Besondere Tour durch die Hansestadt 

Mit Elektrobus „Emma“ Bremen entdecken

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Eigentlich fährt er Linienbusse der BSAG, doch von Frühjahr bis Herbst sitzt Andreas Meyer am Steuer der „Emma 2“, einem von zwei Elektrobussen, mit denen sich Touristen wie Einheimische auf Entdeckungstour durch die Bremer City begeben können. 

Bremen - Von Viviane Reineking. Ganz leise surrt sie heran, stoppt mit orange blinkenden Lichtern vor der Tourist-Info. Die Fahrgäste steigen aus, die nächsten warten schon gespannt auf die „Emma“. Etwa zehnmal am Tag brechen sie und ihre namensgleiche „Schwester“ zur Stadtrundfahrt durch die Bremer City auf. Die Elektrobusse bringen aber nicht nur Touristen die Stadt näher, auch Bremer steigen ein.

Erst Nena dann “Emma“

Bevor die nächste Tour an der Tourist-Info vor dem Kontorhaus startet, ist noch Zeit für einen kurzen Plausch mit Andreas Meyer. „Ich fahre sie gerne, die ,Emma‘, sagt der 51-Jährige. Eigentlich sitzt er am Steuer eines Linienbusses der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Doch von April bis Oktober tauscht er sein Gefährt mit dem wendigen Elektrobus. Anders als im Linienverkehr komme er mit den Fahrgästen ins Gespräch, erfahre etwa, woher sie kommen. Meyer erzählt aber auch von sich: Früher sei er mit dem Tourbus, einem „Nightliner“, durch Europa gefahren, „an Bord“ Künstler wie „Rammstein“, Nena und Atze Schröder.

Doch zurück zur „Emma“: Seit sechs Jahren gibt es die „Mini-Bus-Tour“, ein Angebot der BSAG und der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Gestartet mit einem Gefährt, gab es im Mai „Familienzuwachs“ – eine zweite „Emma“. „Mit 15.000 Fahrgästen pro Jahr sind sie der absolute Renner“, sagt Maike Lucas von der BTZ. Je zehn Gäste können pro Tour durch die City Platz nehmen, einmal am Tag gibt es eine Fahrt in die Überseestadt.

40 Minuten Erkundungstour

Voll besetzt ist der kleine Bus dann auch gestern Morgen, schließlich ist das Wetter sommerlich warm, genau richtig für eine flotte, rund 40-minütige Fahrt in der „Emma“, die zwar ein Dach hat, aber an den Seiten offen ist. Seine Gäste, das sind längst nicht nur Touristen, wie Meyer erzählt: „Ein Drittel kommt aus Bremen“, schätzt er. Viele hätten die „Emma“ schon öfter gesehen und wollten einfach mal eine solche Tour mitmachen, andere wollten auf diese Weise ihren Gästen die Stadt zeigen.

Die Bustour mit „Emma“ führt auch auf die andere Weserseite, auf den Stadtwerder. 

Dazu gehören auch Christiane Besch und Marion Büchner, die ihrer Tante Alice Xaver aus Braunschweig die Hansestadt näherbringen wollen. „Aber vielleicht entdecken auch wir Bremen neu“, sind die Schwestern gespannt. An diesem Montagmorgen steigen zudem Marion und Roland Hopp in den Minibus ein. Sie kommen aus der Pfalz, sind auf einem zweitägigen Städtetrip zu Gast in Bremen. Mit dabei außerdem vier Gäste aus der Nähe von Münster, dazu die Verfasserin dieses Textes.

Vom Kontorhaus beginnt die Reise, erste Station: der Marktplatz. Ein komisches Gefühl, wann lässt sich Bremens „gute Stube“ schon mal fahrend erkunden? Über ein Tonband erhalten die Fahrgäste Infos und Anekdoten zu Bremer Sehenswürdigkeiten. Aber Andreas Meyer hat auch selbst etwas zu erzählden, zum Beispiel über Ludwig Roselius, Gründer der Firma Kaffee Hag. Weiter geht‘s über die Wilhelm-Kaisen-Brücke zum Stadtwerder. Der frische Fahrtwind weht. Im Schnoor fährt „Emma“ vorbei an der katholischen Kirche St. Johann, die Gäste erfahren von „Heini Holtenbeen“ und der Legende um die Marterburg und unternehmen einen Abstecher ins „Viertel“. Neugierige Blicke, wo immer „Emma“ auch vorbeisurrt.

Über die Contrescarpe und über den Schüsselkorb fährt „Emma“ zum Domshof, vorbei am „Spuckstein“ und „Bremer Loch“ zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende der wissen die Gäste, was der Neandertaler mit Bremen zu tun hat, wo die englische Königin Elisabeth II. Wein gekostet hat und wo sich die Dommaus befindet.

Und auch nach 41 Jahren in Bremen haben Christiane Besch und Marion Büchner noch etwas mitgenommen von der Sommertour: Etwa, dass sich das „Bremer Loch“, die unterirdische Spendenbüchse, an der Ecke des Bürgerschaftsgebäudes zum Dom hin befindet. „Das“, so weiß Meyer, „finden viele Bremer nämlich nicht.“

www.bremen-tourismus.de

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