30 Jahre Geowissenschaften an der Bremer Uni

System „Erde“ im Fokus

Die Meeresforschung ist ein wichtiger Bestandteil der Bremer Geowissenschaften. Forscher aus aller Welt kommen in das Marum, um im Bohrkernlager Gesteinsproben aus der Tiefsee zu untersuchen. - Foto: Diekamp/Marum/Uni Bremen

Bremen - Welche Rolle die Ozeane im System „Erde“ spielen, das erforschen Wissenschaftler aus aller Welt am Marum, dem Bremer Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. Die Meeresforschungseinrichtung hat dazu beigetragen, dass die Bremer Universität seit 2012 den Status einer „Exzellenzuniversität“ innehat. Hervorgegangen ist das Marum aus dem Fachbereich Geowissenschaften. Der feierte gestern mit rund 200 Gästen aus Wissenschaft und Politik seinen 30. Geburtstag.

Gegründet wurde der Fachbereich im Jahr 1986. Damit begann eine erfolgreiche Entwicklung: Bereits drei Jahre später bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Sonderforschungsbereich (SFB) „Der Südatlantik im Spätquartär“. Mit den damit verbundenen Fördermitteln konnte der junge Fachbereich schneller wachsen. Schon damals konzentrierten sich die Professoren Gerold Wefer, Ulrich Bleil und Horst Schulz nach Angaben der Uni vor allem auf die Meeresforschung und kooperierten mit dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.

Aus dem SFB ist das Marum hervorgegangen. Es umfasst im Kern das DFG-Forschungszentrum und Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“. Hier findet sich heute eines von weltweit drei Tiefsee-Bohrkernlagern mit rund 250.000 Bohrkernsegmenten aus mehreren Ozeanen. Internationale Wissenschaftler kommen in die Bremer Einrichtung, um das Material zu erforschen. Ihr Wissen bringen die Marum-Forscher auch ein, um spezialisierte Geräte zur Erkundung der Ozeane zu entwickeln.

Heute umfasst der Fachbereich Geowissenschaften rund 30 Professuren, zehn davon sind an außeruniversitären Einrichtungen angesiedelt. Hinzu kommen etwa 150 wissenschaftliche Mitarbeiter sowie 500 Studenten.

In der Lehre bietet der Fachbereich laut Universität eine „innovative und modern konzipierte geowissenschaftliche Ausbildung“ in einem breiten Fächerspektrum. Besondere Schwerpunkte sind Exkursionen und eine enge Anknüpfung an die Forschung, heißt es. Prof. Michal Kucera, Dekan des Fachbereichs, spricht von einer „beachtlichen Entwicklung“: „Innerhalb nur einer Generation sind wir – gemessen an der Forschungsleistung – auf den ersten Platz in Deutschland gestiegen.“ - vr

www.geo.uni-bremen.de

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