Haftbefehl wegen Totschlags

Nach tödlichem Unfall in Walle: Motorradfahrer in U-Haft

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An dieser Kreuzung im Stadtteil Walle kollidierte ein 23-jähriger Motorradfahrer mit einem 75 Jahre alten Rentner. Der ältere Mann starb noch an der Unfallstelle.

Von Viviane Reineking - Bremen. Der 23-jährige Motorradfahrer, der Mitte Juni in Walle einen 75-Jährigen überfahren und tödlich verletzt hat (wir berichteten), sitzt jetzt wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Einen entsprechenden Haftbefehl „wegen des dringenden Verdachts eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes“ gegen den 23-Jährigen hat das Amtsgericht Bremen erlassen.

Der Biker war am Abend des 17. Juni mit einer Geschwindigkeit von „deutlich mehr als 100 Kilometern pro Stunde“ durch Bremen gerast, wie die Polizei ermittelte. Dabei soll er beim Überholen ein Fahrzeug beschädigt und sich unerlaubt vom Unfallort entfernt haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade. Dann setzte der Biker seine folgenschwere Fahrt fort. Dabei – davon geht die Staatsanwaltschaft aus – habe er billigend in Kauf genommen, dass es aufgrund der hohen Geschwindigkeit zu Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen könnte.

„Rücksichtslos“ und „hochgradig verkehrsgefährdend“ sei das Verhalten des Motorradfahrers gewesen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Es hänge nur vom Zufall ab, ob die Verletzungen im Falle eines Unfalls tödlich seien oder nicht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Motorradfahrer bei dem Unfall mit dem Fußgänger dessen Tod billigend in Kauf genommen hat. Daher sei sein Verhalten als Totschlag zu bewerten.

Opfer mehrere Meter durch die Luft geschleudert

Der Motorradfahrer war an einer Kreuzung im Baustellenbereich mit einem Fußgänger kollidiert, der laut Staatsanwaltschaft an einer roten Ampel die Fahrbahn überquerte. Das Opfer wurde mehrere Meter durch die Luft geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Der Biker stürzte und kam mit Verletzungen ins Krankenhaus. Mittlerweile sei der Mann aber haftfähig, sagte Passade am Montag weiter.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Unfallfahrer zahlreiche Raser-Videos ins Netz gestellt hat. So hätten auf einer Online-Plattform mehr als 80.000 Menschen regelmäßig seine Videos aufgerufen, heißt es. Die Auswertung der Filme gehe derzeit noch weiter, so die Staatsanwaltschaft: „Sie zeigen die Einstellung, mit der der Fahrer am Straßenverkehr teilnimmt“, so der Sprecher.

Weiteren Raser-Unfall in der Vahr

Bereits eine Woche vor dem Unfall, am 10. Juni, hatte ein Raser einen 13-Jährigen lebensgefährlich verletzt. Wie berichtet, hatte der Junge die Julius-Brecht-Allee in der Vahr bei Grün überquert. Der Unfallfahrer hatte mit einem Auto alle an einer roten Ampel wartenden Fahrzeuge überholt und war geradeaus weitergerast. Er erfasste den Jungen auf dem Fußgängerüberweg. Nach Zeugenaussagen, so die Polizei, stiegen Fahrer und ein Begleiter zunächst kurz aus, brausten dann aber davon, ohne sich um den Schwerverletzten zu kümmern. Ermittlungen führten zu einem 27-Jährigen, von dem die Polizei annimmt, dass er der Unfallfahrer ist. Der Verdächtige sitzt derzeit wegen des Tatverdachts des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft. Der Unfallwagen wurde im Stadtgebiet gefunden und beschlagnahmt.

Der Junge lag im Koma, befindet sich den Angaben nach derzeit in der Rehabilitation. Ob es einen Beifahrer gegeben habe, sei noch nicht abschließend geklärt, so die Staatsanwaltschaft.

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