Ausbau des Gewerbegebietes „Hansalinie“

Wachsen unter Hochdruck

Die Vorbereitungen für den Ausbau des Gewerbegebietes „Hansalinie“ in Hemelingen an der A 1 laufen auf Hochtouren. Ein Bagger spült aus einem Wasserloch Sand auf freigeräumte Flächen. So entsteht hier ein etwa 600 Meter langer See. - Foto: Bahlo

Bremen - Die Bremer Landesregierung zieht eine positive Zwischenbilanz bei der Entwicklung von Gewerbeflächen. Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) verweist im jetzt vorgestellten „Ersten Sachstandsbericht zum Gewerbeentwicklungsprogramm (GEP) der Stadt Bremen 2020“ aber auch darauf: „Eine wachsende Stadt braucht zusätzliche Flächenangebote.“ Deshalb sollen in diesem Jahr die Planungen für einen weiteren Ausbau des Gewerbeparks „Hansalinie“ beginnen.

Günthner sieht eine „Fülle von überdurchschnittlich positiven Entwicklungen“ seit der Verabschiedung des Programms im Jahr 2013. So wurden den Angaben zufolge seit 2012 durchschnittlich mehr als 21 Hektar pro Jahr vermarktet, jährlich 770 neue Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 2 600 gesichert. In Bremer Gewerbegebieten wurden von den angesiedelten Unternehmen Investitionen in Höhe von 770 Millionen Euro getätigt, heißt es weiter. Um auch weiterhin ein hochwertiges Flächenangebot machen zu können, braucht Bremen dem Bericht des Wirtschaftssenators zufolge zusätzliche Gewerbeareale. So laufen die Vorbereitungen für einen neuen Bauabschnitt im Gewerbepark „Hansalinie“ derzeit unter Hochdruck.

Im Gewerbegebiet des Bremer Ostens transportieren Lastwagen aktuell lehmhaltige Erde für den Deichbau auf Deponien, ein Bagger spült Sand auf freigeräumte Flächen aus einem Wasserloch – so entsteht ein See, der letztlich 600 Meter lang und mehr als 150 Meter breit sein wird. Dringend benötigt würden die Gewerbeflächen vom Autobauer Mercedes, damit sich weitere Zulieferer in Werksnähe ansiedeln könnten, heißt es.

Neben dem Gewerbepark in Hemelingen an der A 1 seien für eine großflächige Gewerbegebietsentwicklung insbesondere das Güterverkehrszentrum und der Bremer Industrie-Park von Bedeutung. Hier erfolgen derzeit die Planungen für die Erschließung eines fünften Bauabschnittes, da hier eine Anfrage eines Investors für eine 17 Hektar große Fläche vorliege.

Ein weiteres Thema des GEP ist die Entwicklung von Standorten zu „urbanen Stadtträumen“ durch die Integration von Wohnen sowie von Freizeit-, Kultur- und Naherholungseinrichtungen, Einzelhandel und Dienstleistungsangeboten. „Erfreulich“ sei die Entwicklung in den vergangenen Jahren vor allem in der Überseestadt, dem Büropark Oberneuland und dem Technologiepark an der Bremer Universität, die bei Berücksichtigung der gewerblichen Entwicklungspotenziale gezielt fortgeführt werden müsse.

Als problematisch beschreibt der Bericht das Angebot an innerstädtischen Gewerbegebieten. Hier seien Flächen für die Ansiedlung von kleinen und Kleinstunternehmen des produzierenden Gewerbes und des Handwerks fast vollständig vermarktet. Damit könne die anhaltende stabile Nachfrage nach zentrumsahen und stadtteilbezogenen Flächen in Teilen der Stadt nicht mehr bedient werden.

Geprüft werden muss laut Senator Günthner daher, inwieweit bestehende Gewerbeareale wie die Gewerbegebiete Bayernstraße oder Nußhorn in der Nähe des Einkaufszentrums Weserpark erweitert werden und brachliegende innerstädtische Flächen von der Stadt gekauft sowie in Eigenregie etwa durch die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) entwickelt und vermarktet werden könnten.

„Eine passgenaue und zeitgerechte Bereitstellung von Infrastruktur ist ein Schlüssel für eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik. Die Bilanz zeigt, dass wir uns mit den erzielten Erfolgen nicht zufrieden geben dürfen, wenn wir auch in Zukunft punkten wollen“, so Günthner. 

vr

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