395 Läufer starten beim Moormarathon

„Olympioniken der Zukunft“

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Besonders groß war die Begeisterung bei den Schüler- und Bambini-Läufen. Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers (l.) schickte die Kinder auf die Strecke.

Barnstorf/Goldenstedt - Von Simone Brauns-Bömermann. „Nein, dieses Mal wird nicht geschossen“, erklärte Bernhard Keller den kleinen Teilnehmern des 14. Moormarathons. An der Seite des Moderators stand Barnstorfs Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers mit einer Startklappe, die weitaus weniger Lärm verursachte als die Pistole, die in den Vorjahren doch so manches Kind erschreckt hatte.

Insgesamt 395 Sportler vom Kindergartenalter bis zum jungen Senior wurden am Sonntagmittag auf die Reise durch das Moor zwischen Barnstorf und Goldenstedt geschickt. Start und Ziel befanden sich wieder am „Haus im Moor“ in Arkeburg. Dort war der Andrang allerdings nicht so groß wie im Vorjahr, als etwa 500 Läufer das Erlebnis in der Natur teilten. Über die Gründe ließ sich spekulieren. Nicht ausgeschlossen, dass die Hitze einige Stammgäste von der sportlichen Betätigung abhielt.

Shirin Bock, Erstklässlerin der Grundschule Eydelstedt, erhielt unterwegs Gesellschaft von einer Moorhexe aus Arkeburg.

Stark vertreten war die Grundschule Eydelstedt. Sie beteiligte sich mit 27 Jungen und Mädchen an den Schülerläufen. Das war knapp die Hälfte der Grundschule mit ihren derzeit 60 Schülern. Die Begleitung übernahmen die Lehrkräfte Birgit Göbel und Julian Wolff. Sie motivierten die Kinder vor dem Start und lobten die sportlichen Leistungen. In einigen Läufen gab es vordere Platzierungen. Neele Pohlmann und Justas Lenkevicius schafften es im 1000-Meter-Lauf der Zweitklässler aufs Treppchen. Linus Wendt belegte bei den Drittklässlern einen guten vierten Platz.

Birgit Göbel zeigte sich mit dem Auftritt der Kinder, die wieder in einheitlichen grünen Shirts aufliefen, sehr zufrieden: „Ich habe keine andere Schule so gut organisiert gemeinsam starten gesehen“, sagte die Lehrerin. Sie zeigte sich am Sonntag auch guter Dinge, dass im Nachgang der Veranstaltung noch Sonderpreise für Schulklassen mit den meisten Teilnehmern herausspringen. Offenbar zu Recht. Die Veranstalter teilten gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Grundschule Eydelstedt für ihre super Teilnahme einen Geldpreis erwarten darf.

Bei den Bambini-Läufen waren insgesamt 43 kurze Beinpaare, mit oder ohne Begleitung von Erwachsenen, am Start. Darunter befanden sich auch Vertreter der Kindertagesstätte Dörpel. Die 500 Meter lange Strecke führte einmal rund um die Streuobstwiese. Sobald die Minis die letzten Meter mit Anfeuerung der Zuschauer geschafft, den „Moortaler“ als Medaille umgehängt und ein Getränk ergattert hatten, liefen die kleinen Freuden- oder Erschöpfungstränen. „Das war toll. Hier ist meine Urkunde“, strahlte Charlotte Staas.

„Das sind die Olympioniken der Zukunft“, prognostizierte Hans-Werner Schwarz aus Diepholz bei der Siegerehrung der Bambini- und Schülerläufe. Er hatte mit stellvertretendem Landrat Werner Schneider, Goldenstedts Bürgermeister Willibald Meyer und dem Ersten Kreisrat des Landkreises Vechta, Hartmut Heinen, die ehrenvolle Aufgabe, die Pokale und Urkunden an die jungen Läufer zu vergeben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten zahlreiche Erwachsene noch so manche Kilometer vor sich. Die Wanderer und Walker absolvierten einen 18-Kilometer-Kurs. Unter den 15 Startern befanden sich unter anderem Teilnehmer des SV „Friesen“ Lembruch und auch Mitarbeiter der Wintershall Holding aus Barnstorf. Sie hatten sich am frühen Morgen zeitgleich mit den Marathonläufern auf den Weg gemacht.

Auf dem Programm standen sieben Disziplinen. Die zwei größten Felder bildeten, neben 104 Schülern, der Neun-Kilometer-Moorlauf mit 105 Teilnehmern und der Halbmarathon mit sagenhaften 106 Läufern. Das Rennen im Halbmarathon machte Andreas Bröring vom SV Kroge. Er gewann in einer Zeit von 1:31:37 Stunden. Wilfried Bobrink vom SV Barver landete in 1:38:04 Stunden auf dem fünften Platz.

Der Marathon erwies sich einmal mehr als attraktive Naturlaufstrecke. Sie führte durch die faszinierende Landschaft mit weichen Böden und nur wenigen asphaltierten Abschnitten und war als Rundkurs konzipiert, der zweimal durchlaufen werden musste. Als die Spitze des Teilnehmerfeldes die Hälfte der 42,195 Kilometer langen Strecke bewältigt hatte, kamen die Initiatoren auf eine gute Idee: Wasser von oben. Aber wie? Nun, die Feuerwehr half und die Läufer erhielten bei den hochsommerlichen Temperaturen eine erwünschte seichte Brause. Sieger war Jürgen Bultmann vom VC Nienburg. Seine Zeit: 3:13:53 Stunden.

Zu den Beinen der Läufer gesellten sich zahlreiche Beinpaare der Veranstalter, des Streckenservice und der Feuerwehr sowie Helfer in der Meldestelle. Nicht zu vergessen das Deutsche Rote Kreuz als Sanitätsdienst. Für die Moderation zeichnete erneut Bernhard Keller aus Drebber verantwortlich. Er moderierte alle Starts und Zieleinläufe, vor allem aber besondere Vorkommnisse. Dazu zählte auch der Auftritt von drei Moorhexen, die sich unter die Läufer mischten und den Kleinen auch gerne mal mutmachend die Hand reichten.

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