Tödlicher Unfall in Lüssum: Polizei widerlegt Zeugenaussagen durch Videoaufnahmen / Fahrerin alkoholisiert

Ermittler: Kein illegales Autorennen

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Tödlich verunglückte Frau stand unter Alkoholeinfluss.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das angebliche illegale Autorennen, bei dem am Wochenende eine 52 Jahre alte Frau gestorben ist, war gar keins. Das berichtete am Donnerstag die Polizei. Den Angaben zufolge widerlegten die Ermittler entsprechende Zeugenaussagen nach der Auswertung privater Videoaufnahmen.

Es gebe keine Anhaltspunkte für ein illegales Straßenrennen, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen gegenüber unserer Zeitung. Herausgestellt habe sich inzwischen, dass die 52-Jährige unter Alkoholeinfluss stand. Sie soll mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Der 51 Jahre alte Beifahrer der Frau gab an, wie es heißt, sich nicht an den Unfallhergang erinnern zu können. Er war leicht verletzt worden.

Laut Matthiesen wertete die Ermittlungsgruppe „Lüssum“ zahlreiche Hinweise, Zeugenaussagen und Spuren aus. Dabei sei herausgekommen, dass die 52-Jährige unter Alkoholeinfluss die Kontrolle über ihren Wagen verloren habe und verunglückt sei. Wie berichtet, kam sie an einen Bordstein, prallte gegen einen Baum, der dadurch gefällt wurde, und landete an einem Betonmast. Die Fahrerin starb noch an der Unfallstelle.

In der Unfallnacht hatten sich laut Polizei Zeugen gemeldet, die ein Autorennen beobachtet haben wollten. Ein Mann berichtete, so Matthiesen, dass der 52-Jährigen zwei Autos entgegengekommen seien. Einer habe dann mit 90 km/h überholt, sei der Frau auf ihrer Spur entgegengekommen. Matthiesen: „Diese Aussage konnte durch private Videoaufnahmen widerlegt werden.“ Nach Auswertung dieser Filme aus zwei unabhängigen Aufzeichnungsgeräten an zwei verschiedenen Stellen der Schwaneweder Straße sei festgestellt worden, dass es zur Unfallzeit kein Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit gegeben habe, also auf der Fahrbahn der Frau kein anderes Auto gewesen sei.

Der Zeuge habe daraufhin seine Aussage revidiert, sagte der Sprecher. Der Mann blieb allerdings dabei, dass er kurz vor dem Unfall eine Limousine in Grün-Metallic mit hoher Geschwindigkeit beobachtet habe. Das Auto soll in Gegenrichtung zur Frau gefahren sein, aber eben nicht auf ihrer Spur. Zudem soll es sich nicht um ein aufgemotztes Fahrzeug gehandelt haben. Es gebe demnach keinen Hinweis oder Bezug zu einer „Tuningszene“, sagte Matthiesen.

Gemeldet hat sich unterdessen ein gesuchter Jaguar-Fahrer. Auch hier neue Ermittlungsergebnisse: Der Mann sei nicht, wie es ursprünglich hieß, ohne zu helfen einfach an der Unfallstelle vorbeigefahren. Vielmehr, so der Polizeisprecher, seien bereits Ersthelfer im Einsatz gewesen. Daher habe der Mann seine Fahrt fortgesetzt – ohne sich zu Gaffern zu gesellen. Gesucht wird weiter der Fahrer der grünen Limousine.

52-Jährige stirbt bei Unfall

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