Barnstorfer Bürgermeisterin nach Wiederwahl erleichtert

Elke Oelmann will an ihre bisherige Arbeit anknüpfen

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Im Barnstorfer Rathaus wurden am Mittwochabend die Weichen für die neue Wahlperiode gestellt. Nach der konstituierenden Sitzung präsentierte sich der Rat des Fleckens Barnstorf gemeinsam mit der Verwaltungsspitze.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Erleichterung war nicht zu übersehen: Elke Oelmann atmete am Mittwochabend erst einmal tief durch, als das mit Spannung erwartete Wahlergebnis feststand und sie sich wieder auf dem Bürgermeister-Stuhl niederlassen konnte, wo sie bereits in den vergangenen fünf Jahren gesessen hatte. In diesem Moment stellte sie fest: Sie ist die erste Frau im Flecken Barnstorf, die über eine Wahlperiode hinaus das Amt der Ratsvorsitzenden bekleidet.

„Man weiß nie, was am Ende herauskommt“, erklärte die 51-jährige Ratsfrau nach dem erhofften Wahlsieg, der dank der Unterstützung aus mehreren Fraktionen recht deutlich ausfiel. Wie schon kurz berichtet, hatte es in der konstituierenden Sitzung eine geheime Wahl gegeben, beantragt von der SPD-Fraktion, die mit ihrem Sprecher Michael Bruhns ins Rennen um den Ratsvorsitz gegangen war. Er konnte fünf Stimmen verbuchen. Auf Oelmann entfielen 14 Stimmen.

Im Gegensatz zur letzten Wahlperiode, als die Sozialdemokraten trotz ihrer starken Position im Fleckensrat auf einen eigenen Kandidaten verzichtet hatten, strebten sie diesmal demonstrativ den Bürgermeister-Posten an. „Wir haben vor fünf Jahren einen Riesenfehler gemacht und haben daraus gelernt“, räumte Fredy Albrecht ein. Er zeigte sich vor der Abtsimmung überzeugt, dass Bruhns mit seiner langjährigen Ratserfahrung das Amt zur Zufriedenheit ausfüllen würde.

Grünen-Sprecher Klaus-Joachim Schmelz verwies auf die geleistete Arbeit der Bürgermeisterin und wurde in seiner Auffassung von der CDU bestärkt. Oelmann habe zwischen den Parteien vermittelt, überparteilich gehandelt und keine „grüne Brille“ getragen, so Fraktionschef Ludolf Roshop. Mit Blick in die Zukunft formulierte er aber auch einige Forderungen. Die Bürgermeisterin solle landes- und bundespolitische Themen hinten anstellen, wenn es um Lösungen vor Ort gehe. Sie solle zur Entwicklung von Gewerbe- und Baugebieten stehen und auch die Planung der Umgehungsstraße vorantreiben.

Elke Oelmann habe einen autenthischen Job abgeliefert, was am Anfang nicht so erwartet worden sei, meinte FDP-Sprecher Klaus Naber. Für seine Fraktion sei das entscheidende Argument für eine Wiederwahl, dass sich die Grüne nicht verbiegen lasse und hinter den Mehrheitentscheidungen des Rates stehe. Die neu formierte Wählergemeinschaft hielt sich mit öffentlichen Positionen zurück, bevor die Mitglieder nacheinander den Weg in die kleine Wahlkabine antraten.

Die Wahl der stellvertretenden Bürgermeister erfolgte gut sichtbar für die etwa 30 Zuhörer, darunter auch einige Interessierte aus Nachbargemeinden, per Handzeichen. Hier gab es jeweils drei Enthaltungen. Bei Michael Bruhns enthielt sich unter anderem dessen Fraktionskollege Rolf Einhoff, der bisher als Stellverteter fungierte hatte. Auch Oelmann enthielt sich, weil sie mit Einhoffs Arbeit sehr zufrieden war. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion wurde mit Ludolf Roshop ein zweiter Stellvertreter gewählt.

Bürgermeister-Kandidat Michael Bruhns (SPD) gratulierte Amtsinhaberin Elke Oelmann (Grüne) zur Wiederwahl.

Ein einstimmiges Votum gab es bei der Wiederwahl von Gemeindedirektor Jürgen Lübbers und seinem Stellvertreter Detlef Moss. Sie sind in erster Linie für die Verwaltungsaufgaben zuständig, während sich die Bürgermeisterin und ihre Stellvertreter um Sitzungsleitung und Repräsentation der Gemeinde kümmern. Oelmann kündigte in ihrer kurzen Antrittsrede an, dass sie an ihre bishrige Arbeit anknüpfen wolle. Sie werde sich weiterhin mit ihrer Meinung in die Diskussionen einbringen, am Ende aber der Mehrheit beugen und die Entscheidungen des Fleckensrates nach außen vertreten.

Im Verlauf der zweistündigen Sitzung wurden die Geschäftsordnung des neuen Rates beschlossen und mehrere Ausschüsse gebildet. Die sieben neuen Ratsmitglieder, die erstmals den Einzug in das Kommunalparlament geschafften haben, zeigten sich in einer kleinen Vorstellungsrunde. Sie könnten dem Rat gut tun, wenn mit ihnen neue Ideen und Gedanken zum Tragen kämen, sagte die Bürgermeisterin.

Der Rat des Fleckens Barnstorf

SPD (5 Sitze): Michael Bruhns (Fraktionssprecher), Alexander Grimm (Stellv. Fraktionssprecher), Rolf Einhoff, Fredy Albrecht, Mandy Peukert. 

CDU (5 Sitze): Ludolf Roshop (Fraktionssprecher), Holger Rabbe (Stellv. Fraktionssprecher), Stefan Bruns, Christiane Koop-Lampe, Heinrich Windeler. 

FDP (3 Sitze): Klaus Naber (Fraktionssprecher), Reinhard Börger (Stellv. Fraktionssprecher), Erwin Hoge. 

Grüne (3 Sitze): Klaus-Joachim Schmelz (Fraktionssprecher, Elke Oelmann (Stellv. Fraktionssprecherin), Yehia Hussein. 

Wählergemeinschaft Barnstorf (3 Sitze): Helmut Klug (Fraktionssprecher), Martin Abeling (Stellv. Fraktionssprecher), Tobias Beuke. 

Verwaltungsausschuss: Michael Bruhns, Alexander Grimm, Ludolf Roshop, Holger Rabbe, Klaus Naber, Elke Oelmann, Helmut Klug, Jürgen Lübbers (beratend). 

Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr: Stefan Bruns (Vorsitzender), Christiane Koop-Lampe (Stellv. Vorsitzende), Mandy Peukert, Rolf Einhoff, Erwin Hoge, Klaus-Joachim Schmelz, Martin Abeling. 

Finanzausschuss: Alexander Grimm (Vorsitzender), Michael Bruhns (Stellv. Vorsitzender), Holger Rabbe, Heinrich Windeler, Reinhard Börger, Elke Oelmann, Helmut Klug.

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