Absperr- und Verkehrsmaßnahmen aufgehoben

Bombe in Bremen erfolgreich gesprengt

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Der Krater nach der erfolgreichen Sprengung.

Bremen - In der Großenstraße im Stephaniviertel – in der Nachbarschaft von Kulturkirche und Radio Bremen – ist am Donnerstagnachmittag bei Bauarbeiten eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Freitag haben Polizei und Sprengmeister Andreas Rippert entschieden, dass sie am Sonntag entschärft werden soll.

+++ Aktualisierung 18 Uhr: Die für Sonntagvormittag angesetzte Bombenentschärfung im Stephani-Viertel wurde nunmehr erfolgreich im Güterverkehrszentrum (GVZ) in Form einer kontrollierten Sprengung durchgeführt, teilt die Polizei mit. +++

Der Ticker zur Bombenentschäfung am Sonntag:

15.41 Uhr: Die transportierte 20-Zentner-Bombe wird noch am Sonntag gesprengt. Die Vorbereitungen hierfür laufen. Sprengmeister Andreas Rippert hat sich für eine Örtlichkeit nahe dem Ende der Autobahn 281 entschieden. Der genaue Zeitpunkt für die Sprengung kann von der Polizei noch nicht benannt werden, da zunächst noch Erdarbeiten durchgeführt werden müssen. Für die Sprengung wird ein Sicherheitsradius von 1000 Metern eingerichtet. Im Umfeld der Sprengung kann es bei der Detonation zu Erschütterungen kommen.

Der Sprengmeister der Bremer Polizei, Andreas Rippert, am Fundort einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Bremen. 

14.20 Uhr: Die Weltkriegsbombe wurde auf ein Fahrzeug des Kampfmittelräumdienstes der Polizei Bremen verladen und wird derzeit ins Güterverkehrszentrum (GVZ) abtransportiert, teilt die Polizei mit. Alle Absperr- und Verkehrsmaßnahmen sind mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

13.30 Uhr:  Die Sprengung der Bombe wurde abgesagt. In unmittelbarer Nähe verläuft eine Gas-Hochdruckleitung, teilt die Polizei mit. "Das war schon bekannt, als wir von einer Entschärfung ausgingen, aber für eine Sprengung war das zu riskant", sagt ein Polizeisprecher. Andreas Rippert, der Sprengmeister des Kampfmittelräumdienstes und Einsatzleiter Jens Rezewski haben sich nach erneuter Risikoabwägung gegen die Sprengung im Stephaniviertel entschieden. Sie gehen davon aus, dass die Bombe nach der Freilegung transportabel ist. Das Restrisiko, dass von der Gashochdruckleitung ausgeht, wird durch diese Entscheidung bewusst umgangen. Nun soll die Bombe an einem unbewohnten Ort gesprengt werden. Maßnahmen zum Abtransport der Bombe mit einem Tieflader wurden laut Polizei bereits in die Wege geleitet. Anwohner und Bürger sollen nach wie vor nicht in das Evakuierungsgebiet gehen.  

12.30 Uhr: Die Weltkriegsbombe kann nicht entschärft werden. Um die Bombe unschädlich zu machen, wird innerhalb der nächsten Stunden eine kontrollierte Sprengung erfolgen, teilt die Polizei mit. Wegen der zu erwartenden Detonationen wird ein Unternehmen den Bereich um den Lageort vorab großzügig auskoffern, um mögliche Beschädigungen zu minimieren. Ziel ist es, das Erdloch um die Bombe möglichst tief zu machen, um mögliche Beschädigungen durch die Druckwelle zu minimieren. Sämtliche Evakuierungs- und Sperrmaßnahmen bleiben bestehen.

Das war passiert

Nach Angaben der Polizei besprachen sich der Einsatzleiter der Polizei Bremen und der Sprengmeister vom Kampfmittelräumdienst am Freitagmorgen und entschieden, die Entschärfung zu verlegen. Als Grund gibt die Polizei zu erwartende Beeinträchtigungen von Bürgern und Betrieben im zu evakuierenden Bereich an. Der neue Termin zur Entschärfung wird Sonntag, 24.07.2016 ab 8 Uhr sein. Der Brandmeister rechnet mit einer Entschärfungszeit von rund eineinhalb Stunden, um die 1.000 Kilogramm schwere Bombe mit zwei Zündmechanismen unschädlich zu machen.

"Das ist eine komplizierte Sache“, sagte ein Polizeisprecher. Der Grund: Die zwei Zünder sind verkrustet und verbogen. Rippert gehe davon aus, dass eine Entschärfung möglich ist. Sicher lasse sich das aber erst am Sonntag vor Ort beurteilen, so der Fachmann zu unserer Zeitung. Möglicherweise müsse dann auch gesprengt werden. Der Einsatz ist mit umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen verbunden. Niemand darf sich dann im Faulenquartier und in Teilen der Überseestadt aufhalten.

Betroffen sind neben dem Funkhaus unter anderem Hotels, Altenwohnheime und die Brauerei Beck & Co. auf der anderen Weserseite. Radio Bremen hat bereits umgeplant. Sonntag wird aus dem Studio Bremerhaven (Bremen Eins, Funkhaus Europa) und aus dem Studio im Haus der Bürgerschaft (Nachrichten, Bremen Vier) gesendet, sagte ein Sprecher. Das Nordwestradio bringt Vorproduziertes.

