Bremer Verein Borda seit fast 40 Jahren in der Entwicklungshilfe aktiv

Wirken im Verborgenen

Der Unternehmensberater und Umweltaktivist Elan in Bangalore, der drittgößten Stadt Indiens, am Belandur-See, dem größten Gewässer der Stadt. Wie es um die Wasserqualität bestellt ist, zeigen rechts die Schaumkronen auf dem Wasser. - Foto: Julia Knop

Bremen - Von Ralf Sussek. Der Verein Borda wächst – und wirkt doch ein wenig im Verborgenen. Zu Unrecht: Seit 39 Jahren engagiert sich Borda weltweit in der Daseinsvorsorge von Menschen in der ganzen Welt, insbesondere im Bereich Wasser und Abwasser.

Borda steht für „Bremen Overseas Research und Development Association“ – und das tun die Verantwortlichen immer noch: Sie entwickeln und etablieren vorzugsweise in Asien und Afrika Systeme zur Wasserver- und -entsorgung. Die Mittel dafür erhält Borda überwiegend vom Bund, ist also ein (gar nicht mehr so kleines) Rädchen in der Entwicklungshilfe-Maschinerie.

Beweis gefällig? Anfang Juni hat das EU-Projekt „Innoqua“ begonnen. In vier Jahren sollen 20 Partner aus elf europäischen Ländern eine innovative, dezentrale und nachhaltige Technologie zur Abwasserbehandlung erforschen und auf den Markt bringen. Ein Teilaspekt: die Abwasserbehandlung mit Regenwürmern.

Borda ist der viertgrößte Partner des Projekts, zu denen Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und eben Borda als einzige Nichtregierungsorganisation gehören. Von den neun Millionen Projektmitteln gehen 600.000 Euro an Borda, die davon zwei Pilotanlagen errichtet und unterhält.

Viel zu tun. Deshalb wurden die Büroräume an der Universität zu klein. Der Umzug in das Gebäude mit Blick auf das Gelände von Beck & Co. soll den Verein Borda, der in Bremen 20 Mitarbeiter hat, auf die nächste Stufe heben. Rund 300 sind es in Tansania, Indien, Afghanistan, Indonesien oder Mexiko, eben „dort, wo sie gebraucht werden“, sagt Geschäftsführer Stefan Reuter. Dazu kommt ein Netzwerk von lokalen Partnerorganisationen in mehr als 25 Ländern.

Die neuen Büroräume in Bremen zieren Bilder der Hamburger Fotografin Julia Knop. Sie hat das Borda-Engagement in und um Bangalore (Indien) dokumentiert und mit den Menschen dort gesprochen, sie porträtiert oder bei ihrer Arbeit abgelichtet. Ein Teil dieser Aufnahmen ist als öffentliche Ausstellung („Water matters“) in den neuen Räumen von Borda (Am Deich 45) zu sehen.

www.borda.de

www.juliaknop.com/water-matters

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