Grüne Bürgermeisterin mit guten Chancen auf Wiederwahl

CDU-Fraktion stellt sich hinter Elke Oelmann

Elke Oelmann (Grüne).

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Wenn der Rat des Fleckens Barnstorf am 9. November zu seiner konstituierenden Sitzung im Rathaus zusammen kommt, dann geht es um eine spannende Frage: Wer übernimmt den Posten des Bürgermeisters? Mit Amtsinhaberin Elke Oelmann (Grüne) und Michael Bruhns (SPD) gibt es bisher offiziell zwei Kandidaten für den Ratsvorsitz. Erste Stimmen aus den Fraktionen deuten darauf hin, dass Oelmann im Amt bleiben könnte. Die CDU steht hinter ihr, FDP und Wählergemeinschaft ziehen nach Informationen unserer Zeitung ebenfalls eine Wiederwahl in Betracht.

Ein entscheidendes Wörtchen mitzureden hat die CDU, die mit fünf Vertretern in den 19-köpfigen Rat einzieht und sich damit auf Augenhöhe mit der SPD befindet. Die Christdemokraten sind am Mittwochabend zu einer Fraktionssitzung zusammen gekommen, um sich in der Personalie festzulegen. Ludolf Roshop auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir werden Elke Oelmann unterstützen – wahrscheinlich einvernehmlich.“

Als wirtschaftsfreundliche Partei sei die CDU zwar nicht immer mit grüner Politik einverstanden, aber Oelmann habe ihren Job als Bürgermeisterin ganz gut gemacht und sich für die Bürger eingesetzt. Dass sie bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen geholt habe, sei zwar kein Freibrief, „aber wir wollen den Bürgerwillen weitergeben“, so Roshop. Er würde es begrüßen, wenn die SPD den stellvertretenden Bürgermeister stelle und aus der CDU ein zweiter Stellvertreter hinzu käme.

Dass seine Partei nicht den Kandidaten der SPD unterstützt, hängt offenbar auch mit der Bürgermeister-Wahl vor fünf Jahren zusammen. „Das hat schon eine Rolle gespielt“, räumt Roshop ein. „Wie sind nicht so unterstützt worden, wie wir es uns gewünscht hätten.“ Zur Erinnerung: CDU-Mann Peter Luther hätte seine Arbeit als Bürgermeister gerne fortgesetzt, doch er verzichtete auf eine erneute Kandidatur, weil die Sozialdemokraten ihn nicht mitgetragen hätten. Stattdessen fiel die Wahl auf Oelmann.

Grünes Licht für eine Wiederwahl der Amtsinhaberin könnte erneut aus der FDP kommen: „Die Tendenz geht zu Elke Oelmann“, erklärt Reinhard Börger auf Anfrage. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Die Fraktion wolle sich am kommenden Montag treffen, um ein persönliches Gespräch mit Oelmann zu führen. Wichtig sei für die Liberalen „ein Bürgermeister für alle Barnstorfer“. Die Person müsse zu den Problemen vor Ort stehen und sich für Lösungen einsetzen, sei es Umgehungsstraße, Fracking oder auch Gewerbegebiete.

Nach Informationen unserer Zeitung ist die Wählergemeinschaft ebenfalls nicht abgeneigt, Oelmanns Kandidatur zu unterstützen. Helmut Klug hält sich in diesem Punkt aber noch bedeckt: „Wir werden am Wochenende noch weitere Gespräche führen, die letzten fünf Jahre beleuchten und uns dann für den besten Kandidaten entscheiden“, sagt der Ratsherr. Wichtig sei ihm, dass die Bewerber zu Themen, die von öffentlichem Belang seien, Stellung beziehen. „Wir verlangen eine eindeutige Meinungsäußerung.“

Michael Bruhns (SPD).

Der SPD-Ortsverein Barnstorf hat sich in dieser Woche noch einmal demonstrativ hinter Michael Bruhns gestellt: „Er ist Fraktionssprecher der SPD für den Flecken Barnstorf und leitet die Geschicke der Fraktion mit erfahrener und besonnener Hand“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Ergebnisse der Kommunalwahl würden deutlich den Willen des Wählers unterstreichen, einen sozialdemokratischen Bürgermeister-Kandidaten im Flecken Barnstorf zu stellen.

Vor fünf Jahren hatte die Partei Nackenschläge einstecken müssen, weil sie als stärkste Kraft im Fleckensrat keinen eigenen Kandidaten präsentiert hatte. Daraus haben die Beteiligten offenbar gelernt. „Wir sehen es als unsere Pflicht an, einen Kandidaten aufzustellen“, betont Bruhns. Er gehöre seit zehn Jahren dem Rat an und wisse den Rückhalt seiner Genossen zu schätzen.

Eine Hauptaufgabe als Ratsvorsitzender würde er darin sehen, mehr Harmonie in den Rat zu bekommen, erläutert der 59-jährige Fachinformatiker im Gespräch mit unserer Zeitung. In den vergangenen Jahren seien Diskussionen teilweise niveaulos gewesen. Politiker könnten geteilter Meinung sein, aber es sollte ein sachlicher Umgang gepflegt werden. Bei politischen Themen stünden Umgehungsstraße und Gewerbeflächen vorne an. Und es gehe darum, auf sozialer Ebene voranzukommen, um Barnstorf als attraktiven Wohnort zu gestalten. „Das Thema Einheitsgemeinde liegt mir immer noch am Herzen“, fügt Bruhns hinzu.

Elke Oelmann würde gerne an ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Bürgermeisterin anknüpfen und die Gemeinde weiterhin repräsentieren. „Ich habe in den vergangenen Jahren viel Zeit dafür geopfert. Aber ich habe es gerne gemacht und würde es gerne weitermachen“, sagt die Grüne. Die Unterstützung aus den eigenen Reihen ist ihr sicher. Ihr Wahlergebnis, immerhin ein Stimmenanteil von rund 18 Prozent im Flecken Barnstorf, werten auch ihre Parteifreunde als Bestätigung ihrer Arbeit und als Auftrag, das Amt in der neuen Wahlperiode fortzusetzen.

Etwas verwundert ist die 51-jährige Förderschullehrerin darüber, dass ihre politische Haltung im Vorfeld der Bürgermeister-Wahl verstärkt hinterfragt werde. Natürlich habe sie ihre Standpunkte als Grüne, die es ihr bei Themen wie Umgehungsstraße oder Fracking nicht leicht machen würden, sagt Oelmann. Aber in ihrer Funktion als Bürgermeisterin gehe es darum, sich weder auf politische Inhalte festzulegen noch sich verbiegen zu lassen, sondern die mehrheitliche Auffassung des Fleckensrates nach außen zu vertreten. „Ich möchte an dem gemessen werden, was ich in den letzten fünf Jahren geleistet habe“, lautet Oelmanns Appell an die Ratskollegen.

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