Wechselhafte Bedingungen beim Familienangeln

Seelsorger bringt die Sonne

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Beim Familienangeln des Sportfischereivereins Flecken Cornau warfen Jung und Alt ihre Routen aus. Mit dem Angel-Gen infiziert sind Karl-Heinz Merker und seine beiden Enkelkinder Samuel und Sarah Schlichtegroll.

Cornau - Von Reinhold Dufner. Das aktuelle Wetter weckt die Lust auf Freizeitvergnügen im Freien. So wie sich der Sommer in dieser Woche präsentiert, hätten sich die Mitglieder des Sportfischereivereins Flecken Cornau auch die Rahmenbedingungen für ihre jüngste Aktion gewünscht. Doch es kam anders: Blitz, Donner, Starkregen und Sturm. So etwas hatte es beim Familienangeln noch nicht gegeben.

Aus Sicherheitsgründen musste der Fischfang an den Cornauer Teichen am Sonntagnachmittag zeitweilig sogar eingestellt werden. Als dann Pastor Rainer Hoffmann zur großen Angler-Familie stieß, hatte sich Petrus (erst einmal) beruhigt. Plötzlich lachte die Sonne, als wäre nichts geschehen. Klar, wem das zu verdanken war: „Seit ich hier bin, scheint die Sonne,“ strahlte der Geistliche aus Drebber und versuchte sich sogleich am Zielweitwurf, einer Disziplin des Angelsports, auch Casting genannt, die bei dem Familienangeln den Frauen und den Kindern vorbehalten war. Für den Pastor wurde eine Ausnahme gemacht.

An der eleganten Ausführung, für die es höchste Haltungsnoten gegeben hätte, war nichts auszusetzen. Das Ergebnis indes war niederschmetternd. Null Treffer. „Du hast mir zu viel Schnur gegeben. Hast wohl eine Bremse eingebaut“, hatte Hoffmann in Person des Vereinsvorsitzenden Friedrich Iven auch gleich einen Schuldigen für das schlechte Abschneiden gefunden. Eigentlich hätte es für den Seelsorger besser laufen können, ja müssen, zumal sein früherer Nachbar Weltmeister im Casting war. Ein wenig Trost sprach er sich dann selbst mit der Binsenweisheit zu: „Schuster, bleib bei deinem Leisten.“

Heiteres Vergnügen auf dem Teich-Gelände: Beim Zielweitwurf konnten Frauen und Kinder Punkte sammeln.

Besser als der Pastor machten es da schon Janet Iven, die tags zuvor beim Gästeschießen auf dem Fliegerhorst für den „Trümmer Trupp“ des Schützenvereins Cornau den sechsten Platz belegt hatte und nun beim Zielweitwurf drei Mal ins Zentrum traf – volle 30 Punkte. Christa Hohlt wurde mit 23 Punkten Zweite. Beim Stechen verwies Sabrina Schilling Devin Brock – beide hatten 21 Punkte – auf den vierten Platz. Der Wettbewerb wurde mit gut 40 Teilnehmern gut angenommen. Auch die Beteiligung am Angeln konnte sich sehen lassen. Trotz des unbeständigen Wetters versuchten 30 Familien ihr Glück. Die Fische waren an diesem Tag ausgesprochen beißfreudig. Die ersten Preise in Form von geräucherten Forellen gingen an Manfred Wilke, Cord Niedermeyer und Samuel von Schlichtegroll, den amtierenden Jugendanglerkönig des Sportfischereivereins Flecken Cornau.

Zur Veranstaltung an den idyllisch gelegenen Fischteichen hatte Friedrich Iven neben der Jugendmajestät auch Karl-Heinz Merker willkommen geheißen. Der amtierende Anglerkönig, der schon dreimal den Titel geholt hat und sich deshalb „Edelmann“ nennen darf, ließ ein 50-Liter-Fass Bier für seine Untertanen auflegen. Ältester Teilnehmer war der 88-jährige Siegfried Heinze.

Einen Dank richtete Iven an alle Helfer, allen voran die Frauen, die sich wieder um ein reichhaltiges Kuchenbüfett gekümmert hatten, und an Christian Mordhorst, der für Bratwurst und Co. sorgte. Aber auch dem Vorsitzenden selbst wurde Anerkennung zuteil. Er machte große Augen, als Heino Märtens aus Barnstorf beim Familienangeln aufkreuzte. Der Vorsitzende des Bezirks 10 (Weser-Ems-Süd) im Landessportfischerverband Niedersachsen löste sein beim Jubiläumsfest gegebenes Versprechen ein, die seinerzeit noch nicht vorliegenden Urkunden und Ehrenzeichen „bei passender Gelegenheit“ zu überbringen. Und das war nun der Fall.

Iven bekam für 38-jährige Vorstandsarbeit das Ehrenabzeichen in Gold des Landessportfischerverbandes Niedersachsen und des Bezirks 10. Außerdem wurde der Cornauer für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt und nahm auch noch die Medaille des Deutschen Angelfischerverbandes zur „goldenen Hochzeit“ des Vereins entgegen, die in der „Hütte“ einen Ehrenplatz bekommen wird. Nicht genug: Märtens hatte auch noch „einen kleinen Umschlag mit etwas Inhalt für die Jugendarbeit“ mitgebracht.

Das war eine schöne Überraschung für die Petrijünger in Cornau, deren Angelsaison sich nun langsam ihrem Ende zuneigt. Es stehen noch drei Termine an. Bereits am heutigen Freitag steigt an den Teichen eine Helferfete für alle Leute, die zum Gelingen der 50-Jahr-Feier am 10. Juni beigetragen hatten.

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