Handelskrankenkasse: Enorme Zuwachsraten bei den Mitgliederzahlen

Weiter auf Rekordkurs

Ein Teil der HKK-Zentrale an der Martinistraße. Die Kasse rechnet für das laufende Jahr mit einem Mitgliederwachstum um 25 Prozent. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Bremer Handelskrankenkasse (HKK) ist weiter auf Rekordkurs – mit einem (wie es gestern hieß) „für das Unternehmen historischen Versichertenwachstum“. Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Mitglieder um 40 579 auf 311 988 Personen, was einem Plus von 15 Prozent entspricht, so HKK-Vorstand Michael Lempe. Einschließlich der Familienversicherten waren Ende des Jahres 413 773 Menschen bei der HKK versichert – 46 902 mehr als zum Jahresbeginn.

Inzwischen sind die Zahlen weiter deutlich gestiegen. Seit Jahresbeginn sind weitere gut 80 000 Versicherte – davon mehr als 60 000 Mitglieder (sprich: Beitragszahler), zur Handelskrankenkasse gekommen. Sie betreut nun insgesamt 499 000 Versicherte, davon sind 377 000 Mitglieder. Insgesamt rechnet Lempe für dieses Jahr mit mindestens 100 000 neuen Versicherten. Das wäre ein Zuwachs von 25 Prozent. „So viele Neukunden wie Bremerhaven Einwohner hat“, fast Lempe die Entwicklung zusammen. Ihren 500 000. Versicherten will die HKK im nächsten Monat begrüßen.

„Ein toller Erfolg, auf den wir auch stolz sind“, so Lempe. Zugleich habe sein Unternehmen durch die enormen Kundenzuwächse „den Grenzbereich dessen ausgelotet, was leistbar ist“. Die logische Folge: Neueinstellungen. Im vergangenen Jahr hatte die Kasse 814 Mitarbeiter. Nach 37 neuen Vollzeit-Stellen im Jahr 2015 wurden 2016 etwa 80 weitere geschaffen und konnten inzwischen „weitgehend besetzt werden“, wie es in der Zentrale an der Martinistraße hieß.

Wie werden die Zuwachsraten dort erklärt? Die HKK wirbt mit ihrer Position als „günstigste deutschlandweit wählbare Kasse“ (Zusatzbeitrag gegenwärtig: 0,59 Prozent – deutlich unter dem Branchendurchschnitt). Zugleich, so Lempe, biete sie „überdurchschnittliche“ Extraleistungen an – etwa in der Vorsorge, in der Alternativmedizin, in der Schwangerschaft. Ein Bonusprogramm gibt es ebenfalls. Und eine „schlanke Verwaltung“. Die Verwaltungskosten lägen „weiterhin deutlich unter dem Branchendurchschnitt“. Sie betrugen 4,7 Prozent der Gesamtausgaben und sanken 2015 auf 112,08 Euro pro Versichertem (2014: 115,91 Euro) – „das ist 34,27 Euro günstiger als im Krankenkassen-Durchschnitt von 146,35 Euro“. Die Kasse, so der Vorstand weiter, habe „hohe Rücklagen“ und eine „gesunde Versichertenstruktur“.

Die Gesellschaft wird älter, die HKK aber wird jünger – auch das ist ein Effekt des Mitgliederwachstums. Mit einem Altersdurchschnitt von 40,8 Jahren sind die HKK-Versicherten deutlich jünger als im Branchendurchschnitt von 44,7 Jahren.

Viele der Neukunden „kommen über das Internet“, sagt Lempe. Der Online-Bereiche wachse massiv. Überhaupt soll die Digitalisierung vorangetrieben werden. Lempe kündigte den Aufbau einer Internet-Geschäftsstelle an, die ab 2017 online sein soll – unter anderem mit Formularen wie etwa Fragebögen zur Familienversicherung. Auch „Gesundheits-Apps“ sind in Planung.

Die Einnahmen der HKK betrugen im vergangenen Jahr 957,2 Millionen Euro – 6,5 Prozent mehr als 2014. Die Ausgaben stiegen um sieben Prozent auf 956 Millionen Euro. Für die medizinische Versorgung der Versicherten gab die Kasse insgesamt 907,3 Millionen Euro aus – ein Zuwachs von 85,3 Millionen Euro. Im Geschäftsbericht steht für 2015 ein leichter Überschuss von 1,1 Millionen Euro.

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