„Bild des Monats“ im Overbeck-Museum

Zwei Hütten, Ruhe und Klarheit

Das Gemälde „Abend am Moorkanal“ von Fritz Overbeck ist im August das „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum. Es gilt, so die Formulierung, als „klassisches Worpsweder Motiv in Vollendung“. - Foto: Overbeck-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ein neuer Monat naht, und mit dem neuen Monat gibt es ein neues „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum. Für den August, das darf schon verraten werden, fiel die Wahl in dieser beliebten Reihe auf ein „klassisches Worpsweder Motiv in Vollendung“, wie Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi sagt. Die Wahl fiel auf das Gemälde „Abend am Moorkanal“ von Fritz Overbeck.

„Das Bild ist noch gar nicht so lange im Overbeck-Museum zu sehen“, so Pourshirazi weiter. „Erst dank der Dauerleihgabe durch einen privaten Kunstsammler kann es öffentlich gezeigt werden.“ Was ist zu sehen? Das: „Eine Reihe zarter Birkenstämme spiegelt sich im Wasser eines Moorkanals, zwei reetgedeckte Hütten stehen am Ufer. Das idyllische Landschaftsmotiv strahlt große Ruhe und Klarheit aus.“

Ruhe und Klarheit – ein die Zeiten überdauerndes Motiv. Aber die frühe Arbeit des Worpsweder Malers besteche nicht allein durch ihre klare Linienführung und die harmonische Bildgestaltung, so die Museumsleiterin. Das Bild weise zugleich deutliche Parallelen zu einigen Werken des Worpsweder Malerkollegen Otto Modersohn auf.

Pourshirazi: „Das ist kein Zufall. Overbeck und Modersohn waren vor allem in den Anfangsjahren der Künstlerkolonie eng befreundet und haben sich intensiv über Kunst ausgetauscht. Das gemeinsame Malen und Zeichnen in der Natur gehörte ebenso zu ihrem Alltag wie leidenschaftliche Diskussionen über Kunst.“

Mehr als wahrscheinlich sei es daher, dass die beiden Maler das eine oder andere Mal auch vor dem gleichen Motiv gearbeitet haben. „Zudem war der um vier Jahre ältere Modersohn nicht nur Freund, sondern auch Mentor Fritz Overbecks“, sagt Pourshirazi. „Seine Kunstauffassung und Malweise dürften den jüngeren Freund und Kollegen vor allem in den ersten Jahren beeinflusst haben. 

Trotz der motivischen Gemeinsamkeiten mancher Bilder sind aus dieser Künstlerfreundschaft jedoch individuelle Kunstwerke hervorgegangen, die klar erkennbar die Handschrift des einen oder des anderen Malers tragen.“

Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) seit 1990 das Museum gewidmet. Das Overbeck-Museum ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Am Mittwoch, 10. August, und am Mittwoch, 24. August, bietet Museumsleiterin Pourshirazi 30-minütige Kurzführungen zum „Bild des Monats“ an. Sie beginnen jeweils um 17 Uhr. Kosten: zwei Euro plus Museumseintritt.

Zeitgenössisches in der Villa Sponte

Zeitgenössische Arbeiten zeigt unterdessen die Villa Sponte, Osterdeich 59b, in ihrer neuen Ausstellung. Sie beginnt am Freitag, 12. August, und dauert dann bis einschließlich Sonntag, 18. September. Unter dem Titel „Lichte Masse“ sind Werke der Malerin Elvira Lantenhammer aus dem unterfränkischen Triefenstein und des Bremer Bildhauers Gunther Gerlach zu sehen.

Die Ausstellung beginnt mit einer Vernissage am Freitag, 12. August, um 18 Uhr. Die Laudatio hält Dieter Begemann. Anschließend ist die Doppelausstellung dienstags, sonnabends und sonntags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Elvira Lantenhammer zeigt Arbeiten ihrer Serie „Lagepläne – Siteplans“. „Aus der Farbfeldmalerei heraus entwickelt, sind ihre Landschaftsmotive nicht auf den ersten Blick zu erkennen“, heißt es in einer Vorschau. Und: „Eine Farbkomposition, die den gefundenen Grundfarbklang für einen Ort umkreist, ist das Endprodukt des komplexen Vorgangs der Aneignung eines Ortes.“

Kurzum: „Lantenhammer bringt malerisch zum Ausdruck, dass wir auf die räumliche Ordnung von Venedig völlig anders reagieren als auf die von New York.“ Ihre Serie „Lagepläne – Siteplans“ hat die Künstlerin bereits 1998 konzipiert und begonnen. „In den Arbeiten zu vielen Städten der Welt zeigen sich Aura und Atmosphäre des jeweiligen Ortes“, so ein Sprecher.

Der Holzbildhauer Gunther Gerlach aus Oslebshausen präsentiert Arbeiten, die unter anderem als „sperrig“ beschrieben werden. „Nicht das Geschönte interessiert den Künstler, sondern das allseitig sinnlich Erfahrbare“, heißt es. Und weiter: „Dabei richtet sich seine Arbeitsmethode auf die Wahrnehmung von Körper-Raum-Zusammenhängen. Die Bedeutung des geformten Einzelstücks bleibt in den Installationen als Teil erfahrbarer Orte erhalten.“

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