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Internationaler Kochkreis in Barnstorf: Zu Teigtaschen passt „Smetana“

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Von: Janin Meyer

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Gemeinsam bereiten die Teilnehmerinnen im Mehrgenerationenhaus „Wareniki“ zu.
Gemeinsam bereiten die Teilnehmerinnen im Mehrgenerationenhaus „Wareniki“ zu. © Foto: Janin Meyer

Sie kommen aus verschiedenen Ländern, haben unterschiedliche Geschichten und sie bringen unterschiedliche Rezepte mit. Der monatlicher Kochtreff in Barnstorf verbindet Menschen unterschiedlicher Kulturen.

Barnstorf – Mehl auf dem großen Tisch verteilen, Teig ausrollen und mit einem Glas kreisrunde Stücke ausstechen. Dann helfen viele fleißige Hände beim Befüllen der Teigtaschen. Es gibt „Wareniki“ im Mehrgenerationenhaus in Barnstorf. Schon zum zweiten Mal trafen sich dort am Donnerstag Menschen unterschiedlicher Herkunft zum gemeinsamen Kochen und Essen.

„Das Angebot gehört zu der Reihe ,Süß und salzig – Dein kulinarischer Treff“, erklärt Petra Mallwitz-Sainio, Leiterin der „MIK – Migrations- und IntegrationsKoordination“ in der Interessengemeinschaft Gesundes Leben (IGEL). „Süß und salzig“ ist eine Kooperation des Mehrgenerationenhauses Barnstorf mit der Jugendpflege der Samtgemeinde, dem Café „Liri“ und der evangelischen Kirchengemeinde Barnstorf.

37 Teilnehmer haben sich zum Kochen und Essen angemeldet. Dieses Mal gibt es das ukrainische Nationalgericht. Beim letzten Mal gab es ein Gericht aus Finnland. „Je nachdem, wer von unseren Teilnehmern sich für die Vorbereitungen bereit erklärt“, sagt Petra Mallwitz-Sainio.

Die kommen aus den unterschiedlichsten Ländern. „Es sind Menschen aus der Ukraine, aus Finnland, aus Syrien, Rumänien, Russland, Irak und Deutschland hier“, betont Petra Mallwitz-Sainio. „Über das gemeinsame Essen und Kochen kommen sie ins Gespräch, tauschen Erfahrungen aus und entdecken Unterschiede in der Esskultur der verschiedenen Nationen“, führt sie weiter aus. So gebe es zum jeweiligen Gericht immer einige Informationen, worauf die Menschen der entsprechenden Nation beim Essen Wert legen und welche Traditionen oder Regeln es gibt.

Sowohl im Mehrgenerationenhaus als auch im angrenzenden Garten herrschen gestern Nachmittag emsiges Treiben und ausgelassene Stimmung bei familiärer Atmosphäre. Jeder Neuankömmling wird herzlich begrüßt. Es bilden sich schnell Gruppen, in denen die Teilnehmer der Aktion ins Gespräch kommen. Für Petra Mallwitz-Sainio ist das neue Angebot im Mehrgenerationenhaus auch deswegen ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit, weil es sich an alle Generationen wendet. „Während die Erwachsenen das Essen vorbereiten, spielen die Kinder gemeinsam“, sagt sie.

Zudem sorgen die Organisatoren dafür, dass die Menschen sich bei der Aktion kennenlernen. Jeder Gast darf einen farbigen Zettel ziehen, der einem Stuhl zugeordnet ist. „So wollen wir auch beim Essen die einzelnen Gruppen etwas trennen“, sagt Petra Mallwitz-Sainio mit einem Zwinkern.

Viel Austausch geschieht auch beim Kochen. „Es gibt immer eine Person, die alles anleitet. Die anderen Helfer machen einfach mit“, sagt die „MIK“-Leiterin. Und wo es Schwierigkeiten bei der Sprache gebe, würde dies einfach durch Vorführen der jeweiligen Tätigkeit gelöst.

Während sich das Helferteam jedes Mal neu zusammenfindet, ist immer eine Person aus den Reihen des „MIK“ in der Küche tätig. Dieses Mal ist es Nadja Rempel. Da sie sowohl die deutsche als auch die ukrainische Sprache beherrscht, bot sich diese Aufteilung an. Nach und nach kocht Nadja Rempel die „Wareniki“ in Wasser. Gefüllt mit einer Kartoffelmasse und schließlich mit angebratenen Zwiebeln vermischt, werden die Teigtaschen mit Schmand verzehrt. „Smetana ist der ukrainische Begriff für Schmand“, lernen die Teilnehmer bei den Tischgesprächen während des Essens.

Neben der warmen Küche gibt es auch ein monatliches interkulturelles Frühstück. Das läuft jeweils am dritten Montag im Monat, als nächstes am 20. Juni. Das gemeinsame Kochen steht normalerweise immer am ersten Donnerstag im Monat an. Das nächste Mal also am 7. Juli. Anmeldungen sind jeweils möglich bei Petra Mallwitz-Sainio unter Telefon 01590/1362667 oder per E-Mail an petra.mallwitz-sainio@igel-barnstorf.de. Teilnehmen kann jeder, der Lust auf einen Austausch hat. Das Angebot ist kostenfrei.

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