160-Millionen-Euro-Projekt: 450 neue Einheiten in Überseestadt

Wohnungen statt Schuppen

Der Schuppen 3 aus den 50er Jahren in der Überseestadt wird Platz machen für 450 neue Wohnungen (links). Ein Teil des Schuppens (unten) bleibt allerdings umgebaut für Kreative und Gewerbe erhalten. - Foto: Asset-Firmengruppe

Bremen - Nun ist der Weg frei: Der Schuppen 3 in Bremens boomender Überseestadt wird 450 neuen Wohnungen für verschiedene Zielgruppen weichen. Die Wirtschaftsdeputation hat jetzt grünes Licht für den Verkauf des gut 36 600 Quadratmeter großen Grundstücks sowie für den Umbau des alten Backsteingebäudes gegeben. Rund neun Millionen Euro wird Bremen dafür kassieren. Ein Teil des Schuppens bleibt erhalten.

Der Haushaltsausschuss muss noch zustimmen, doch das dürfte am 10. Juni nur eine Formsache sein. Der Schuppen 3 liegt direkt am Weserufer – an der Überseepromenade in der Nähe des Schuppens 1 mit seinem Zentrum für Automobilkultur und 20 Lofts, die per Auto über und Fahrstühle erreichbar sind. Das Großprojekt ist für Bremen alles andere als alltäglich: Der Investor wird mehr als 160 Millionen Euro in das Vorhaben stecken, wie er gestern gegenüber unserer Zeitung sagte.

Im alten Hafenschuppen aus den 50er Jahren wurde jahrzehntelang Stückgut gelagert wurde. Die Wirtschaftsförderung (WFB) wird den Kaufvertrag für das 400 Meter lange und 59 Meter breite Gebäude vorbereiten. Er soll im Juli unterzeichnet werden. Käuferin des Objekts ist die „Überseestadt Schuppen 3 Grundbesitz GmbH“, wie Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) sagte.

„Mit der Entscheidung der Deputation bringen wir ein städtebauliches Großprojekt ins Laufen, das viel Raum zum Wohnen und Arbeiten schafft und ein Gewinn für die Überseestadtentwicklung sein wird“, betonte Günthner. Die Bauarbeiten sollen im vierten Quartal 2017 beginnen. Bis dahin werden unter anderem der Bebauungsplan für das Areal angepasst und vier Architekturwettbewerbe durchgeführt.

Investor Ingo Damaschke, Geschäftsführer der „Überseestadt Schuppen 3 Grundbesitz GmbH“, hat in enger Abstimmung mit dem Wirtschaftsressort, dem Bauressort und der WFB ein umfassendes Konzept für die Umgestaltung des Schuppens 3 entworfen. Unterstützt wird Damaschke vom Bremer Architekten Professor Manfred Schomers und Vermarktungspartner Jens Lütjen, Geschäftsführ der Robert C. Spies GmbH.

Der Schuppen 3 bleibt den Angaben zufolge auf gut 100 Metern erhalten. Die freiwerdenden Flächen werden für Wohnbebauung genutzt. Insgesamt sind 450 Wohneinheiten geplant, von denen bis zu 150 öffentlich gefördert sind. Damit übererfüllt Investor Damaschke die geforderte Quote für den sozialen Wohnungsbau von 25 Prozent, die Bremen sich selbst verordnet hat. Im rechten Winkel zum Europahafen entstehen acht Wohngebäude mit je fünf bis sechs Stockwerken, die in leichtem Versatz angeordnet sind. So ist fast von jeder Wohnung aus der Blick auf das Wasser möglich, heißt es. Auch entlang der Konsul-Smidt-Straße ist eine Wohnbebauung vorgesehen.

Zum Schuppen 1 hin wird ein sogenannter Hochpunkt gesetzt: ein 13-geschossiges Gebäude, in dem sowohl Wohnen als auch Gewerbe möglich ist. In das Erdgeschoss sollen Dienstleistungen, Einzelhandel und Gastronomie einziehen. Der verbleibende Teil des Schuppens wird umgestaltet, soll aber den Charakter als Hafenschuppen behalten, wie die Planer sagen. Hier sollen Kreative, Gewerbe, Unternehmen und Gastronomie Platz finden. Durch die gewerblichen Nutzer rechnet das Wirtschaftsressort mit bis zu 600 Arbeitsplätzen.

Die Miet- und Eigentumswohnungen sind unterschiedlich groß: von der Ein- bis zur Fünfzimmerwohnung. Der Investor will damit nach eigenen Angaben Wohnen für vielfältige Zielgruppen möglich machen: Singles, Alleinerziehende, Paare und Familien. Eine Kindertagesstätte ist in Planung, wie es heißt.

gn

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