Das AWI bekommt für 12,5 Millionen Euro ein Technikum

Testbecken für Eisbohrer

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So soll es aussehen, das neue Technikum fürs Alfred-Wegener-Institut. Baubeginn wird voraussichtlich 2018 sein. Die Kosten in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro übernehmen Bund (90 Prozent) und Land. 

Bremerhaven - Es soll 60 Meter lang und 44 Meter breit werden: das Technikum fürs Alfred-Wegener-Institut (AWI). In einem Ausschreibungsverfahren hat sich der Entwurf der Architekten und Stadtplaner Kister Scheithauer Gross (Köln/Leipzig) durchgesetzt. Das Büro hat unter anderem auch einen Teil der Hochschule Bremerhaven geplant. Der Neubau wird laut AWI rund 12,5 Millionen Euro kosten. Mit dem ersten Spatenstich fürs Technikum rechnen die Verantwortlichen Anfang des Jahres 2018.

Das Gebäude für technische Entwicklungsarbeiten sowie Expeditionsvorbereitungen soll auf der gegenüberliegenden Hafenseite des AWI-Campus am Handelshafen entstehen. Diese Pläne haben jetzt AWI, Stadt Bremerhaven und die Fischereihafenbetriebsgesellschaft (FBG) vorgestellt. Es geht dabei um die Fläche an der Klußmannstraße. „Wir freuen uns sehr, dass wir nahe dem Campus einen Platz für das Technikum inklusive Erweiterungsmöglichkeiten gefunden haben und diesen nun mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Landes Bremen realisieren können“, sagte Dr. Karsten Wurr, Verwaltungsdirektor des AWI, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

Es wird regelmäßig eng

Im Technikum soll eine große Halle für Expeditionsvorbereitungen entstehen mit verschiedenen Werkstätten, Laboren und Büros. Die bisherigen Räumlichkeiten für die technische Entwicklung und Expeditionsvorbereitungen sind über das Stadtgebiet verteilt, wie es heißt. „Wenn beispielsweise die Vor- und Nachbereitung für ,Polarstern’-Expeditionen läuft, wird es in vielen AWI-Gebäuden regelmäßig eng, denn die seit Jahren steigende Zahl von Mitarbeitern zwingt alle zum Zusammenrücken“, so Wurr. 

Technische Innovationen spielten in der Meeres- und Polarforschung eine immer größere Rolle, sagte Prof. Dr. Karin Lochte, Wissenschaftliche Direktorin des AWI. Die Ingenieure und Wissenschaftler entwickelten beispielsweise Geräte, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in der arktischen Tiefsee eingesetzt würden, oder Eisbohrer, die bei minus 30 Grad in der Antarktis funktionieren müssten. Lochte: „Um diese unter Einsatzbedingungen erproben zu können, sind ein Kälteraum und ein Testbecken geplant.“

Bürgermeister zeigt sich überzeugt

Die Planungen für ein AWI-Technikum begannen den Angaben zufolge im Jahr 2013 mit einer Bedarfsabfrage unter den Wissenschaftlern. Zunächst war ein Gebäude direkt am AWI-Campus am Handelshafen angedacht. Es stellte sich jedoch heraus, dass es dort schwierig wird, zusätzlich zum Gebäude auch Lagermöglichkeiten für die typischen Container mit den auf Expeditionen eingesetzten Großgeräten zu schaffen, so eine AWI-Sprecherin. So traf es sich gut, dass die FBG neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände an der Klußmannstraße suchte.

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) zeigte sich in einer Stellungnahme vom Entwurf für den Neubau überzeugt. Das Gebäude werde „ein außergewöhnliches Entrée“ sein. Er sei froh, dass das ehemalige Verwaltungsgebäude der Deutschen See sinnvoll genutzt werde. Grantz: „Das ist ein großer Zugewinn für den weiteren Ausbau der Forschungsmeile.“

Baubeginn fürs Technikum könnte Anfang 2018 sein, mit der Fertigstellung wird fürs Jahr 2020 gerechnet. 

gn

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