Theatergruppe Cornau probt ihr Stück „Jümmer diskret“

Fesselnde Verwirrspiele zur besten Krimi-Zeit

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Die Stimmung in der Theatergruppe Cornau ist gut. Die Laiendarsteller bereits sich auf ihre Premiere vor (v.l.): Henning Hagedorn, Nora Hagedorn, Marian Kammann, Annika Behrens, Finja Hoth und Elke Kriesmann. Auf dem Bild fehlt Jennifer Roth. 

Cornau - Von Thomas Speckmann. Es ist Sonntagabend, 20.15 Uhr, beste Krimi-Zeit: Millionen Menschen im Land machen es sich auf dem Sofa gemütlich, um den „Tatort“ im Ersten zu schauen. Während die Kommissare Leitmayr und Batic in München auf Verbrecherjagd gehen, verfolgt eine eingeschworene Clique in Cornau einen ganz anderen Plan. Im Gegensatz zu den Fernsehschauspielern zieht es die jungen Leute nicht etwa vor die Kamera, sondern direkt auf die Bühne. Es sind die Proben für das traditionelle Theaterstück zu Weihnachten im Gasthaus F.H. Koch.

Elke Kriesmann ist die Erste an diesem Abend. Ihr Weg führt in die Gaststube, ein paar Gläser und Getränke besorgen, dann geht es in den großen Saal. Auf der Bühne wird das Licht angeknipst. Nach und nach trudeln die Mitspieler ein. Die Stimmung ist gut. „Komödie statt Krimi“ lautet die Devise. Quasi das Alternativprogramm zum „Tatort“, obwohl sich ein Utensiel für ein Verbrechen eignen würde: Auf dem Tisch liegt eine Peitsche. Wozu sie dient, will Annika Behrens nicht verraten. Die Verschwiegenheit passt zu ihrer Rolle: „Immer schön diskret bleiben.“

Kamen sich im vergangenen Jahr auf der Bühne näher: Marian Kammann und Jennifer Roth.

„Jümmer diskret“, so lautet auch der Titel des plattdeutschen Dreiakters, den sich die Theatergruppe vorgeknöpft hat. Eine amüsante und leicht anzügliche Geschichte, meint Marian Kammann, der im Sommer im Archiv des Karl-Mahnke-Verlages aus Verden gestöbert hat, um ein passendes Stück für die sechsköpfige Truppe zu finden. Modern soll es sein, da sind sich die Mitspieler einig, die sich schon vor Jahren von den angestaubten Bauernstücken verabschiedet haben. Kammann ist überzeugt, dass die junge Generation ihre Freude haben wird und auch die älteren Semester nicht zu kurz kommen: „Da haben die Omas etwas zum Quieken.“

An lockeren Sprüchen mangelt es nicht bei den Proben, die seit Mitte September laufen. Erst werden Texte gelernt, dann einzelne Szenen einstudiert. Und wie läuft´s aktuell? „Wie immer“, schmunzelt Annika Behrens und fügt hinzu: „Wir müssen noch ein bisschen ranklotzen.“ Druck verspüren die Mitspieler nicht. Dass sie etwas spät dran sind, kennen sie schon aus den Vorjahren. Aber immerhin bleiben noch knapp zwei Monate Zeit, bis sich der Vorhang hebt.

Mit Nora Hagedorn wird dann ein ganz neues Mitglied erstmals im Rampenlicht stehen. Das Theaterspiel ist der 17-Jährigen offenbar in die Wiege gelegt. Schon Papa Henning hat in jungen Jahren auf der Bühne gestanden und mischt auch jetzt wieder munter mit. Überzeugungsarbeit sei aber nicht nötig gewesen, betont die Schülerin. Sie habe schon vor längerer Zeit gesagt, dass sie gerne mitspielen wolle, und ihren Entschluss bisher nicht bereut: „Ist ganz lustig hier!“

Stück stammt von Lewis Easterman

Für gute Laune sorgt nicht nur das Miteinander in der Truppe, sondern auch das aktuelle Stück. Es stammt aus der Feder von Lewis Easterman und ist von Gerd Meier ins Plattdeutsche übersetzt worden. Nach Angaben des Verlags ist „Jümmer diskret“ eine jener Verwechslungskomödien, „in denen sich die Zuschauer auf nichts verlassen können, außer auf die Tatsache, dass hinter jeder der zahlreichen Türen immer schon die nächste komische Katastrophe lauert.“

Das Opfer der unliebsamen Überraschungen ist der scheinbar seriöse Ministerialrat Hofer, der von der Diskretion eines First-Class-Hotels profitieren will, um nicht nur einen Koffer mit Bestechungsgeld entgegenzunehmen, sondern sich auch noch zu einem im wahrsten Sinne des Wortes fesselnden Schäferstündchen zu treffen. Doch wie es in solchen Lustspielen so ist: Es kommt anders, als man denkt.

Marian Kammann wird in die Rolle des Ministerialrates schlüpfen und nebenbei noch einen Zimmerkellner verkörpern. Annika Behrens mimt die Hoteldirektorin, Finja Hoth tritt als Journalistin in Erscheinung. Jennifer Roth, Henning Hagedorn und seine Tochter Nora komplettieren die Truppe, die von Elke Kriesmann als Souffleuse unterstützt wird. „Sie ist die wichtigste Person“, wissen die Darsteller um den beruhigenden Rückhalt aus dem Flüsterkasten.

Bis das Publikum in den Genuss des plattdeutschen Theaterstücks kommt, braucht es noch etwas Geduld. Die öffentliche Generalprobe steigt am Sonntag, 18. Dezember, ab 19.30 Uhr im Gasthaus F.H. Koch. Bereits am Nachmittag findet die traditionelle Weihnachtsfeier mit Darbietungen der Kinder statt. Die Hauptvorstellung mit anschließendem Tanz geht am 1. Weihnachtstag ab 19 Uhr über die Bühne.

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