25 Jahre Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen 

Unterwasserlandschaften im Wandel

Zur Feldarbeit in den Tropen – hier in Indonesien - gehört unter anderem das Vermessen von Korallen. - Foto: ZMT/Esther Borell

Bremen - Von Viviane Reineking. Tropische Unterwasserlandschaften kennen viele nur aus dem Urlaub, für Bremer Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie – kurz: ZMT - Von Viviane Reineking. sind die Küstenökosysteme aber so etwas wie ihr Arbeitsplatz. Sie erforschen die Lebensräume für das Institut, das jetzt sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Marine Lebensräume in den Tropen haben eine ökologische und eine wirtschaftliche Bedeutung. Das ZMT mit seinen mehr als 200 Mitarbeitern und Studenten erforscht diese Ökosysteme und die Einflüsse, die auf sie einwirken, sie verändern und mitunter bedrohen. „Die Natur- und Sozialwissenschaftler forschen gemeinsam zu zentralen Themen, die globale und oft existenzielle Herausforderungen in Küstengebieten darstellen: Überfischung, Übernutzung, Ozeanversauerung, Verlust der biologischen Vielfalt, Verschmutzung der Meere, Folgen des Klimawandels und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Küstenökosystem“, sagt Prof. Dr. Hildegard Westphal, seit 2010 ZMT-Direktorin. Die Geologin verdeutlicht die Bedeutung der Tropen auch für hiesige Gefilde: „In der globalisierten Welt sind die Tropen nicht weit weg von Europa und von Bremen. Die Weltgemeinschaft ist verknüpft über Stoff-Flüsse wie zum Beispiel den Kohlenstoffkreislauf, aber auch über den Handel von Produkten aus Aquakulturen und Palmöl.“

„Das ZMT leistet einen maßgeblichen Beitrag in der Erforschung tropischer Küstenökosysteme und verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit einem partnerschaftlichen Verständnis von Kooperation“, sagte Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) bei einer Feierstunde. Mit dabei: Prof. Gotthilf Hempel, der das Institut vor 25 Jahren ins Leben rief. Auf den Gründungsdirektor folgte zur Jahrausendwende der Biogeochemiker Prof. Dr. Venugopalan Ittekkot. Er knüpfte Kontakte vor allem zum asiatisch-pazifischen Raum. 2009 wurde die Forschungseinrichtung in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen, ein Zusammenschluss deutscher Forschungsinstitute unterschiedlicher Fachrichtungen. Ein Schritt, mit dem nach Angaben des ZMT die überregionale und wissenschaftspolitische Bedeutung seiner Forschung gewürdigt wurde.

ZMT-Forscher gehen auch der Frage nach, wie Schutz und Nutzung der Küstenregionen im kulturellen Zusammenhang aussehen können. Die Wissenschaftler arbeiten dazu eng mit Partnern und Menschen vor Ort zusammen, vermitteln ihr Wissen und helfen beim Aufbau eines nachhaltigen Küstenmanagements – vor allem dort, wo tropische Küstenökosysteme sich wandeln und ihr zerbrechliches Gleichgewicht bedroht ist.

Tropenforschung in Bremen: die Meerwasserversuchsanlage „Maree“. - Foto: ZMT/Marc Steinmetz

Tropenforschung wird aber auch direkt in Bremen betrieben, etwa in der Meerwasserversuchsanlage „Maree“. Hier leben tropische Fische, Korallen, Seegurken, Seegras, Mangroven und Quallen. Forscher können etwa Temperatur, CO2, Nährstoff- und Salzgehalt einstellen und untersuchen, wie die Organismen auf Veränderungen dieser Faktoren reagieren. Zum Jahreswechsel bekommt das Bremer Institut übrigens einen neuen Namen: Der mittlerweile breitere, ganzheitliche Forschungsansatz solle sich Westphal zufolge nun in der Bezeichnung „Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung“ widerspiegeln.

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