Bremer Polizei zieht Silvester-Bilanz

Vermummte beschießen Polizeiwache Lesum mit Feuerwerkskörpern

Bremen - 436 Einsätze in 24 Stunden, eine Polizeiwache unter Dauerbeschuss und eine Spenderniere - die Bremer Polizei hatte einen einen arbeitsreichen Jahreswechsel. Die Bilanz fällt aber positiv aus: Auf zahlreichen Silvesterfeiern im Stadtgebiet habe es keine größeren Störungen gegeben.

"Innerhalb von 24 Stunden mussten 436-mal Streifenwagenbesatzungen ausrücken", sagt die Bremer Polizeisprecherin Franka Haedke.  Auf der Sielwallkreuzung feierten zwar viele Menschen den Jahreswechsel, es sei aber wie auf dem Bremer Marktplatz zu keinen nennenswerten Störungen gekommen. Jedoch seien die Einsatzkräfte am Sielwall erheblich mit Feuerwerkskörpern beschossen und beworfen worden. Eine Person wurde daraufhin in Polizeigewahrsam genommen, ein Polizeibeamter erlitt leichte Verletzungen. 

Silvester-Bilanz der Feuerwehr

Einen schweren Vorfall gab es in Lesum: Bis zu zehn Vermummte sollen nach Polizeiangaben die Wache Lesum in Bremen-Nord mit Feuerwerkskörpern und Bengalos unter Dauerbeschuss genommen haben. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen besonders schweren Landfriedensbruchs gegen drei 16, 17 und 20 Jahre alte Männer. Die jungen Männer waren als Tatverdächtige festgenommen worden. Mit einer selbst konstruierten Abschussvorrichtung hatten die vermummten Unbekannten größere Silvesterraketen und Feuerwerkskörper auf die Polizeibeamten in der Wache abgegeben und sie am Verlassen des Polizeirevieres gehindert. Die Gruppe flüchtete, als die Beamten durch einen anderen Ausgang nach draußen eilten. Nach kurzer Fahndung konnten drei Tatverdächtige gestellt werden. Sie führten Sturmhauben und Pyrotechnik bei sich. Wohnungsdurchsuchungen wurden beantragt. Die Ermittlungen dauern an. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sucht Zeugen und fragt. Wer hat Neujahr zwischen 2 und 3 Uhr verdächtige Beobachtungen rund um das Polizeirevier Lesum in der Hindeburgstraße gemacht? Wem sind Verdächtige aufgefallen? Hinweise an die Polizei unter der Rufnummer 0421-362-3888.

Schöner hingegen konnte für eine Streifenbesatzung und einen 68 Jahre alten Bremer in Gröpelingen der Neujahrsmorgen nicht beginnen: Für den kranken Rentner, der als Spendernieren-Empfänger gelistet war, stand ab sofort eine Spenderniere bereit. Das Bremer Transplantationszentrum konnte den Mann trotz mehrfacher Versuche am frühen Morgen nicht erreichen und bat die Polizei um zügige Hilfe. Die Polizisten fuhren eilig zur Wohnadresse des Patienten, der bereits seit 12 Jahren auf ein Spenderorgan wartete. Nach Sturmklingeln und Klopfen wurde geöffnet. Es blieb kaum Zeit für eine Katzenwäsche, unter Eile brachten die Polizisten den Schlaftrunkenen mit dem Streifenwagen in die Klinik. Dort waren bereits alle Vorbereitungen für die lebenswichtige Operation getroffen worden.

Ansonsten mussten Polizei und Feuerwehr bis in den frühen Neujahrsmorgen hinein zu mehreren Bränden ausrücken. In Grolland brannte in der Emslandstraße ein unter der Oldenburger Straße abgestellter Kastenwagen aus. An dem Fahrzeug entstand Totalschaden, ebenso an einem danebenstehenden Pkw. Durch die starke Hitzeentwicklung wurden noch zwei Anhänger in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. In einer Lagerhalle in Walle kam es zu einem Feuer, wahrscheinlich ausgelöst durch Feuerwerkskörper. Auf Grund der starken Rauchentwicklung wurde das angrenzende Wohnhaus vorübergehend evakuiert. Nach Ende der Maßnahmen konnten die Bewohner unverletzt in ihre Wohnungen zurückkehren.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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