Sänger sorgt im Pier 2 für sinnliche Stimmung

Laith Al-Deen: Auf Tuchfühlung mit den Fans

Stellte beim Bremer Konzert eine fast intime Nähe zum Publikum her: Sänger Laith Al-Deen. - Foto: Photoka

Bremen - Von Martin Kowalewski. Laith Al-Deen zeigt sich auf seiner „Wieder-unterwegs“-Tour als Meister des nahen Zwiegesprächs mit dem Publikum. Auch im Pier 2 brachte er seine Gäste zum Singen, Armeschwenken und auch dazu, sich gegenseitig die Arme auf die Schultern zu legen. So wurde der Freitagabend für die Gäste zu einer stimmungsvollen Begegnung.

Al-Deen beginnt das Konzert sinnlich und minimalistisch. Zunächst ist auf der Bühne nichts zu sehen, aber seine Stimme kreiert ein Blues-Intro. Spotlight auf das Gesangsmikrofon.

Al Deen tritt auf. Der erste Song „Alles an Dir“ eröffnet das Konzert mit einer nahezu intimen Nähe zwischen Publikum und Sänger. Einzelne Begeisterungsrufe kommen aus dem Publikum. Ein Anfang mit viel Stille. Die Band kommt hinzu. Danach folgt „Alles hat seine Zeit“.

Das Publikum zieht mit. Auch wenn die zumeist jüngeren und mittelalten Zuhörer ruhig stehen, zeigen sie, dass es ihnen gefällt. Schnell beginnen sie, mitzuklatschen und zu singen. Bald folgt ein erster Plausch. „Ich hab‘ ein gutes Gefühl mit Euch. Wer war eigentlich bei meinem Konzert auf der ,Breminale'“, fragt Al-Deen. Es gehen eine Menge Arme nach oben. „War echt schön. Ich hab' da meine Jacke liegen lassen“, erzählt Al Deen weiter.

Laith Al-Deen nimmt sich Zeit für Zwischenmoderationen. „Ich möchte jetzt eine sehr ernste und überzeugende Ansage machen. Na, ja. Ganz klappt das meistens nicht“, scherzt er vor dem Song „Feuer“. „Manchmal schafft man es einfach nicht, loszulassen und einfach weiterzumachen. Manchmal fehlt der richtige Partner, manchmal auch einfach ein Arschtritt.“ Der Song versetzt das Publikum eher in eine Stimmung der Andacht als in Bewegung.

Der Sänger und auch die Band verstehen sich auf Spontanität. Die Gitarristen Andi Mette und Ole Rausch sowie der Keyboarder Tobi Reiss liefern den Abend über knackige und auch anrührende Soli. Bei „Feuer“ präsentieren Al Deen und Reiss sogar eine Art Improvisations-Duett, mit abwechselnden kurzen Soli. Das kommt an bei den Zuhörern.

Al-Deen scheut sich nicht, mit dem Publikum auf Tuchfühlung zu gehen. Er verlässt seine Bühne und geht runter zu Fans. Er schafft es sogar, einmal durch die Halle und rauf zu den Sitzplätzen auf der Empore zu laufen.

Währenddessen füllt die Band die Zeit mit einem ruhigen Klangteppich. „Ich möchte mal, dass jeder seine linke Hand auf die rechte Schulter seines Nachbarn legt“, fordert er die Gäste auf. „Man kann sein Telefon solange auch in der rechten Hand halten.“ Das Publikum spielt mit. Al-Deen fordert die Zuschauer auf, sich dreimal auf die Schulter zu klopfen.

Die Fans im gut gefüllten Pier 2 in Gröpelingen sind begeistert. Sie bekommen zwei Zugaben, die zweite ausschließlich gesungen. Dabei zeigt Al-Deen, dass seine Stimme auch ein hervorragendes Rhythmus-Instrument abgibt. Der Abend endet zwischen Sänger und seinen Gästen, wie er begonnen hat. „Das hat mir sehr gut gefallen. Er wirkt einfach so ehrlich“, sagt Saskia Budzinski aus Ganderkesee.

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