Lehrreiche Kochaktion mit Barnstorfer Landfrauen

„Lillyfees Gemüsesuppe“ weckt Appetit der Kinder

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Zum Abschluss des Ferienprogramms trafen sich 17 Jungen und Mädchen zum Kochen im Mehrgenerationenhaus in Barnstorf. Bei der Zubereitung hatten die Landfrauen geholfen, die fertigen Gerichte präsentierten die Kinder dann in Eigenregie.

Barnstorf - Von Maleen Klenke und Louisa Manholt. Prinzessin Lillyfee und Winnie Puuh sorgen für eine vollwertige Mahlzeit. Dabei kochen sie nicht einmal selbst. Das erledigen 17 Jungen und Mädchen, unterstützt von Barnstorfer Landfrauen, die sich zum Abschluss der Ferienbetreuung des Lokalen Bündnisses für Familie im Mehrgenerationenhaus in Barnstorf trafen.

Das Thema „Heute kommt Getreide auf den Tisch“, ursprünglich ein Projekt in den Grundschulen, wurde wegen des großen Erfolgs nun auch mit ins Ferienprogramm der Samtgemeinde Barnstorf übernommen. Die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren lernten dabei unter anderem, welche Rolle Getreide in der täglichen Ernährung spielt und was Getreide überhaupt ist. Im Anschluss schlüpften die Teilnehmer in Schürzen und wurden somit zu kleinen Köchen, die ihr eigenes Mittagsmahl zubereiten sollten.

In vier Kleingruppen kümmerten sich die Kinder um jeweils zwei Rezepte. Die Gruppen wurden ausgelost, damit die Gerichte fair verteilt und auch die Gruppen möglichst gut gemischt waren, erläuterte Imke Abeling, Vorsitzende des Landfrauenvereins Barnstorf, die sich gemeinsam mit Vorstandskollegin Ute Kemper und Betreuerin Jasmin Rusch um die Kinder kümmerte. Durch die vielen Gruppen konnten so auch viele verschiedene Rezepte ausprobiert werden. Mit dabei: Gemüsesuppe, Zebrakuchen, Waffeln und Smoothie.

Um die kleinen Köche für das gesunde Essen zu begeistern, erhielten die Speisen Namen aus Kinderserien. So wurde aus einer gewöhnlichen Gemüsesuppe kurzerhand „Lillyfees Gemüsesuppe mit Grießbällchen“ oder aus Waffeln „Winnie Puuhs Waffeln“. Dadurch sollte das Kochen besonders viel Spaß machen. „Durch die Namen lockt das Essen die Kinder“, erklärte Kemper.

Sie hält die Kochaktion für sinnvoll für die Kinder: „Viele wissen nicht was eine Prise oder ein Teelöffel ist“, berichtete Kemper über das mangelnde Wissen von Mengenangaben. „Auch bei anderthalb Tassen passiert es, dass eine und dann noch einmal zwölf Tassen da stehen“, fährt sie fort.

Die Barnstorfer Landfrauen kochen nicht zum ersten Mal mit Kindern. „Getreide, Fleisch, Milch, Obst und Gemüse, das war alles schon Thema“, erzählte Landfrau Imke Abeling, die zusammen mit Ute Kemper schon ein eingespieltes Team darstellt. An Grundschulen kochen sie regelmäßig mit den dritten und vierten Klassen zu einem neuen Thema und bringen so eigentlich selbstverständliche Grundfertigkeiten wie Mengenangaben oder den richtigen Umgang mit dem Messer näher. Auch in den neunten Klassen gibt es immer wieder Aktionen.

Kochen ist ein wesentlicher Bestandteil der Hauswirtschaft, die offenbar in vielen Familien zu kurz kommt. Abeling ist verwundert über die mangelnde Kompetenz der Heranwachsenden: „Viele Mädchen kaufen sich lieber eine Bluse neu, statt den Knopf wieder anzunähen.“ Daher empfindet auch sie die Veranstaltungen der Landfrauen als wichtige Basis, um Knowhow zu vermitteln.

Auch bei der Ferienaktion im Mehrgenerationenhaus an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße wurden Kompetenzunterschiede deutlich. Man merke beim Schneiden des Gemüses, welche Kinder zu Hause schon einmal in der Küche mitgeholfen hätten, stellte Kemper fest.

„Bisher habe ich zu Hause nicht mitgeholfen“, bestätigte der elfjährige Noah die Aussage der Landfrau. Trotzdem sei er von sich aus auf die Idee gekommen, hier teilzunehmen. „Vielleicht helfe ich demnächst aber mal mit“, fügte der junge Mann hinzu, nachdem er die neuen Erfahrungen in der Küche gesammelt hatte. Auf seinen selbst zubereiteten Pfirsich-Smoothie freute Noah sich am meisten.

Kelian hingegen geht seiner Mama zu Hause gerne zur Hand. „Ich habe Spaß am Kochen“, erklärte der zehnjährige Grundschüler. Zudem habe er in der Vergangenheit schon einmal mit den Landfrauen gearbeitet. Waffeln und Nudeln könne er schon ganz allein zubereiten. So wie viele andere Teilnehmer freute sich auch Kelian am meisten auf die Speise, die er selbst zubereitet hatte: Frisches Baguette, belegt mit Gurke, Tomate und Fleischwurst. Am Ende bekamen alle Kinder die Rezepte zum Nachkochen mit nach Hause.

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