Vorstellung im Mehrgenerationenhaus

Bauchredner Michael Schürkamp zieht Barnstorfer Publikum seinen Bann

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Coco, der Rabe hat sich in Rita aus dem Publikum verliebt. Er bat sie auf die Bühne für ein Küsschen. 

Barnstorf - Eigentlich ist er Lehrer. Doch seine große Liebe gilt den Puppen und dem Bauchreden. Die Rede ist von Michael Schürkamp aus Münster, der mindestens so gut ist wie seine Kollegen Sascha Grammel und Andreas Römer in der Bauchrednerszene. Am Dienstag war er im Mehrgenerationenhaus in Barnstorf vor rund 35 Gästen von klein bis groß zu Gast.

Aber er war nicht allein: Mit ihm waren seine allererste Bauchredner-Puppe, der Rabe Coco, der gut rechnen kann, aber nicht will, Dino der kleine Saurier und Karl der freche sprechende Mülleimer gekommen.

Doch wie kommt ein Lehrer eigentlich zum Bauchreden? „Liebe auf den ersten Blick, sagt Schürkamp“, der als Deutschlehrer-Assistent in Frankreich eine Theatergruppe traf und sich in die Arbeit verliebte. „Bauchreden, das ist ja Reden für zwei Personen“.

Schürkamp gelingt das phänomenal. Mit Mimik und Gestik wird Dino zum adäquaten Gesprächspartner und immer, wenn sich das eine Bein des Bauchredners und Puppenspielers hinter den Trenchcoat, der neben ihm aufgebaut steht, bewegt, ist klar: Jetzt mischt sich auch noch Karl der sprechende Klappdeckel-Mülleimer ein. Das ist eine selbstgebaute Puppe von Schürkamp. Meist ist er frech, mit dem er die Konversation ergänzt, meist ist es das Wort „Currywurst“ als Generalantwort auf alle von ihm aufgeschnappten Fragen.

Kinder wollten mehr, mehr, mehr

Und genau das ist das Patentrezept für das Dauerlachen, die über hundertprozentige Konzentration der Kinder im Publikum. Was der nette Herr dort auf der Bühne sonst noch so tut im realen Leben, das interessierte die Kinder weniger: Sie wollten mehr, mehr, mehr und wollten alle Inhalte aller Koffer sehen, die Schürkamp mit auf der kleinen Bühne dabeihatte. Es gab den Kinder-, den Erwachsen- und den Kinder-Erwachsenenkoffer. Dort schliefen seine Figuren, wenn er nicht mit ihnen redete. Waren die Figuren dran, dann schlossen die Kinder sofort einen Pakt mit ihnen und die Puppen wurden mit der Stimme, den frechen Antworten oder Fragen von Michael Schürkamp lebendig.

Jugendpfleger Ole Sterzig konnte sich mit seiner Mitorganisatorin des Events Christine Trenkamp beruhigt auf dem roten Sofa zurücklehnen: Denn dieses Engagement hatte ins Schwarze getroffen. „Den müssen wir uns merken“, sein Fazit. Auf Nachfragen stellte sich heraus, dass Michael Schürkamp ganz durch Zufall im Internet gefunden wurde.

Worte und die Stimme in den Mund gelegt

Schürkamp ist aber noch ganz anders unterwegs: Er ist fest überzeugt, dass humorvoll beigebrachter Lernstoff besser aufnehmbar und erinnerbar sei. Das hätten psychologische Studien belegt. Und siehe da, sein Angebot als Coach zeigt: Er gibt für das Niedersächsische Studieninstitut einen „Workshop für Bürgermeister: Authentisch auftreten und überzeugend präsentieren“. Da kommen ganz sicher die Erwachsenpuppen, die so wunderbar an die Muppetshow-Bewohner erinnern zum Einsatz. Und wenn dann das nächste Mal ein Bürgermeister einem gegenübersteht, fällt es auf: „Herr Bürgermeister, Sie haben bestimmt ein Seminar bei Michael Schürkamp besucht?“.

Wie der Bauchredner nicht nur Puppen tanzen lassen konnte, erfuhren Henriette und Rolf aus dem Publikum: Sie durften auf Armdruck von Schürkamp nur den Mund auf und zu machen, er legte ihnen die Worte und die Stimme in den Mund… Rita bekam von Rabe Coco auf der Bühne ein Mehrgenerationenhaus-Küsschen, denn der Rabe hatte sich in sie verliebt. Doch vorher mussten alle im Publikum sich die gespreizten Finger vor die offenen Augen legen, damit sie nichts mehr sahen. „Das war der Michael“, den Anlauf nahm der Bauchredner mehrfach, bevor er endgültig sein Programm schloss. 

sbb

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