Die Polizei bittet die Anwohner am Sonntag, die Radiodurchsagen sowie die Durchsagen des Lautsprecherwagens der Polizei zu beachten. 

Ab etwa 9.45 Uhr fahren in der Innenstadt keine Straßenbahnen und Busse mehr. Aus Sicherheitsgründen wird für die Dauer der Entschärfung „unser Verkehr im Innenstadtbereich ruhen“, sagte ein Sprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Dennoch dürften die Beeinträchtigungen an einem Sonntag etwas geringer ausfallen als an einem Werktag. Die Evakuierungs- und Sperrmaßnahmen beginnen am Sonntag ab 8 Uhr. Die eigentliche Entschärfung der 20-Zentner-Bombe, die unter der früheren Stephani-Schule gefunden wurde, soll dann um 10 Uhr beginnen.

Maßnahmen zur Evakuierung sollen ab 10 Uhr eingeleitet werden. Der Evakuierungsradius um den Fundort beträgt 600 Meter. Darüber hinaus wird in einem Radius von 1.500 Metern empfohlen, Fenster und Türen offen zu halten. So würden Schäden durch eine mögliche Druckwelle bei einer Detonation so gering wie möglich gehalten werden. Sollte dies nicht möglich sein, sollen sich die Bewohner in Räumen aufhalten, die zur Bombenentschärfung abgewandt liegen. Auch fordert die Polizei die Bürger auf "sich nicht unter freiem Himmel aufzuhalten". 

Rund 2.500 Einwohner müssen ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen verlassen. Bewohner des Evakuierungsraumes können für den Zeitraum der Evakuierung in der Schule am Pulverberg an der Schleswiger Straße 8 unterkommen. Diese ist ab 8 Uhr besetzt. Sollte eine Person liegend transportiert werden müssen oder andere Unterstützung bei der Evakuierung benötigen, kann dies unter der Telefonnummer 0421/36220462 angemeldet werden. Diese Nummer ist ab sofort freigeschaltet, heißt es weiter.

Verkehrsbeeinträchtigungen am Sonntag

In diesem Bereich soll evakuiert werden

Für den Zeitraum der Entschärfung ist mit starken Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Die Bürgermeister-Smidt-Brücke, die Stephanibrücke sowie die Wilhelm-Kaisen-Brücke werden gesperrt sein. In Richtung Süden solle die Weser über die Karl-Karstens-Brücke oder die Autobahn 1 überquert werden. Gleiches gilt in Fahrtrichtung Norden. Der Schiffsverkehr auf der Weser wird vorübergehend eingestellt. Ebenso wird der öffentliche Personennahverkehr beeinträchtigt sein. Laut Webseite der BSAG kommt es zwischen 8.30 Uhr und etwa 13 Uhr zu Umleitungen in der Innenstadt. Davon betroffen seien die Linien 2, 3, 20 und 25 in beide Richtungen. Die Linien 1 und 26 werden über Westerstraße und Domsheide umgeleitet. Ab etwa 9.45 Uhr soll der Betrieb im Bremer Westen eingestellt werden. Ein Pendelverkehr zwischen Gröpelingen – Messezentrum sowie Georg-Bitter-Str. – Huckelriede werde eingerichtet, heißt es weiter.

Weitere Informationen zu Fahrplanänderungen und Ersatzverkehr gibt es auf der Homepage der BSAG oder beim 24h-Kundentelefon unter der Nummer 0421/596059.

Im Zugverkehr vor und nach dem Bremer Hauptbahnhof komme es laut DB voraussichtlich zwischen 10.30 und 12.30 zu Einschränkungen. Bei der DB Regio seien die Linie RE1 zwischen Bremen Hauptbahnhof und Oldenburg und die Linie RE8 zwischen Bremen Hauptbahnhof und Bremerhaven betroffen. Desweiteren fallen laut Webseite der Deutschen Bahn folgende Züge aus: RE 4410 zwischen Bremen und Oldenburg ab 10.53 Uhr, RE 4415 zwischen Oldenburg und Bremen ab 10.35 Uhr, RE 4452 um 8.56 Uhr und RE 4454 um 10.56 Uhr zwischen Bremen und Bremerhaven, RE 4457 um 10.23 Uhr und RE 4459 um 12.23 Uhr zwischen Bremerhaven und Bremen. Der RE 4417 um 11.50 und der RE 4412 um 11.56 werden eventuell verspätet abfahren. Alle Informationen zu Ersatzverkehr und Umleitungen gibt es auf der Webseite der Deutschen Bahn.

Außerdem weist die Polizei darauf hin, auch die Mitteilungen der Bundespolizei zu beachten. Auch kann die Warn-App NINA im App- und Play-Store kostenfrei heruntergeladen werden. Dort werden am Sonntag alle Infos zu Evakuierungsräumen oder Zeitplänen veröffentlicht.

Bürgertelefon der Polizei mit Infos zum Thema: 0421/44 91 700

Bomben 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg

Auch mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es immer wieder vor, dass Bomben aus der Zeit entdeckt werden. So wurde beispielsweise im vergangenen April im Bremer Stadtteil Sebaldsbrück eine amerikanische Fliegerbombe erfolgreich entschärft.

Im Mai wurde in Bremen-Walle eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe kontrolliert gesprengt.

Lesen Sie auch: Tödliche Bewegungen - Bremens Sprengmeister Andreas Rippert räumt Weltkriegsbomben

dpa/kuz/vik

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