Grundsteinlegung für das Technologiezentrum „Ecomat“ in der Airport-Stadt

Zentrum für Wissenschaft und Industrie

Grundsteinlegung fürs „Ecomat“-Gebäude am Mittwoch: Martin Günthner (v.l.), Charles Champion und Michael Göbel verstauen die Röhre mit den Fotos der Veranstaltung. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die Festredner nehmen Fotoapparate in die Hand und knipsen die Gäste. Ein ungewöhnliches Vergnügen für Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), Charles Champion (Airbus) und Michael Göbel (Wirtschaftsförderung). Dann werden Bildstreifen entnommen und in eine Röhre gesteckt. Diese fällt durch ein Rohr in den Erdboden. Der Grundstein für das „Forschungs- und Entwicklungszentrum für Leichtbau, innovative Materialien und Oberflächentechnologie“, kurz „Ecomat“, in der Airport-Stadt ist gelegt. Zuvor betonen die drei Redner die Bedeutung des Zentrums, das Wissenschaft und Industrie zusammenführen und so insbesondere Bremens Stärken in der Luft- und Raumfahrt, aber auch in anderen Branchen wie Automobilbau, weiter ausbauen soll. „Das wird der zentrale Leuchtturm für das wissenschaftliche und industrielle Know-how des Standorts Bremen“, sagt Günthner.

Der Politiker erinnert an 5 000 neue Jobs in Bremen, in denen Industrie eine zentrale Rolle spiele. In Zukunft sollen Ideen aus Bremen die Spielregeln ganzer Branchen neu schreiben. „Wir wollen hier die ,Game Changer‘ denken und bauen, digital vom Anfang bis zur Ausführung“, so Günthner weiter. „Diese Stärke bringen wir in die nationalen und internationalen Forschungsverbünde ein, für weiteren Aufwind für Produkte aus Bremen.“

Auch Champion, für die Grundsteinlegung extra aus Frankreich eingeflogen, setzt große Hoffnungen in das neue Zentrum. „Wir arbeiten jeden Tag daran, die Performance unserer Flugzeuge zu steigern. ,Ecomat‘ liefert die Antworten auf die dabei auftretenden Herausforderungen“, sagt Champion. Für ihn stellt die Kooperation in solchen Verbünden die Zukunft der Arbeit dar.

Hauptmieter im „Ecomat“-Gebäude sind Airbus und das Faserinstitut. Mit von der Partie sind auch wissenschaftliche Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung sowie die Unternehmen Daimler und Broetje-Automation. Der Spezialist für Fertigungslinien und Automation in der Luftfahrtindustrie beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter in Rastede, die Zahl der weltweit Beschäftigten schwankt zwischen 500 und 800. „Wir könnten uns gut ein Service-Büro im ,Ecomat‘ vorstellen. Vielleicht stellen wir auch einen Demonstrator in eine Halle, eine Anlage, mit der unsere Lösungen anschaulich werden“, sagt Dirk Eickhorst, Leiter der Technologie-Abteilung bei Broetje. „Es ist gut, so nahe an Airbus zu sein, direkt im Kontakt mit den Menschen, die mit unseren Produkten arbeiten.“ Besonders wichtig sei dies beim Einsatz hybrider Systeme, bei dem Mensch und Maschine zusammenarbeiten.

Die Mietflächen sind bereits zu 100 Prozent vergeben. Die Mieteinnahmen erlauben die Finanzierung des 58 Millionen Euro teuren Zentrums über langfristige Kredite, so die Wirtschaftsförderung (WFB). Das Projekt trage sich ohne staatliche Subventionen, heißt es. 22 000 Quadratmeter stehen für Labore, Büros und ein Technikum zur Verfügung. Ab Ende 2018 finden hier rund 500 Mitarbeiter Platz. Bauherrin ist die H.A.G.E. Grundstücksverwaltung, eine Tochter der WFB.

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