Auch nach der Besichtigung der Ausstellung zog es am Sonntag viele Besucher schon auf die große Wiese neben dem Haus. Dort bewunderten sie neben den antiken Gebäuden auch die neu errichtete Weidepumpe. 

ls

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