Jäger beunruhigen Vorfälle in Dreeke

„Die Wölfin hat keine Skrupel“

Das Bild einer Infrarotkamera, aufgenommen am Neujahrstag gegen 5.45 Uhr in Dreeke: Ein Wolf nähert sich einer abgelegten Ricke, die bereits einige Tage zuvor gerissen worden war.
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Das Bild einer Infrarotkamera, aufgenommen am Neujahrstag gegen 5.45 Uhr in Dreeke: Ein Wolf nähert sich einer abgelegten Ricke, die bereits einige Tage zuvor gerissen worden war.

Dreeke - Das neue Jahr ist erst wenige Stunden alt, da macht sich ein Wolf an eine Ricke in Dreeke heran. Eine Kamera zeigt, wie das Tier sich dem jungen Wild nähert. Doch das vermeintliche Opfer ist längst tot. Wenige Tage zuvor gerissen von vermutlich eben jener Wölfin, auf deren Konto schon so viele Nutz- und Wildtiere gehen und die weiter für Diskussionsstoff in der Region sorgt.

Für Jagdpächter Egon Schumacher steht fest, dass endlich gehandelt werden muss. „Das geht so nicht weiter“, sagt der Barnstorfer nach den unzähligen Rissen im vergangenen Jahr. Bestätigung für ihn sind die jüngsten Vorfälle in den heimischen Revieren. Bereits am 19. Dezember sei eine Ricke in Dreeke gerissen worden, etwa 200 Meter entfernt von einem Bauernhof. Nur wenige Tage später, am 29. Dezember, habe es einen weiteren Vorfall im Ort gegeben. Diesmal habe das tote Reh ebenfalls ganz in der Nähe eines Wohnhauses gelegen.

„Die Wölfin hat keine Skrupel mehr. Sie nähert sich immer mehr Häusern und Wohngebieten, um auf einfachem Weg zum Futter zu gelangen“, stellt Schumacher fest. Er sorgt sich um die Menschen, die praktisch täglich dem Wolf begegnen könnten. „Die Tatsache ist beängstigend“, meint der Barnstorfer. Er rät dazu, bei Spaziergängen in der Natur ein Pfefferspray in der Tasche zu haben und mitgeführte Hunde an die Leine zu nehmen.

Neben der Sicherheit der Menschen sorgt sich der Jäger zunehmend um das Wild in den Revieren. „Wir haben den Eindruck gewonnen, dass sich der Wildbestand gewaltig reduziert hat“, erklärt Schumacher. Bei einer Drückjagd im Raum Barnstorf im November sei kaum Wild vorgefunden worden. Seine Schlussfolgerung: Das Damwild fällt dem Wolf zum Opfer oder zeigt mittlerweile ein Fluchtverhalten, indem es sich in sichere Gebiete zurückzieht.

Den Wolfsriss am 29. Dezember hatten Egon Schumacher und Jagdaufseher Jens Beckmann zum Anlass für ein Experiment genommen, um dem Wolf auf die Spur zu kommen. Sie legten den Kadaver der Ricke am Rande eines Waldes ab und beobachteten den Platz mit einer Infrarotkamera. Mit Erfolg: Am Neujahrstag, gegen 5.45 Uhr, tauchte ein Wolf mit markantem spitzen Gesicht auf. „Es ist die Wölfin, die wir schon vor einem Jahr mit einer Kamera identifiziert haben“, ist Schumacher überzeugt.

Er schließt inzwischen nicht mehr aus, dass ein weiterer Wolf in der Region unterwegs ist und fordert dringend eine Lösung für den „Problemwolf“, der laut Statistik der Wolfsberater schon mindestens 178 Risse auf seinem Konto hat. „Er muss in irgendeiner Form entnommen werden“, fordert Schumacher. Ziel müsse es sein, das Tier zu fangen und anderweitig unterzubringen. Wenn dies nicht gelinge, müsse das Tier in letzter Konsequenz erschossen werden.

sp

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