Heimatverein präsentiert neue Ausstellung

Schmuckstücke aus dem Wäscheschrank

Eine Gruppe der Christian-Hülsmeyer-Schule bei Recherchen für den Unterricht. Ina Ciglasch stand Rede und Antwort.

Barnstorf - Von Luka Spahr. Die neue Wäsche-Ausstellung des Heimatvereins Samtgemeinde Barnstorf weckt das Interesse von Jung und Alt. Besonderer Hingucker ist ein selbst gefertigtes Taufkleid aus dem Jahr 1951, das nicht nur die Blicke der älteren Semester auf sich zieht. Da fragt auch eine Schülergruppe der Christian-Hülsmeyer-Schule noch einmal genau nach: „Aus welchem Stoff ist das gefertigt?“

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag im Meyer-Köster-Haus in Barnstorf drehte sich alles um Kleidung und Stoffe aus längst vergangener Zeit. Ein altes Schlafzimmer, ein Aussteuerschrank, eine Wäschetruhe, Mustertücher, Bekleidung und viele andere Sachen, alles auf anschauliche Weise präsentiert, konnten die Besucher im Domizil der Heimatfreunde begutachten.

Der „Tag des offenen Denkmals“ kam wie gerufen für den Startschuss der neuen Herbstausstellung, die unter dem Motto „Oma öffnet ihren Wäscheschrank“ steht. Während ein großer Teil der ausgestellten Kleidungsstücke und Stoffe aus dem Fundus des Heimatvereins selbst stammt, wurde auch ein nicht zu verachtender Teil von engagierten Heimatfreunden beigesteuert.

Dorit Schierholz, Lehrerin an der Christian-Hülsmeyer-Schule, behandelt derzeit das Thema „Alte Textilien aus der Nachkriegszeit“ im Unterricht. Daher brachte sie auch ein paar ihrer Schülerinnen mit zur Ausstellung. Darüber hinaus stellte die Pädagogin aus Wohlstreck einige Mustertücher und Sticksachen für die Ausstellung zur Verfügung. Sie sei zwar nicht im Heimatverein, aber könne diese Sachen auch nicht nur für sich behalten.

Auch andere Besucher dachten ähnlich. Ursel Weise musste an ihre Kindheit denken, als sie durch die verschiedenen Räume lief. Vor einem Schrank blieb sie stehen. Da sei noch altes Geschirr aus dem Hotel Stukering. 30 Jahre lang habe sie dort damals als Servicekraft gearbeitet. Das weckt Erinnerungen. Gerade wegen diesen Erinnerungen ist Weise auch vor 20 Jahren dem Heimatverein beigetreten und hat das Meyer-Köster-Haus mit zu dem gemacht, was es heute ist. An der Ausstellung war Weise jedoch nicht aktiv beteiligt, da ließ sie diesmal anderen den Vortritt. Zum Beispiel: Renate Wahlers. Die gelernte Schaufensterdekorateurin aus Barnstorf war für die Einrichtung der Räume mitverantwortlich. „Wegen ihr ist hier alles so schön“, sagte Ina Ciglasch. Sie betreute die Ausstellung am Sonntagnachmittag und stand für alle aufkommenden Fragen zur Verfügung.

Mit der Ausstellung „Oma öffnet ihren Kleiderschrank“ ist die Mitorganisatorin sehr zufrieden. Durch die Vorankündigungen in den Medien habe sich vor wenigen Tagen auch noch eine Drentwederin gemeldet, die nun viele weitere Stoffe ausstellen würde. Ciglaschs persönliches Highlight ist – neben den verschiedenen Leinenstoffen – das besagte Taufkleid aus dem Jahr 1951. Das Besondere: Das Kleid wurde von Familie Brokering selbst gefertigt. Auf einigen Fotos neben dem Ausstellungsstück zeigen fast verblichene Fotos den damaligen Verwendungszweck.

Neben vielen Kleidungsstücken gab es am Sonntag auch eine Sammlung alter Puppen zu bewundern. Sie wurde von Familie Sieverding aus Lohne bereitgestellt. Parallel dazu konnten die Besucher die Dauerausstellungen „Vom Flachs bis zum Leinen“ und „Wäschepflege“ im alten Speicher besichtigen. Für alle Gäste, die um die Mittagszeit der Hunger packte, war auch gesorgt. Es gab Knipp und Wellfleisch. Am Nachmittag warteten Kaffee und Butterkuchen.

Ein Besuch im Meyer-Köster-Haus verspricht derzeit eine Zeitreise viele Jahrzehnte zurück. „Es ist einfach schön, dass das alles hier für die Nachwelt erhalten bleibt“, freute sich Besucherin Ursel Weise. Auch die junge Generation war am Sonntag beeindruckt von den Ausstellungsstücken.

Wen nun die Lust packt, sich in den alten Fachwerkräumen einen authentischen Einblick in die Modewelt des 20. Jahrhunderts zu verschaffen, kann dies noch an den beiden kommenden Wochenende tun. Die neue Ausstellung des Heimatvereins ist am Sonntag, 18. und 25. September, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Kaffee und Kuchen laden ebenfalls zum Verweilen ein.

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