App als Schüler-Projekt: Neuntklässler beleuchten Hunteflecken auf ihre Weise

Mit dem virtuellen Reiseführer durch Barnstorf

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Einen Reiseführer im Wiki-Stil für die Samtgemeinde stellten Schülerinnen und Schüler der Christian-Hülsmeyer-Schule gestern im Barnstorfer Rathaus vor.

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Das Heimathaus Drebber, die St. Veit-Kirche in Barnstorf, das Meyer-Köster-Haus – diejenigen, die sich ein wenig für ihre Heimat interessieren, dürften solche Orte kennen, vielleicht regelmäßig besuchen, vielleicht sogar um ihre Geschichte wissen. Eine Klasse der Christian-Hülsmeyer-Schule hat bedeutende Orte in der Samtgemeinde Barnstorf jetzt einmal auf eine neue Art und Weise beleuchtet und beschrieben: Die Ergebnisse sind im Internet zu lesen und über eine App.

Gestern hatte die „G9“ mit ihrer Klassenlehrerin Dorit Schierholz einen Ortstermin im Rathaus. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und die Spitzen der Verwaltung ließen sich von den jungen „Heimatforschern“ erklären, was sie erarbeitet hatten.

Alles begann mit einer Anfrage. Das privat betriebene Online-Portal Veikkos-Archiv, ein virtueller Geschichtsatlas im Wiki-Stil, fragte in der Schule an, ob es Interessierte gebe, die das Projekt in dieser Region weiter voranzutreiben wollen.

Man wollte und ging an die Arbeit. Die 16 Schülerinnen und Schüler nahmen sich 16 verschiedene bedeutende Orte in der Samtgemeinde, beziehungsweise der nächsten Umgebung vor: das Gut Adelhorn, den Barnstorfer Bahnhof, den jüdischen Friedhof Barnstorf, das Dorfmuseum Ridderade, die Drentweder Bahnhofstraße, das Heimathaus Drebber, das Meyer-Köster-Haus, die Jacobikirche Drebber, die katholische Kirche, das Kriegerdenkmale, die Marienkirche Drebber, die St. Veit-Kirche, die Stolpersteine, die Walsener Teiche, das Welthaus und die Wintershall.

Jonas Kröger aus Drebber zum Beispiel beschäftigte sich mit dem Heimathaus in seinem Heimatort. Er recherchierte, führte Gespräche mit Vertretern des Heimatvereins, suchte in der Gemeindechronik.

So entstanden nach und nach 16 Aufsätze. „Zuerst waren die Texte ziemlich lang“, erinnerte sich Lehrerin Doris Schierholz. Die nächste Aufgabe hieß also Kürzen, den Kern herausarbeiten, bevor die Texte schließlich auf dem Portal veröffentlicht wurden.

„Herausgekommen ist ein Mini-Fremdenführer“, berichtete Schierholz, „mit wenigen Mitteln, aber für jeden, der sich dafür interessiert“. Die Arbeit zeige, dass die Schülerinnen und Schüler hier „verortet“ seien, sich für den heimischen Raum engagieren.

Zu finden sind die Beiträge jetzt über eine interaktive Landkarte unter www.veikkos-archiv.com. Wer dort nach Barnstorf navigiert, stößt auf die kleinen Symbole, die Texte öffnen sich jeweils beim Anklicken.

In Drebber erfährt der Leser beispielsweise: „Das Heimathaus in Drebber ist ein Speicher, der im Jahr 1883 erbaut wurde. Ursprünglich stand der Speicher in Stocksdorf und wurde im Jahr 2001 vom Heimatverein in Drebber neu aufgebaut.“

Jonas Kröger ergänzt, dass sich auch die Geokoordinaten der Orte hinterlegt, sodass man mit der kostenlos angebotenen App als Reiseführer auch zu den Punkten navigieren könne.

Für die Schüler ist das Projekt jetzt erstmal abgeschlossen, der Reiseführer noch nicht. „Da ist immer noch was zu tun“, sagte Jonas Kröger. So gibt es beispielsweise noch Punkte wie die Kapelle in Drentwede, die noch nicht aufgenommen sind. Das können die Schüler machen, aber auch jeder andere Interessierte kann – wie eben nach Wikipedia-Vorbild – an dem Reiseführer weiterschreiben.

„Das ist eine ganz fantastische Leistung“, freute sich Jürgen Lübbers. Er hoffe, dass sich weitere Bürger aus der Samtgemeinde an dem Projekt beteiligen.

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