Vereinbarung zwischen Stadt und Eigentümer soll Grohner Düne retten

„Wir lassen die Brücken runter“

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Die Wohnanlage Grohner Düne ähnelt von der Bauweise der in Tenever. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Clan-Fehden, Kriminalität, Isolation – die Anfang der 70er Jahre errichtete Großwohnanlage Grohner Düne in Bremen-Nord ist ein Problemviertel, ein so genannter sozialer Brennpunkt. Doch nun soll alles besser werden. Der rot-grüne Senat jedenfalls setzt große Hoffnungen in eine Kooperationsvereinbarung mit dem Eigentümer der Wohnanlage.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) und Bausenator Joachim Lohse (Grüne) haben das sechsseitige Papier für Bremen unterschrieben. Fürdas Immobilienunternehmen Grand City Property, dem die Grohner Düne gehört, unterzeichnete Raanan Gabay, Niederlassungsleiter Deutschland (Berlin). Stadt und Eigentümer wollen nun – so die Absicht – in die Grohner Düne, deren Umfeld und in die soziale Infrastruktur investieren.

Bremen will bis zu 3,5 Millionen Euro ausgeben, um Wohnanlage und Umfeld „dauerhaft aufzuwerten“, wie es gestern im Rathaus hieß. Das soll aus bereits angemeldeten Mitteln der Städtebauförderung des Bundes finanziert werden. Für Grand City Property wurde keine Investitionssumme genannt. Das Unternehmen leiste aber einen „monetären und ideellen“ Beitrag, der „ganz immens ist“, sagte Senator Lohse.

Das Unternehmen, das die Wohnanlage 2014 gekauft hatte, verspricht in der Vereinbarung unter anderem, sukzessive alle Eingänge und Treppenhäuser zu renovieren. In diesem und im nächsten Jahr sollen zudem acht Fahrstuhlanlagen saniert und elf komplett erneuert werden. Gegenwärtig leerstehende Wohnungen werden laut Vereinbarung renoviert, Grünflächen „aufgewertet“. Vermietet wird durch ein Vermietungsbüro am Ort, ein „Belegungsmanagement“ soll für „eine ausgewogene Bewohnerschaft und ein konfliktfreies Miteinander“ sorgen. Zudem stellt Grand City Property ab Herbst im Erdgeschossbereich mietfrei Räume für die Organisation SOS Kinderdorf zur Verfügung, die dort Kinder- und Jugendhilfe anbietet.

Derzeit wird eine neue Spielfläche in der „Kleinen Düne“ angelegt. Die Stadtgemeinde Bremen will die Fußgängerbereiche vor der „Großen Düne“ umgestalten und eine vereinfachte Querung der Straße einrichten. Straßen sollen ihre „Trennwirkung“ verlieren, sagte Senator Lohse. Geplant ist zudem der Bau einer „Hood-Training“-Anlage für Jugendliche.

Grand City Property und die Stadt haben bereits 2014 ein Sicherheitskonzept vereinbart, das neben Reinigungsmaßnahmen einen „zuverlässigen und dauerhaften Hausmeisterservice“ umfasst.

Bürgermeister Sielung verglich die Grohner Düne gestern mit einer Burg, die nun zugänglich gemacht werde: „Wir lassen die Zugbrücken runter und machen den Burggraben begehbar.“ Die privat-öffentliche Vereinbarung sei „ein Siebenmeilenschritt voran“. Bausenator Lohse verglich die Grohner Düne mit dem Osterholz-Tenever aus der Zeit vor der dortigen Neugestaltung. Das Beispiel zeige, was sich erreichen lasse. In Tenever gebe es heute „Vollvermietung“.

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