Sechs Mitglieder verlassen Rat des Fleckens Barnstorf 

Bürgermeisterin sagt Danke für Mut und Verantwortung

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Bürgermeisterin Elke Oelmann dankte den ausscheidenden Ratsmitgliedern des Fleckens Barnstorf (v.l.): Günter Rödenbeck, Peter Luther, Herbert Stahmann, Udo Humburg und Werner Tinnemeyer. Nicht anwesend war Astrid Wenzel.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Wenn ein Nationalspieler seine Fußballkarriere an den Nagel hängt, jubeln ihm zehntausende Fans im Stadion zu. In der Kommunalpolitik ist der Zuspruch aus der Bevölkerung gering, obwohl die ehrenamtliche Leistung ebenfalls große Anerkennung verdient. Lediglich vier Zuhörer bildeten die Kulisse im Saal des Rathauses, wo der Rat des Fleckens Barnstorf am Mittwochabend zu seiner letzten Sitzung in dieser Wahlperiode zusammenkam. Dabei wurden 6 von 17 Mitgliedern verabschiedet, darunter auch „Urgestein“ Peter Luther, der mit drei Jahrzehnten die längste Zeit aktiv war.

Bürgermeisterin Elke Oelmann hatte Präsente und Blumen für die ausscheidenden Ratsvertreter im Gepäck und sagte gleich mehrfach „Danke“ in die vertraute Runde. Ihre Worte galten auch den Mitgliedern, die dem Rat erhalten bleiben. Es waren ein Dank für das ehrenamtliche Engagement, ein Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in Rat und Verwaltung, ein Dank für den Mut, Entscheidungen zu treffen, und ein Dank, Verantwortung für den Flecken Barnstorf zu übernehmen.

In einem Rückblick streifte die Ratsvorsitzende zahlreiche Bereiche, mit denen sich die Barnstorfer Politik in den vergangenen fünf Jahren beschäftigt hatte. Manche Themen waren schon fast in Vergessenheit geraten, andere sind nach wie vor aktuell. Der Rat befasste sich beispielsweise mit den Baufenstern für Tierhaltungsanlagen, die für reichlich Zündstoff in Politik und Landwirtschaft sorgten, oder auch in gemeinsamen Gesprächen mit der Nachbargemeinde Eydelstedt mit der Ortsumgehung.

Letzte Maßnahmen der Ortskernsanierung, Bau der Vereinssporthalle, Entwicklung der Baugebiete in Walsen und Kienmoor sowie die Beratungen zur Straßenbaubeitragssatzung, die noch nicht vom Tisch ist, bildeten wesentliche Schwerpunkte der Ratsarbeit. Eine „historische Entscheidung“ sei die Aufhebung des traditionsreichen Krammarktes gewesen, so Oelmann. Zukunftsweisend sei die Beteiligung am kreisweiten Breitbandausbau, der vor wenigen Wochen beschlossen wurde.

Das erste Abschiedsgeschenk des Abends ging an Herbert Stahmann, der vor fünf Jahren für die Wählergemeinschaft „Bürger im Fokus“ (BiF) in den Rat einzogen war. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, Transparenz zu schaffen und Bürger in Diskussion einzubinden, stellte die Bürgermeisterin fest. Auch SPD-Ratsherr Udo Humburg war fünf Jahre aktiv. Er hatte den Vorsitz im Ausschuss für Planung, Verkehr und Umweltschutz, wo er sich mit seinem beruflichen Fachwissen einbrachte. „Du bist ein Politiker der klaren Worte und der lebhaften Diskussion“, lobte Oelmann.

Sie bedauerte auch das Ausscheiden von Astrid Wenzel, immerhin eine von zwei Frauen im Fleckensrat. Die Vertreterin der FDP-Fraktion war am Mittwochabend nicht anwesend. Sie gehörte zehn Jahre dem Rat an und habe ohne parteipolitische Interessen ihre Meinung vertreten, so Oelmann. CDU-Mann Günter Rödenbeck war 15 Jahre aktiv. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildete der Ausschuss für Planung, Verkehr und Umweltschutz.

Mit Werner Tinnemeyer verabschiedete sich ein Ratsmitglied, das sogar zwei Jahrzehnte in der Kommunalpolitik aktiv war. Er habe die Politik der SPD im Flecken Barnstorf mitgeprägt, erklärte die Bürgermeisterin. In den vergangenen Jahren hatte sich der ehemalige Fraktionssprecher aus gesundheitlichen Gründen etwas zurückgezogen. Es sei eine hohe Belastung für Ratsvertreter, wenn sie in Mitgliedsgemeinde und Samtgemeinde zugleich aktiv seien, meinte Tinnemeyer und ergänzte: „Hier wäre eine Einheitsgemeinde das Positivste, was wir auf die Beine bringen könnten.“

Ein Ratsvertreter, der diese Doppelbelastung sogar drei Jahrzehnte lang auf sich genommen hat, ist Peter Luther. Seine politische Karriere suche ihresgleichen, stellte Oelmann fest. Die Grüne hatte vor fünf Jahren das Amt des Bürgermeisters übernommen, das Luther zehn Jahre lang bekleidet hatte. Während seiner Tätigkeit habe sich der Christdemokrat in vielen Bereichen engagiert, angefangen bei der Umgehungsstraße bis hin zur Müllsammelaktion. Die Organisation des Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival mache den Flecken über seine Grenzen hinaus bekannt.

Luther blickte mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er sagte, auf eine „interessante und lehrreiche Tätigkeit“ zurück. In guter Erinnerung waren ihm die Anfänge seines kommunalpolitischen Wirkens, damals unter seinem „politischen Ziehvater“ Ludwig Roshop und der Regie von Gemeindedirektor Wilhelm Langhorst. „Wir waren ein Team, hatten den richtigen Draht zueinander“, schilderte der 75-jährige Barnstorfer den Zusammenhalt im Gemeinderat. Inzwischen sieht er hier, insbesondere durch den Einzug der Wählergemeinschaft, ein anderes Bild: „Es wird nicht mehr gemeinsam entschieden, sondern grundsätzlich erst einmal Opposition betrieben. Verbesserungsvorschläge kommen ganz selten.“

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