Ins Waller „Paradice“ ziehen vorübergehend 150 Flüchtlinge ein

Eishalle wird Asylunterkunft

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Die Eissporthalle „Paradice“ in Walle wird vorübergehend zur Asylunterkunft. 150 Flüchtlinge werden hier demnächst einziehen.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Die Schlittschuhsaison ist vorbei, das Eis geschmolzen, das Wasser abgelassen – und schon warten neue Aufgaben auf das „Paradice“ in Walle: Vorübergehend werden in die Halle rund 150 Asylbewerber einziehen.

Die Flüchtlingszahlen steigen weiter, inzwischen wird bundesweit mit 600 000 Asylbewerbern in diesem Jahr gerechnet. Die Hälfte kommt allerdings aus sicheren Herkunftsländern, wie Innenminister Thomas de Mazière (CDU) gerade sagte, ist also eigentlich ohne Anspruch auf Asyl. Für Bremen bedeutet das nach der Quote von knapp einem Prozent: Mindestens 6 000 neue Flüchtlinge müssen in diesem Jahr untergebracht werden. Sozialsenatorin Anja Stahmann (SPD) war schon zu Beginn des Jahres von rund 5 000 Asylbewerbern für Bremen ausgegangen, als der Bund noch von 400 000 im Jahr sprach.

Die Erstaufnahme platzt aus allen Nähten. Abgeschoben wird in Bremen nicht, auch abgelehnte Asylbewerber dürfen bleiben. Ständig ist das Ressort auf der Suche nach neuen Unterkünften. Nun muss die Eissporthalle „Paradice“, in der im Winter Schlittschuhläufer zu Discomusik ihre Runden drehen, herhalten.

Die kommunale Bremer Bäder-Gesellschaft gibt grünes Licht für die Nutzung, der Beirat wird heute entscheiden. In den nächsten Tagen wird die Halle dann als Notunterkunft hergerichtet. Platz ist für 150 Menschen. „Angesichts der immer noch stark steigenden Flüchtlingszahlen sind wir auf diese Halle dringend angewiesen, wenn wir nicht Zelte aufbauen oder den Sport aus den Turnhallen verdrängen wollen“, sagte Stahmann gestern.

Einziehen sollen in die Eissporthalle vorübergehend die Asylbewerber, die zur Zeit in der Messehalle 4.1 untergebracht sind, denn dort wird der Platz, wie abgesprochen, für Veranstaltungen gebraucht. Nach dem Vorbild der Messehalle werden im „Para-

dice“ Kabinen für jeweils vier bis sechs Personen eingerichtet. Von den Flüchtlingen werde das „als vorübergehende Lösung akzeptiert“, sagte Stahmann. Die Nutzungsdauer soll bis zu den Pfingsttagen Ende Mai begrenzt sein. Dann finden in der Eissporthalle die Rollsporttage statt. Die Asylbewerber ziehen dann wie geplant in die Messehalle 6 um, die ab Mitte Mai zur Verfügung steht.

Die Senatorin sagte zum rasanten Anstieg der Asylzahlen: „Wir nehmen derzeit dreimal so viele Flüchtlinge auf wie in den ersten Monaten des Jahres 2014.“ Von Januar bis 15. April kamen 1 096 Menschen nach Bremen, im selben Zeitraum 2014 waren es 366. „Wir waren auf vieles vorbereitet, eine Verdopplung musste man einkalkulieren, aber eine Verdreifachung hatten wir bislang noch nie“, erklärte Stahmann. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 nahm das Land Bremen 1 111 Asylbewerber auf, im vergangenen Jahr waren es 2 233. Seit 2008 hat sich die Zahl damit auf etwa 7 000 addiert – gut ein Prozent der Gesamtbevölkerung, so Stahmann.

Auch in Findorff entsteht eine neue Asylunterkunft mit 100 Plätzen. Hier sind dreistöckige Modulbauten mit kleinen Appartements geplant – technisch entsprechen sie den energetischen Standards für Neubauten, wie es heißt.

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