Knigge lädt Kinder in Backstube ein

Süße Häuschen mit Schnee und Hexe

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Der Advent naht – und so wurden bei Knigge schon mal ganz viele Knusperhäuschen verziert.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Ich brauch noch Schnee!“ So schallt es durch die Backstube der Konditorei Knigge an der Sögestraße. Schnee? Zuckerguss ist gemeint, der auf Lebkuchenhäusern ja wie Schnee aussieht und außerdem – weil er so schön klebt – allerlei süßem Schmuck Halt bietet. Zuckerstangen, Schokokringel und Gummibärchen haften auf diesem „Schnee“ besonders gut und geben den Hexenhäuschen eine sehr individuelle Note.

Die Mädchen und Jungen der „Grünen Gruppe“ des Borgfelder Kindergartens „Murmel“ waren am Donnerstag in die Stadt gekommen, um bei Knigge die Lebkuchenhäuschen zu verzieren. Die Adventszeit naht. Da gehören Knusperhäuschen unbedingt dazu! Und ein bisschen Fachwissen ebenfalls.

Das schmeckt! Andrang bei der Klaben-Premiere auf dem Bremer Marktplatz.

Der „Schnee“, der Zuckerguss – im Fachjargon heißt er „Eiweißspritzglasur“. Zu Standfestigkeit verhalf die schneeweiße Glasur auch Hänsel, Gretel und der Hexe, die als Mini-Figuren ebenfalls Platz auf, im oder am Häuschen fanden. Konditormeister Ernst Barthel, Backstubenleiter bei Knigge, hatte einmal mehr alles für die kleinen Nachwuchs-Konditoren von der „Murmel“ vorbereitet. Die angehenden Konditorinnen Anna-Sophie Heinrich und Katharina Mierswa, beide im dritten Lehrjahr, standen den 20 Mädchen und Jungen buchstäblich mit Rat und Tat zur Seite und verteilten auch die „Eiweißspritzglasur“, den so heiß begehrten „Schnee“.

Alles lief bestens, Barthel konnte sich beruhigt wieder seinen anderen Aufgaben zuwenden: „Ich gehe jetzt zum Baumkuchen.“ Seit Ende der 60er Jahre ist Barthel bei Knigge. „Ich habe hier gelernt.“ Nächstes Jahr aber wird Schluss sein, der Übergang in den Ruhestand steht an. Ja, er werde den Kollegen schon noch zur Seite stehen, sagt Barthel. Nach so langer Zeit in einem Bremer Traditionsunternehmen kann man nicht so einfach Abschied nehmen.

Die ganz jungen Nachwuchskräfte sind derweil emsig bei der Arbeit. Der „Schnee“ ist jetzt verteilt. Nun werden andere Dinge gesucht. „Ich brauche auch so ein Geschenk“, heißt es zum Beispiel. Gemeint sind kleine Schoko-Pakete in glänzendem Papier. Die machen sich nämlich auch sehr gut auf einem Knusperhaus.

Klaben-Premiere auf dem Marktplatz

Nicht weit von der Sögestraße entfernt – auf dem Marktplatz – bildete sich derweil eine Warteschlange. Bis es dann um 11 Uhr so weit war: Klaben-Saisonpremiere! Die Bremer Bäcker-Innung hatte wieder zum offiziellen Klaben-Anschnitt geladen. 100 Meter Klaben waren dafür gebacken worden. Verkauft wurden die Stücke für einen guten Zweck – dieses Mal geht der Erlös an den Bürgerpark, der ja in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden ist. Und so kam Parkdirektor Tim Großmann als „Stargast“ zum Klaben-Anschnitt. Innungs- Vorstand Frank Thräm war ebenso mit von der Partie wie Peter Büser, Neu-Obermeister der Bäcker-Innung.

Gebacken haben den 100-Meter-Klaben Hans Jürgen Schröder und Bruno Bollenbach – „zwei sehr erfahrene Bäckermeister im Ruhestand“, so Innungs-Geschäftsführer Stefan Schiebe.

Klaben ist eine regionale Spezialität. „Es gibt ihn nur in Bremen und Umgebung“, sagt Schiebe. Im Vergleich zum „doch eher trockenen“ Stollen sei der Klaben wegen des hohen Frucht- und Butteranteils „saftiger“. Die Innung hat den Klaben in einem langwierigen Antragsverfahren auf europäischer Ebene geografisch schützen lassen. Schon anno 1593 wurde Klaben in Dokumenten des Bremer Rates erwähnt.

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