Innenstadt-Entwicklung: Mehr Neueröffnungen als Schließungen

Im Zeichen des Wandels

In der Bremer Innenstadt – hier ein Blick in die Obernstraße – gehört Veränderung zum Geschäft. Verschiedenen Schließungen stehen einige Neueröffnungen gegenüber. - Foto: Seegers

Bremen - Von Nina Seegers. Die Bremer Innenstadt ist einem fortwährenden Wandel unterworfen. Der Plan, im Ansgariquartier ein großes „City-Center“ zu errichten, ist ja vor gut einem Jahr geplatzt. Und auch aktuell gibt es einige Geschäfte, die ihre Pforten schließen. Die Zahl der Neueröffnungen überwiegt jedoch deutlich.

Das Schuhhaus Wachendorf an der Ansgaritorstraße schließt Ende November nach 140 Jahren seine Pforten. Die französische Modekette „Promod” hat in Deutschland Insolvenz angemeldet – und daher ihre Filiale an der Obernstraße 45–47 bereits geschlossen. Und aus dem gleichen Gebäude wird vermutlich auch bald „Esprit“ ausziehen.

Das Modeunternehmen hatte das Geschäft 2013 bereits um eine Etage auf zwei Etagen verkleinert und den Store durch verschiedene Umbauten verändert. „Da alle diese Maßnahmen keine positive Wende für das Geschäft mit sich gebracht haben, plant ,Esprit‘ vorbehaltlich einer abschließenden Verständigung mit dem Vermieter die Schließung des Stores im Rahmen seiner international umgesetzten Strategie, eine Überdistribution durch die Schließung wirtschaftlich nicht rentabler Stores abzubauen”, erklärt nun Hartmut Schultz, Pressesprecher von „Esprit“.

Vermieter halten sich bedeckt 

Was auf „Promod” und „Esprit” (gesetzt den Fall, dass „Esprit” wirklich geht) folgen könnte, ist noch ungewiss. Der Eigentümer der Immobilie hält sich bedeckt und war nur zu einem Statement zu der leerstehenden Ladenfläche bereit, wo ehemals „Promod” beheimatet war. „Wir prüfen derzeit ergebnisoffen, wie die leerstehende Fläche im Objekt künftig genutzt werden soll”, heißt es bei der Deka Immobilien.

Dass Geschäfte in der Innenstadt schließen, kommt vor. Und im Fall des Schuhhauses Wachendorf, das ein Bremer Familienunternehmen ist, ist das besonders bedauerlich. Umso erfreulicher ist es, dass aktuell viele neue Geschäfte in der City eröffnen: Seit kurzem erst erweckt – wie berichtet – das Warenhaus „Manufactum” die denkmalgeschützte Kassenhalle in dem ehemaligen Bürogebäude der Bremer Bank am Domshof zu neuem Leben. Bald soll dort auch die „Markthalle Acht” eröffnen.

Eis statt Kontoauszug

In der Sögestraße zieht das Eiscafé „Cream Lovers” in die ehemalige Sparkassen-Filiale. Und ein paar Häuser weiter, dort, wo „H&M“ einst eine Filiale betrieb, wird bald das Modehaus „Brax” eröffnen. In der Katharinenpassage ersetzt die „Geniessbar” eine Kunstgalerie und auf dem Hanseatenhof hat die „wein.heimat” – eine Weinhandlung, die sich mit einem innovativen Konzept jungen Winzern widmet – eröffnet. Auch für die Drogeriekette „DM“ in der Hutfilterstraße scheinen die Geschäfte so gut zu laufen, dass sich die Filiale um ein gehöriges Stück vergrößert hat.

In der Bremer City tut sich also was. „Wir sind derzeit sehr, sehr gut zufrieden. So viele Neueröffnungen hat es schon lange nicht mehr gegeben”, so Dr. Jan-Peter Halves. Der Geschäftsführer der Einzelhändlervereinigung City-Initiative weiß, dass eine Innenstadt heute viel mehr können muss als vor 20 Jahren. Denn shoppen können die Leute auch im Internet. „Ein Thema von zunehmender Bedeutung ist die Aufenthaltsqualität in der City”, betont Halves. „Es geht um viel mehr als nur ein attraktives Einzelhandelsangebot: Die Mischung aus Geschäften, Gastronomie, Kultur, Freizeit und Erlebnis muss stimmen.”

Platz wurde belebt

Sehr gut angenommen werden die begrünten Bänke auf dem Ansgarikirchhof vor dem „Citylab“. „Dieser Platz war sonst tot. Jetzt nutzen viele Leute diese Fläche zum Verweilen“, sagt Haves. Auch freies W-Lan soll im Herbst in der ganzen City zur Verfügung stehen.

Am 30. Oktober ist ein verkaufsoffener Sonntag in der Bremer City und im Viertel (13 bis 18 Uhr).

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