Jan und Libett überbringen Einladung

„Hochprozentige Medizin“ für den Stoppelmarkt

Auf ihrer Einladungstour machte die Delegation der Stadt Vechta, angeführt von den Gallionsfiguren Jan und Libett, im Hülsmeyer-Park Station. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und weitere Vertreter von Rat und Verwaltung empfingen die Gäste und freuten sich über die Einladung zum größten Volksfest Nordwestdeutschlands. Foto: Brauns-Bömermann

Barnstorf - Wenn am kommenden Donnerstag der 718. Stoppelmarkt seine Pforten öffnet, dann wird auch eine Abordnung aus der Samtgemeinde Barnstorf am Start sein. Mit Vertretern aus den Nachbarkommunen Goldenstedt und Twistringen wollen Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und seine Mitstreiter wieder am großen Umzug durch Vechta teilnehmen. Unschwer zu erkennen ist die heimische Abordnung an der Jan-Spieker-Bahn, die sich wie in den Vorjahren ihren Weg durch die Menschenmassen am Straßenrand bahnen wird.

Die offizielle Einladung zum größten Volksfest Nordwestdeutschlands, das vom 11. bis 16. August auf der Westerheide gefeiert wird, haben die Barnstorfer in der vergangenen Woche erhalten. Angeführt von den Gallionsfiguren Jan und Libett, erschien der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Marktwesen der Stadt Vechta mit sieben Personen im Hülsmeyer-Park. Ausgemachter Treffpunkt: „Casino Interkulturell“.

„Die Samtgemeinde Barnstorf ist bunt, deswegen sind wir auch heute hier in unserem Casino Interkulturell“, erklärte Lübbers in seiner Begrüßung. Die einleitenden Worten waren eine Werbung für die Samtgemeinde und ihre Mitgliedsgemeinden sowie deren Offenheit, was Konfessionen, politische Auffassungen und Nationalitäten angeht. Dazu passte auch der Ort der Begegnung. Das ehemalige Offiziersheim dient als Anlaufstelle für Flüchtlinge, die im Hülsmeyer-Park untergebracht sind.

Zur Einladungszeremonie brachten die Gäste aus dem Landkreis Vechta nicht nur den antiken Leierkasten mit, sondern auch Tonkrüge mit „hochprozentiger Medizin“. „Das könnt ihr bis zum Montag noch schaffen, dann seid ihr trainiert“, schalkte Jan alias Hans-Joachim Zumbrägel mit Blick auf den traditionellen Frühschoppen, der am Viehmarkt-Montag über die Bühne geht. Da will eine Delegation aus der Samtgemeinde, darunter Bürgermeister der Einzelgemeinden, ebenfalls am Start sein.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen versäumten es die Vertreter aus dem Südoldenburgischen nicht, für Fest und Stadt zu werben: „Unsere Kreis- und Universitätsstadt ist Zentrum des Oldenburger Münsterlandes. Hier lässt es sich gut leben und arbeiten. Das liegt vor allem an der stimmigen Work-Life-Balance“. Für den Stoppelmarkt selbst, der mit seinen mehr als 500 Schaustellern jedes Jahr rund 800.000 Besucher anlockt, bedurfte es kaum aufklärender Worte.

Was als Ort des Ausweichens für Handel und Volksfest Mitte des 16. Jahrhunderts vor der grassierenden Pest in Vechta galt, nämlich die Stoppelfelder vor der Stadt, hat sich längst etabliert und ist bei Jung und Alt über Kreisgrenzen hinaus beliebt. Auch in diesem Jahr werden viele Menschen aus dem Raum Barnstorf zur Westerheide strömen. Für die offiziellen Gäste ist es zudem eine schöne Gelegenheit, die nachbarschaftlichen Beziehungen zu pflegen, wie schon der Einladungstermin bewiesen hat.

„Kummt gern för your plaisir to usen Stoppelmarkt“, verkündeten Hans-Joachim Zumbrägel und Ulrike Schmidt, die als Jan und Libett in ihren farbenfrohen bäuerlichen schicken Trachten erschienen waren. Diese Einladung nahmen Lübbers & Co. gerne an und blickten voller Vorfreude dem Festumzug entgegen, der in diesem Jahr eine halbe Stunde früher als gewohnt startet. Bereits um 16.30 Uhr werden sich die Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen in der Vechtaer Innenstadt in Bewegung. Das Publikum darf sich wieder auf reichlich Kamelle freuen. 

sbb/sp

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