Große Vielfalt beim 22. Sommerfest des Heimatvereins Barnstorf

Kunsthandwerk, Strickeschläger und ein furchtloser Kasper

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Gerhard Lachmann hatte „Happy“ und „Kalimera“ angespannt lud zu Kutschfahrten durch den Flecken ein. 

Barnstorf - Von Reinhold Dufner. Vielfalt war Trumpf beim 22. Sommerfest, zu dem der Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf am Sonntag auf das Gelände beim Meyer-Köster-Haus am Roggenberg eingeladen hatte. Bei dem Fest, das sich längst zu einem Selbstläufer entwickelt hat, wurden bei weitgehend strahlendem Sonnenschein (fast) alle Sinne mehr oder wenig intensiv angesprochen. Kleine wie große Besucher bekamen was zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und auch zu fühlen.

Die Verantwortlichen des Heimatvereins sind immer bemüht, neben Altbewährtem auch Neues zu bieten. Und das gelang vortrefflich.

Zu den neuen Gesichtern bei den Ausstellern, die draußen ihre Zelte aufgeschlagen hatten, gehörte Rita Nagel aus dem Ortsteil Bohnhorst der Gemeinde Warmsen im Kreis Nienburg. Sie „veredelt“ alte Weckgläser, indem sie sie beklebt und dann sandstrahlt.

Kunsthandwerk stand beim Sommerfest hoch im Kurs. - Foto: Dufner

Im Bereich „Kunsthandwerk“ waren auch die Holzarbeiten, ansprechende Intarsien, von Holger Lenk aus Syke-Barrien anzusiedeln. Auch er war zum ersten Mal beim Sommerfest in Barnstorf. Holz wird auch von Fred Kokemüller aus Barnstorf bearbeitet, und zwar vorzugsweise mit der Kettensäge. Ebenfalls eine Sommerfest-Premiere.

Sandra Scheland aus Wagenfeld ist in Barnstorf ein längst vertrautes Gesicht. Sie hat sich auf das Fertigen von Schmuck aus Glasperlen spezialisiert. Auf großes Interesse stießen auch Pflanzen, Windspiele und bedruckte Fußmatten von Karin Grunz aus Barnstorf.

Strickeschläger und Singekreis

Mit einem Stand vertreten war auch das Wollcafe Barnstorf. Die 15 Frauen treffen sich alle 14 Tage freitags von 15 bis 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus, um alles das zu häkeln oder zu stricken, „was das Herz begehrt“. Gerne würden sie auch Männer in ihrer Runde begrüßen.

Immer gern gesehen sind die Strickeschläger aus Tonnenheide im Nachbarkreis Minden-Lübbecke, über deren Aktivitäten wir ja schon mehrfach berichteten.

Die Jagdhornbläser des Hegerings Barnstorf unter der Leitung von Werner Jessen erfreuten die Besucher mit Jagdsignalen. Proben seines Könnens lieferte auch der Singekreis Barnstorf mit Chorleiter Peter Knospe ab. Die Sängerinnen und Sänger hinterließen – wie nicht anders zu erwarten – auch bei diesem Auftritt unter freiem Himmel einen nachhaltigen Eindruck.

Viel Beifall bekam auch die von Birthe Nattkämper (Cornau) geleitete Senioren-Tanzgruppe des MTV „Jahn“ Barnstorf, die sich jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr im Meyer-Köster-Haus zum Üben versammelt. Beim Auftritt während des Sommerfestes hatte Erika Gläser das Kommando übernommen. Besonders flott war der Tanz nach der Melodie vom kleinen grünen Kaktus.

Das stachelige Gewächs gehörte auch zum Repertoire der Drehorgelspieler Rita Promann und Rolf Dunger.

Tausendsassa Dunger hatte auch seine Kasperbühne mitgebracht und gab im Göpel zwei Vorstellungen, in denen König August der Viertel-Vor-Zwölfte den furchtlosen Kasper darum bittet, ein aus dem Schlosspark ausgebüxtes sprechendes Krokodil am Rande der Markonah wieder einzufangen. Ein Vergnügen für Klein und Groß!

Solch ein Fest geht natürlich auch durch den Magen. Die 30 Butterkuchen aus dem „Backs“ gingen weg wie warme Semmeln, auch Stuten und Schwarzbrot aus dem Steinbackofen waren heiß begehrt.

Zur Abkühlung gab es Frozen Joghurt-Eis bei der Siebenhäuser Molkerei aus Rehden. Gleich um die Ecke mixte Stefan Brüggemann leckere Cocktails. Ein Renner war der von ihm kreierte „Blue Berry“. Der Barnstorfer, zum zweiten Mal beim Sommerfest, kann übrigens auch für Partys usw. gemietet werden.

Ein Bienenvolk hat sich inzwischen beim Meyer-Köster-Haus angesiedelt. Das Produkt der fleißigen Insekten, der Honig (und was man noch alles daraus machen kann), war bei Imker Walter David zu haben.

Ingrid Brokering aus Gothel hatte ein Heimspiel. Ihre selbst gemachten Marmeladen sind unschlagbar. Und auch Flüssiges, Likör also, mit und ohne Umdrehungen aus heimischen Früchten sind echte Renner.

Helga Rödenbeck konnte sich im Meyer-Köster-Haus erneut auf ein eingespieltes Küchenteam verlassen. Bekannte Gesichter auch am Grill: Egon Horstmann und Claus Fattroth haben in Sachen Bratwurst ja längst den richtigen Dreh raus. Günter Rödenbeck hielt gleich nebenan gut temperierte Durstlöscher bereit.

Im Stand des Heimatvereins boten Monika Bagge und Ina Ciglasch Pellkartoffeln mit Quark an. Hier waren auch Ansichtskarten und Flohmarktartikel zu haben. Zu Schnäppchenpreisen, versteht sich.

Bei dem Sommerfest wurde erstmals die neue Weidepumpe vorgestellt, die der Heimatverein der Firma Lubing zu verdanken hat. Die offizielle Übergabe ist in Kürze.

Die Besucher konnten sich auch über den Stand der Arbeiten für einen neuen Ziehbrunnen informieren und hatten selbstverständlich die Möglichkeit, alle Ausstellungen des Heimatvereins unter die Lupe zu nehmen und den Deutz Diesel-Verdampfer aus den 30er Jahren in Aktion zu erleben.

Das Ehepaar Weise unternahm gemeinsam mit Karl Heinz und Renate Neumann einen ausgiebigen Bummel über das Sommerfest. Die Verwandten von Lothar Weise waren ganz aus Gnarrenburg im Landkreis Rotenburg angereist und von dem Gebotenen sichtlich beeindruckt.

Sommerfest des Heimatvereins Barnstorf

Gerhard Lachmann bot wieder Fahrten mit der Ponykutsche an. Er hatte „Happy“ und „Kalimera“ angespannt und in Patrik Brokering und Mascha Geske vom Reitclub Donstorf-Drentwede zwei tüchtige, zupackende Helfer – und Pferdekenner.

Kurz vor Ende des Sommerfestes zogen Jürgen Rattay und Jürgen Ciglasch vom Heimatvereins-Vorstand eine erste Bilanz. „Es ist sehr gut gelaufen. Alle waren hoch zufrieden.“

Ihr besonderer Dank ging an die gut 30 Helferinnen und Helfer, die ganz wesentlich zum Gelingen des Festes beitrugen, und an die zwölf Aktiven, die sich am Freitag um den Aufbau von Kaffeestube, Zelten usw. gekümmert hatten.

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